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Soldatenfriedhof Essel wieder Aufmarschplatz von Faschisten

1. Dezember 2000 , Geschrieben von Parents Veröffentlicht in #Soldatenfriedhof Essel

Soldatenfriedhof Essel wieder Aufmarschplatz von Faschisten

Am Volkstrauertag (19.11.00) feierte die neofaschistische „Kameradschaft 73 Celle“ auf dem Soldatenfriedhof Essel (zwischen Schwarmstedt und Autobahnraststätte Allertal) unter Beobachtung von ziviler und uniformierter Polizei ihr Heldengedenken.

Die Kameradschaft, die sich dank eines antifaschistischen Bündnisses in Celle nur noch eingeschränkt bewegen kann, knüpft auf dem Soldatenfriedhof Essel an kriegsverherrlichende Traditionen an. 15 Frauen und Männer der Kameradschaft aus Celle und Hannover marschierten “in ordentlichen Zweierreihen“ (JN im Internet) und legten zwei große, teure Kränze nieder. Auf einem, mit schwarz-weiß-roten Kranzschleifen steht: „In stolzer Trauer“, auf den schwarzen Kranzschleifen des anderen ist zu lesen: “In Gedenken der gefallenen Helden beider Weltkriege - Kameradschaft 73 Celle“.

Das Mitnehmen einer schwarzen Fahne verweigerte ihnen die Polizei, während ein junger Neofaschist ungehindert eine 10-minütige Rede halten konnte und „Ich hatt’ einen Kameraden“ gesungen wurde. JN (NPD Jugendverband) und Kameradschaft 73 ärgerten sich in ihrem Internet-Bericht über das Verhalten der Polizei. Auf dem Soldatenfriedhof Essel liegen meist 17- und 18 jährige, die in den letzten Kriegstagen 1945 vom deutschen Militär verheizt wurden. Jahrzehntelang fanden dort internationale Militaristen- und Faschistenaufmärsche statt.

Unter Führung der HIAG-Waffen SS beteiligten sich u.a. Ordensbund der Ritterkreuzträger, Bund Notgemeinschaft Arbeitsdienst, flämische Faschisten, militaristische Traditionsverbände, Organisationen junger Neofaschisten und mit einer Ehrenformation in Bundeswehruniform die „Reservistenkameradschaft Wehrsport Buchholz / Aller“. Dort musste der Schwarmstedter Pastor, der aller Toten - also nicht nur deutscher Soldaten - des Krieges gedachte, unter Schlägen den Friedhof verlassen. Die Gewerkschaftsjugend, die das Verbot von HIAG-Waffen SS forderte, wurde trotz laufender Fernsehkamera mit Fäusten traktiert. Diesem Treiben machte Mitte der 80er Jahre ein breites norddeutschlandweites Bündnis mit mehreren großen Demos ein Ende. Seitdem haben Faschisten und Militaristen den Friedhof nur noch vereinzelt und die Öffentlichkeit meidend betreten.

Der DGB fordert: „Es darf keinen Neubeginn des braunen Spuks - auch und gerade nicht an diesem Ort geben.“

Charly (Widerstand Nr. 6 12/2000)
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