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antidiskriminierung

ISLAMISCHE LANDESVERBÄNDE: “Bundesinnenminister Friedrich ist fehl am Platz”

12. März 2012 , Geschrieben von Parents Veröffentlicht in #Antidiskriminierung

Gleich neun islamische Landesverbände bescheinigen Bundesinnenminister Friedrich „fehl am Platz“ zu sein. Sie hätten es auch satt, immer nur „Sicherheitspartner“ zu sein. Auslöser ist die Debatte um die Studie „Lebenswelten junger Muslime“.

Bundesinnenminister Dr. Hans-Peter Friedrich (CSU) © cducsu.de, bearb. MiG

 

Bundesinnenminister Hans-Peter Friedrich (CSU) dürfte mit der Studie „Lebenswelten junger Muslime in Deutschland“ es endgültig geschafft haben, mit den Islamischen Religionsgemeinschaften zu brechen. In einer am Samstag (10.3.2012) in Offenbach veröffentlichten gemeinsamen Erklärung bescheinigt die „Konferenz Islamischer Landesverbände“ (KILV) dem Bundesinnenminister, „fehl am Platz“ zu sein.

Mit der Art und Weise der Veröffentlichung der Studie habe Friedrich „erneut gezeigt, dass er als Innenminister eine Fehlbesetzung ist“. Vor allem kritisiert KILV, ein Zusammenschluss von neun islamischen Landesverbänden, dass Friedrich die Ergebnisse auf Demokratiefeindlichkeit reduziert hat. Wenn Friedrich „aus einer derart umfangreichen Studie solch eine undifferenzierte und plumpe Schlussfolgerung in einer drohenden Weise zieht, dann ist es schade um die Mühe der Autoren und die Steuergelder, die die Erstellung gekostet hat. Er hätte gut daran getan, die Studie mit seinen Fachleuten zunächst selbst gründlich zu lesen und erst dann öffentlich aufzutreten“, so die KILV.

Billiger Populismus
Friedrich hatte dem Boulevardblatt Bild vor der offiziellen Veröffentlichung der Studie exklusiv erklärt, dass Deutschland die Herkunft und kulturelle Identität seiner Zuwanderer achtet. Friedrich weiter: „Aber wir akzeptieren nicht den Import autoritärer, antidemokratischer und religiösfanatischer Ansichten. Wer Freiheit und Demokratie bekämpft, wird hier keine Zukunft haben – dies klarzumachen, ist die Aufgabe eines jeden.“

Dies erste Stellungnahme des Bundesinnenministers zeige eindeutig, dass er den „eigentlichen Inhalt der Studie gar nicht verstanden hat oder nicht verstehen wollte“. Es scheine, als wollte Friedrich sich der Studie, ohne inhaltliche Zusammenhänge zu beachten, als Stichwortgeber für billigen Populismus und Stimmungsmache gegen den Islam und die Muslime bedienen.

Restvertrauen beschädigt
Damit habe Friedrich das Restvertrauen zwischen ihm und den Muslimen sowie den islamischen Verbänden beschädigt. Weiter heißt es in der Erklärung: „Wir sind enttäuscht und zum Teil fassungslos über das Vorgehen des Ministers […] Wäre es ihm um den Dialog, die Integration und die Partizipation gegangen, hätte er die Studie zum Beispiel bei der Islamkonferenz gemeinsam mit den Wissenschaftlern und den islamischen Verbänden bewerten und Schlussfolgerungen ziehen können. Nach unserer Überzeugung ist ein solcher Minister, für den Integration nur eine medienwirksame Worthülse ist, der Vorurteile und Ängste schürt und die Gesellschaft spaltet, in einer verantwortungsvollen Position gänzlich ungeeignet.“

KILV: Islamische Glaubensgemeinschaft Baden-Württemberg, Schura Niedersachsen, Islamische Föderation Berlin, Schura Bremen, Schura Hamburg, Schura Schleswig-Holstein, Bund der Muslime Thüringen, Islamische Religionsgemeinschaft Hessen/IRH, Koordinierungsrat Mecklenburg-Vorpommern

Die KILV selbst begrüße die Studie grundsätzlich: „Wie die Autoren in ihrer Studie zurecht feststellen, verpflichtet Integration sowohl die sog. Migranten als auch die deutsche Mehrheitsgesellschaft dazu, ein neues Verständnis für die eigene und die gemeinsame Identität zu entwickeln und so kulturellen und sozialen Veränderungen auf beiden Seiten besser begegnen zu können.“ Dabei gehe es um die Notwendigkeit, die ständig stattfindenden kulturellen und sozialen Veränderungen als bereichernd anzuerkennen.

Satt, immer nur Sicherheitspartner zu sein
„Wir Muslime sind Teil der kulturellen Vielfalt und der pluralistischen Gesellschaft in Deutschland. In diesem Sinne sehen wir uns und handeln als Mitbestimmer und Mitgestalter dieser kulturellen Vielfalt und der pluralistischen Gesellschaft. Deshalb wollen wir von den Mitgliedern der Mehrheitskultur und dem Staat nicht als Objekte, über die Entscheidungen getroffen und Beschlüsse gefasst werden, wahrgenommen und behandelt werden“, so die Landesverbände. In diesem Zusammenhang lehnen sie in ihrer Erklärung auch strikt ab, „dass der Islam und die Muslime vom Bund und den Ländern ständig im Rahmen der Sicherheitspolitik und wir als islamische Verbände nur als Sicherheitspartner behandelt werden.“

Gemeint sind die mittlerweile zahlreichen Initiativen auf Bundes- und Landesebene. Im März 2011 hatte Friedrich kurz nach seinem Amtsantrtitt angekündigt, mit den islamischen Religionsgemeinschaften eine sog. Sicherheitspartnerschafteinzugehen, an der unter anderem die Ditib, VIKZ und ZMD teilnehmen – letzterer entgegen der anfänglichen Ankündigung, an einer solchen Partnerschaft nicht interessiert zu sein. Auf Landesebene stellte Niedersachsesens Innenmininister Uwe Schünemann (CDU) erst kürzlich sein umstrittenesSicherheitskonzept vor und kassierte von den zwei größten Landesverbänden eine deutlich Absage.

Der Vorsitzende des Landesintegrationsrates Nordrhein-Westfalen, Tayfun Keltek, ging noch einen Schritt weiter und stellte „in Anbetracht dieser Situation“ die Frage, ob es überhaupt noch „Sinn macht“, dass islamische Organisationen am Islamgipfel teilnehmen.(eb)

 

Quelle:http://www.migazin.de
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Erkennen. Benennen. Verändern! - Sexismus

15. November 2011 , Geschrieben von Parents Veröffentlicht in #Antidiskriminierung

Erkennen. Benennen. Verändern! Unter diesen Schlagworten beleuchtet eine Flyerserie der Amadeu Antonio Stiftung verschiedene Elemente Gruppenbezogener Menschenfeindlichkeit, wie z.B. Antisemitismus und Sexismus. Die unterschiedlichen Flyer erklären jugendgerecht das jeweilige Phänomen, warum es uns alle betrifft und was man dagegen unternehmen kann.

Die Themenflyer können kostenlos bei der Amadeu Antonio Stiftung unter der Telefonnummer 030 240 886 10 oder per E-Mail an info@amadeu-antonio-stiftung.debezogen werden. Als pdf-Dateien können die Flyer auch im Folgenden betrachtet und heruntergeladen werden.

 

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Erkennen. Benennen. Verändern! - Heterosexismus |Homophobie

12. November 2011 , Geschrieben von Parents Veröffentlicht in #Antidiskriminierung

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Erkennen. Benennen. Verändern! - Feindschaft gegen Obdachlose

11. November 2011 , Geschrieben von Parents Veröffentlicht in #Antidiskriminierung

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Erkennen. Benennen. Verändern! - Ausgrenzung von Menschen mit Behinderungen

10. November 2011 , Geschrieben von Parents Veröffentlicht in #Antidiskriminierung

Erkennen. Benennen. Verändern! Unter diesen Schlagworten beleuchtet eine Flyerserie der Amadeu Antonio Stiftung verschiedene Elemente Gruppenbezogener Menschenfeindlichkeit, wie z.B. Antisemitismus und Sexismus. Die unterschiedlichen Flyer erklären jugendgerecht das jeweilige Phänomen, warum es uns alle betrifft und was man dagegen unternehmen kann.

Die Themenflyer können kostenlos bei der Amadeu Antonio Stiftung unter der Telefonnummer 030 240 886 10 oder per E-Mail an info@amadeu-antonio-stiftung.debezogen werden. Als pdf-Dateien können die Flyer auch im Folgenden betrachtet und heruntergeladen werden.

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Buchenwald-Häftling Rudolf Brazda verstorben

5. August 2011 , Geschrieben von Parents Veröffentlicht in #Antidiskriminierung

  Foto: AFP
Er galt als letzter homosexueller KZ-Überlebende
Buchenwald-Häftling Rudolf Brazda verstorben
zuletzt aktualisiert: 04.08.2011 - 16:11

Berlin (RPO). Der von den Nazis einst wegen seiner Homosexualität verfolgte Buchenwald-Häftling Rudolf Brazda ist tot. Der 98-Jährige starb am Mittwoch in einem Pflegeheim im Elsaß, wie der Lesben- und Schwulenverband (LSVD) am Donnerstag in Berlin mitteilte. Brazda galt als letzter bekannter KZ-Überlebender, der wegen seiner sexuellen Veranlagung inhaftiert worden war.

Nach der Machtergreifung der Nazis wurde dem im thüringischen Meuselwitz geborenen Sohn tschechischer Eltern die Lebensgemeinschaft mit seinem Freund zum VerhängnisEr landete zunächst im Zuchthaus und wurde nach seiner Entlassung in die Tschechoslowakei abgeschoben. Dort holte ihn die NS-Barbarei nach der Annexion des Landes wieder ein.

Nach Angaben des Schwulenverbandes wurde Brazda von seiner Verschleppung durch die Nazis im August 1942 bis zur Befreiung durch die Amerikaner im April 1945 im Konzentrationslager Buchenwald gefangen gehalten.

Wowereit trauert um wichtigen Zeitzeugen

Berlins Regierender Bürgermeister Klaus Wowereit (SPD) sagte, Brazda sei ein Beispiel dafür, "wie wichtig die Erinnerungsarbeit für unsere Zukunft ist". Dies gelte umso mehr, als immer weniger Menschen authentisch von ihrer Unterdrückung während der NS-Diktatur berichten könnten.

Bei der Einweihung des Denkmals für die im Nationalsozialismus verfolgten Homosexuellen 2008 in Berlin war Brazdas Schicksal der breiten Öffentlichkeit noch unbekannt. Der Schwulenverband Berlin-Brandenburg ging seinerzeit davon aus, dass es keine Überlebenden des NS-Terrors gegen Homosexuelle mehr gibt. Erst danach habe sich die Nichte Brazdas gemeldet und vom Schicksal ihres Onkels berichtet, sagte ein Sprecher des Verbandes.

          Träger des Ordens der französischen Ehrenlegion

Einen Monat nach der Einweihung des Denkmals besuchte Brazda die Berliner Christopher-Street-Day-Parade. Der Blick auf die vorbeiziehenden 450.000 Jünger der gleichgeschlechtlichen Liebe mache ihn glücklich, sagte er damals.

Brazda verbrachte die letzten Wochen seines Lebens in einem Pflegeheim im französischen Les Molènes. Vor seinem Tod wurde er vom Schwulenverband für das Bundesverdienstkreuz vorgeschlagen. Frankreichs Präsident Nicolas Sarkozy hatte ihm erst kürzlich den Orden der Ehrenlegion verliehen.

Im Konzentrationslager Buchenwald und seinen 136 Außenlagern waren zwischen 1937 und 1945 über 250.000 Menschen aus mehr als 50 Nationen inhaftiert. Mehr als 56.000 Menschen verloren dort in dieser Zeit ihr Leben. Am 11. April 1945 befreiten US-Truppen das Lager. Die US-Armee konnte nur wenige Hundert Überlebende befreien, Brazda war einer von ihnen.

Der Schwulenverband schätzt, dass während des Nazi-Regimes rund 100.000 Männer wegen ihrer Homosexualität polizeilich erfasst wurden. Jeder zweite sei deshalb auch verurteilt worden, etwa 10.000 von ihnen kamen demnach in eines der Konzentrationslager.

         Quelle: RP-Online 04.08.2011

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Offener Brief des Arbeitskreises „Marginalisierte - gestern und heute“

15. Juni 2011 , Geschrieben von Parents Veröffentlicht in #Antidiskriminierung




 
 

von Dirk Stegemann 

An 
CDU/CSU-Fraktion im Deutschen Bundestag 
SPD-Bundestagsfraktion 
FDP-Bundestagsfraktion 
Fraktion DIE LINKE. im Bundestag 
Bundestagsfraktion Bündnis 90/Die Grünen 
SPD-Fraktion im Abgeordnetenhaus. Berlin 
Fraktion DIE LINKE im Abgeordnetenhaus. Berlin
Fraktion Bündnis 90/Die Grünen im Abgeordnetenhaus. Berlin 
Fraktion der CDU im Abgeordnetenhaus. Berlin 
Fraktion der FDP im Abgeordnetenhaus. Berlin 
Fraktion DIE LINKE in der BVV Lichtenberg 
SPD-Fraktion in der BVV Lichtenberg 
Fraktion der CDU in der BVV Lichtenberg 
Fraktion Bündnis 90/Die Grünen in der BVV Lichtenberg 

Berlin, 14. 06. 2011 


Offener Brief:

Soll ein würdiger Gedenk-, Lern-und Forschungsort an und zu „Asozialen“ weiter verhindert werden? Setzen Sie sich gegen das Vergessen und Verschweigen ein! 


Sehr geehrte Abgeordnete des Bundestages sowie des Berliner Abgeordnetenhauses, Sehr geehrte Bezirksverordnete des Bezirkes Lichtenberg,

Am gestrigen 13. Juni vor 73 Jahren fand die„Aktion Arbeitsscheu Reich“statt, die einen weiteren Beitrag zur Radikalisierung der„Erhaltung und Reinigung des deutschen Volkskörpers“leisten sollte und einen Wendepunkt im Umgang mit den„Gemeinschaftsfremden“einleitete.

„Massiv griff zunächst einmal die Gestapo, dann nachhaltig die Kriminalpolizei ein, letztere im Rahmen der'vorbeugenden Verbrechensbekämpfung'.
Etwa zehntausend männliche„Asoziale“wurden im Sommer 1938 binnen weniger Wochen in die Konzentrationslager verschleppt. …

Bereits wenige Wochen nach den Massenverhaftungen vom Sommer 1938 war die Verhängung von Vorbeugungshaft gegen „Asoziale“ in das normale, routinemäßige Verwaltungshandeln vieler Kommunen integriert. Wohlfahrtsämter drängten die Polizeibehörden geradezu zur Verhaftung von „Asozialen“1.
Begleitet war dieser Prozess von Gesetzesverschärfungen, -änderungen bzw. Neufassungen sowie wechselnden Zuständigkeiten und Deportationen in Konzentrationslager bzw. andere sogenannte Anstalten.

Die „Aktion Arbeitsscheu Reich“ steht somit symptomatisch für die Legalisierung und verstärkte Radikalisierung einer Politik der Ausgrenzung von sogenannten sozialen Randgruppen durch Stigmatisierung und Kriminalisierung. Betroffene waren zum Beispiel Obdachlose, Bettler_innen, Prostituierte, Homosexuelle, Sinti und Roma, die u. a. als „Unangepasste“, „Unwerte“ bzw. Wolfgang Ayaß, „Gemeinschaftsfremde“, Materialien aus dem Bundesarchiv, Koblenz 1998, Einleitung „Minderwertige“, „Unnütze“, „Arbeitsunwillige“ oder „Volks-bzw. Gemeinschaftsfremde“ gebrandmarkt wurden.

Unter den Nazis bedeutete dies für Zehntausende der als „Asoziale“ stigmatisierten Menschen Verfolgung, Sterilisation, Ingewahrsamnahme bis hin zur Zwangsarbeit und Ermordung in Konzentrationslagern.
Die Nichtanerkennung als Opfer des Nazi-Regimes sowie die bis heute fehlende Rehabilitierung und Entschädigung aber auch die Nichtaufarbeitung dieses Unrechts stellt für uns eine nachträgliche Erniedrigung der Betroffenen dar. Zu dem wird so in skandalöser Art und Weise eine nachträgliche Legitimierung der Verfolgung und Ermordung sogenannter Asozialer suggeriert.

Das Areal der ehemaligen Rummelsburger Arbeitshäuser steht symptomatisch für eine ganze Reihe authentischer Orte von Naziverbrechen, an denen die Erinnerung in den letzten Jahren durch Privatisierung und Kommerzialisierung entsorgt wurde. Nicht nur die frischen Fassaden täuschen über ihre Geschichte hinweg. Während z.B. das "ANDERE HAUS VIII" an der Rummelsburger Bucht aus der Nutzung des Areals als Gefängnis in der DDR-Zeit Kapital zu schlagen versucht, erinnert nichts an den Naziterror an diesem Ort. So z.B. auch nicht: an die sowjetischen Zwangsarbeiter_innen. Mädchen und jungen Frauen die nachts eingepfercht und tagsüber in die anliegenden Fabriken der IG Farben oder nach Oberschöneweide getrieben wurden.

Dieses Parallelgedenken stellt einen Versuch dar, die Singularität der Verbrechen des Naziregimes zu leugnen, zu relativieren und zu bagatellisieren Eine Gleichsetzung des Naziregimes mit der DDR lehnen wir aber an jedem Ort und zu jeder Zeit ab! Sowohl Völkermord als auch der Vernichtungskrieg der Nazis waren ein einmaliger Zivilisationsbruch, und jeder Versuch der Relativierung und Verharmlosung ist ein geschichtsrevisionistischer Vorstoß, dem wir uns entgegenstellen.

Sonst übertönt das Schweigen über Unrecht und Mord der Nazis auch weiterhin das Schreien der Gefolterten im „Raum der Stille“ des etwas anderen Hauses VIII. (s. Anhang, Historiker Thomas Irmer zu den Arbeitshäusern)
Ihrem Raum der Stille, des Verschweigens und Vergessens wollen wir unser vernehmliches Gedenken entgegensetzen und fordern gerade an diesem authentischen Ort darüber hinaus eine Erinnerungs-und Lernstätte zu Kontinuitäten und Brüchen sozialer Ausgrenzung mit Schwerpunkt zur "Verfolgung und Ermordung sogenannter Asozialer durch das Nazi-Regime“.
In Form eines Dokumentations-, Studien-und Forschungszentrum sowie einer Begegnungsstätte wäre dies möglich. Bitte unterstützen Sie uns dabei!

„Danksagung“ oder „Wem nutzt die Verhinderung des Gedenkens und der Aufarbeitung?“ 

Wir wollen heute alljenen unseren „Dank“ aussprechen, die so unermüdlich die Anerkennung der als „Asoziale“ durch die Nazis Verfolgten und Ermordeten als „spezifische“ Opfer des Nazi-Regimes blockiert, eine Aufarbeitung als Unrecht und somit eine Rehabilitierung und Entschädigung verhindert haben bzw. noch verhindern. Immerhin ist es u.a. auch dadurch gelungen systemisch bedingte Ausgrenzungsmechanismen beizubehalten bzw. zu modifizieren ohne, dass die kapitalistische Verwertungslogik in Frage gestellt oder Rassismus in der Mitte der Gesellschaft thematisiert werden musste.

Und wer keinen ökonomischen Wert (Mehrwert) für die „weiße Mehrheitsgesellschaft“ darstellt, hat sowieso weder eine Lobby noch viel Solidarität zu erwarten. Die Beibehaltung des Stigmas „asozial“ bzw. synonym dazu die Zuschreibung als „unwert“, „unnütz“ „minderwertig“ und „gemeinschaftsfremd“ oder heute verstärkt als „integrationsunwillig“ bzw., „Integrationsunfähig“ fördert außerdem die Selbststigmatisierung und Entsolidarisierung der Betroffenen auch untereinander. Ein geschlossener Widerstand ist also größtenteils auch hier nicht zu erwarten. Schließlich will verständlicherweise ja niemand dazu gehören oder als Letzter das Licht ausmachen.

Sollte da, wo bereits vorhandenes Unrecht den Nährboden für Naziverbrechen vorbereitete, der Zusatz „spezifische“ vor Nazi-Verbrechen deren Anerkennung als Opfer sowie eine Rehabilitierung und Entschädigung unmöglich machen? Und … Veränderungen in der Gesetzgebung des Nazi-Regimes sowie eine damit einhergehende Radikalisierung der Politik bis hin zur Ermordung so genannter Asozialer bewusst ignoriert werden?

Aus dieser Perspektive erscheint es ja möglich und scheinbar notwenig, auch weiterhin einen Gedenk-, Lern-und Forschungsort sowie eine Rehabilitierung und Entschädigung zu verhindern, um das Unrecht nicht als solches in der Öffentlichkeit zu enttarnen sowie mögliche Rückschlüsse auf Kontinuitäten und Brüche nicht zuzulassen.
Immerhin haben damals sowohl Kommunen wie auch Wohlfahrtsverbände etc. ebenfalls von den Gesetzen und Verordnungen sowie dem geringen Entgelt für die geleistete Zwangsarbeit durch Arbeitshausinsass_innen profitiert und daran entscheidend mitgewirkt. Nun sollte man zwar nicht behaupten, dass wir uns auf dem Weg zurück in die braune Vergangenheit befinden -und damit die Verbrechen der Nazis verharmlosen. Das ganz sicher nicht. Aber auch der Möglichkeit, Kontinuitäten sozialer bzw. rassistisch motivierter Ausgrenzung aufzuzeigen bzw. zu analysieren, soll wohl scheinbar rechtzeitig der Boden entzogen und das Stigma „asozial“ historisch entkontextualisiert werden.

Sehr geehrte Damen und Herren,
Die Zeit ist günstig! In kaum einer Krise seit 1945 ist es Teilen der Politik, Gesellschaft und Medien erfolgreicher gelungen, die Ursachen gesellschaftlicher Fehlentwicklungen auf die Betroffenen selbst abzulenken sowie soziale Probleme zu individualisieren und Rassismus geschickt kultur-religiös oder ethnisch zu ummanteln bzw. zu verschleiern. Feindbilder scheinen wieder mehrheitsfähig, Sanktionen und Zwangsmaßnahmen öffentlich legitimierbar. Es ist wieder möglich geworden, die Zuschreibung von negativen Eigenschaften auf ganze Teile von Bevölkerungsgruppen vorzunehmen, ohne dass mit ernsthaften Konsequenzen zu rechnen ist. Endlich können wir aussprechen, was wir schon lange wussten.

Das verdanken wir denjenigen, die u.a. Thilo Sarrazin so geschickt in Stellung gebracht und des „deutschen Volkes Meinungsfreiheit“ wiederhergestellt haben. Unter diesem Deckmantel lässt sich Rassismus gut verstecken oder gar den Kritiker_innen in die Schuhe schieben. Sarrazin dabei als Opfer einer schon Jahrzehnte lang währenden „Meinungsdiktatur“ zu inszenieren und seine Kritiker_innen als -wie im rechten Sprachgebrauch üblich -„Gutmenschen“ zu diskreditieren, war nicht nur ein cleverer Schachzug, sondern bot vielen auch die Möglichkeit, sich zu solidarisieren und ihren eigenen Vorurteilen und Ängsten zu frönen.

Auch die „Integrationsdebatte“ hat einmal mehr deutlich gemacht, wer sich hier wem unterzuordnen hat, um Deutschland vor dem Untergang durch „Geburtenrückgang und gleichzeitige „Überfremdung durch Migration und Zuwanderung“ zu bewahren. Gut, dabei zu wissen, dass dem Glücksversprechen „Integration“ nicht gleich die Zugehörigkeit zu uns „Deutschen“ folgen wird. Sonst würde sich Deutschland womöglich doch noch abschaffen, dann aber durch erfolgreiche „Integration“ von „Nützlichen“ und „Angepassten“. Das dabei allein das Versprechen für Ausgegrenzte ausreicht, um sich gegenüber anderen Ausgegrenzten zu entsolidarisieren, ist dabei ein scheinbar glücklicher Umstand des Prinzips „Teile und Herrsche“. Zu groß ist offensichtlich die Verlockung auf die Aussicht, dazugehören zu dürfen.

Dies nutzen verstärkt in jüngster Zeit insbesondere Rechtspopulist_innen und Rassist_innen nicht nur neuer menschenfeindlicher Kleinstparteien, sondern auch aus den etablierten Parteien. Getroffen wird sich unter dem Deckmantel von „Islamkritik“, der Abwehr einer „Islamisierung“ sowie der „Überfremdung“ durch Zuwanderung und „unnütze Flüchtlinge“ in unsere Sozialsysteme. Als hilfreich erweisen sich dabei aber auch die Konstruktion eines „Kampfes der Kulturen“, einer Bedrohung des christlichen Abendlandes oder das Wiederauflebenlassen des Diskurses um eine angebliche deutsche Leitkultur, geschmückt mit sogenannten christlichen Werten.

Die Konstruktion von „Sozialschmarotzer_innen“ und „Sozialhilfebetrüger_innen“ mal mit und mal ohne Bezug auf die Herkunft und/ oder Religion hat dagegen schon länger eine unrühmliche Tradition. Und das auch nicht erst seit Sarrazins rassistischen Ausfällen mit Versatzstücken aus der Rassenhygiene und Eugenik der Nazis, die durch seinen mehrmaligen Nichtausschluss aus der SPD eine nachträgliche öffentliche Legitimation erhielten.

Es ist nicht notwendig, Äußerungen von heutigen Vertreter_innen aus Politik, Medien oder Gesellschaft oder von Thilo Sarrazin unter der Berücksichtigung jeweils herrschender gesellschaftspolitisch veränderter Rahmenbedingungen und Entwicklungen mit denen u.a. des NS-Reichsinnenministers Frick von 1933 zu vergleichen (s. Anlage). Kontinuitäten dürften Ihnen auch so auffallen. Die Bedrohungskulisse zur Polarisierung der Gesellschaft und zum Schüren von Ängsten vor der Abschaffung des „deutschen Volkes“ im Allgemeinen, die Konstruktion der Notwendigkeit eines „Wir Nützlichen“ gegen die „Anderen Unnützen“ und die Gefahr eines sozialen Abstieg des Einzelnen im Speziellen ähneln sich nicht zufällig.

Wohin dies führt, bleibt ebenso offen wie die Frage, ob sich Geschichte wiederholen kann. Nicht offen dagegen ist für uns die Tatsache, dass die Ursachen sozialer Probleme niemals durch eine „Law and Order“-Politik, einen ständig ausgebauten Sicherheits-und Überwachungsstaat, verbunden mit den fortgesetzten und sich verschärfenden Einschränkungen von Bürger_innenrechten durch Sanktions-und Zwangsmaßnahmen, behoben werden können. Dies dient lediglich der Verschleierung der Ursachen und der Tarnung der Profiteur_innen, die die bestehenden Macht-und Herrschaftsverhältnisse mit der der weiteren Profitmaximierung von einigen Wenigen sichern wollen. Reichtum benötigt immer Armut und die kapitalistische Verwertungslogik immer Ausgrenzung und Sündenböcke. Dies lehrt uns die Geschichte aber auch die Ergebnisse der sich verschärfenden Verteilungskämpfe.

Auch deshalb bitten wir Sie, die Forderung nach der längst überfälligen Anerkennung der Verfolgung und Ermordung sogenannter Asozialer als Verbrechen des Naziregimes sowie nach Rehabilitierung und Entschädigung der Opfer zu unterstützen. Viele der Überlebenden sind schon gestorben. Geben sie ihnen nachträglich sowie den noch Lebenden jetzt ihre Würde und ihr Gesicht zurück! Darüber hinaus kann nur ein würdiger Gedenk-, Lern-und Forschungsort die Aufarbeitung der Geschichte sozialer Ausgrenzung bis heute leisten und das Schicksal der Opfer umfassend aufarbeiten. Auf authentische Orte der Nazi-Verbrechen kann dabei nicht verzichtet werden, und die Rummelsburger Arbeitshäuser bieten sich dafür an. Deshalb muss eine Privatisierung der restlichen zwei noch nicht verkauften Teile der Arbeitshäuser so lange gestoppt werden, bis eine Einigung dazu erzielt sowie alle nachvollziehbaren Spuren der Verbrechen gesichert wurden. Der Arbeitskreis „Marginalisierte ­gestern und heute“ wird sich mit aller zur Verfügung stehenden Kraft für diesen Ort einsetzen.

Es wird Zeit, dass auch die Bundesregierung und der Berliner Senat selbstständig ihre historische Verantwortung erkennen und ihr gerecht werden! Wir begrüßen das bisherige Engagement der BVV in Lichtenberg für eine Gedenktafel. Darüber hinaus wird das Bezirksamt Berlin-Lichtenberg ersucht, über eine Gedenktafel hinaus, die der differenzierten und wechselhaften Geschichte dieses Ortes nicht umfassend gerecht werden kann, alle Bemühungen für eine Gedenk-, Lern-und Forschungsort auf dem Gelände der Rummelsburger Arbeitshäuser zu unterstützen und die Privatisierung zu stoppen.

Sehr geehrte Abgeordnete des Bundestages sowie des Berliner Abgeordnetenhauses, Sehr geehrte Bezirksverordnete des Bezirkes Lichtenberg, Sehr geehrte Leser_innen dieses Offenen Briefes,
es bleibt uns nicht mehr viel Zeit, bis die letzten Erinnerungen an die Verbrechen an den sogenannten Asozialen ökonomisch verwertet und aus der Geschichte von Nazi-Verbrechen getilgt sind.

Bisher gibt es keinerlei Gedenkzeichen in ganz Deutschland und kaum Bemühungen aus der Politik zur Aufarbeitung dieses Unrechts. Der Arbeitskreis „Marginalisierte -gestern und heute“ wird deshalb am 22. Juni, einen Tag vor der nächsten Lichtenberger BVV-Sitzung, eine thematische „antifaschistische Open-End-Filmnacht“ ab 20.00 Uhr auf dem zum Verkauf stehenden ehemaligen Friedhof der Rummelsburger Arbeitshäuser durchführen. Am darauf folgenden Tag werden wir versuchen, unser Anliegen in der Einwohner_innenfragestunde der BVV-Sitzung vorzutragen.

Wir bitten Sie daher, unser Anliegen, die Anerkennung als Opfer des Nazi-Regimes, ihre Rehabilitierung und Entschädigung sowie die Schaffung eines würdigen Gedenk-, Lern-und Forschungsortes mit Ihrer Unterschrift zu unterstützen und gleichzeitig Gesicht gegen Rassismus und soziale Ausgrenzung zu zeigen. Ihre Unterschrift senden Sie bitte bis zum 22. Juni 2011 an marginalisierte@yahoo.de

Niemand ist „asozial“!
Mit freundlichen Grüßen AK „Marginalisierte-gestern und heute“ c/o Dirk Stegemann

Historisches: 
I. Gesetze/Dienstvorschriften
Reichsinnenminister Dr. Wilhelm Frick betonte in seiner Rede am 28. Juni 1933 auf der ersten Sitzung des Sachverständigenbeirats für Bevölkerungs-und Rassenpolitik in Berlin2:
„Nach den Berechnungen des Statistischen Reichsamtes ist das deutsche Volk bei seiner heutigen Geburtenziffer nicht mehr imstande, sich aus eigener Kraft zu erhalten, … . Unser Volk geht unweigerlich einer starken Überalterung und Vergreisung entgegen. … Es kommt hinzu, dass gerade oft schwachsinnige und minderwertige Personen eine überdurchschnittlich große Fortpflanzung aufweisen. … Das bedeutet aber, dass die begabtere wertvolle Schicht von Generation zu Generation abnimmt und in wenigen Generationen nahezu völlig ausgestorben sein wird, damit aber auch Leistung und deutsche Kultur. … trotz der vorhandenen Arbeitslosigkeit die Gefahr der Zuwanderung von Fremdstämmigen im Osten besteht. … In Berlin allein sind im Jahre 1930 etwa 4000 Zugewanderte aus dem Osten eingebürgert, von denen die meisten fremdstämmig, zum großen Teil Ostjuden waren. Neben der bedrohlich zunehmenden erbbiologischen Minderwertigkeit müssen wir in gleichem Maße die fortschreitende Rassenmischung und Rassenentartung unseres Volkes mit Sorge verfolgen …, wir müssen es als eine Verletzung der christlichen und sozialen Nächstenliebe ansehen, wenn wir trotz der gewonnenen Erkenntnisse es weiter zulassen, dass Erbkranke einen Nachwuchs hervorbringen, der unendliches Leid für sie selbst und die Angehörigen in dieser und den kommenden Generationen bedeutet. … Ausmerze und Auslese … .“

Fünf Jahre später hieß es in einer Dienstvorschrift des Berliner Oberbürgermeisters Dr. Julius Lippert an die Bezirksbürgermeister (Berlin, 29. März 1938)3:
㤠8 Allgemeine Rechtsgrundlage
Solange ein Bewahrungsgesetz nicht erlassen ist, sind alle Handhaben der geltenden Gesetze, die zur Verwirklichung der Bewahrungsaufgabe dienen können, rechtsschöpferisch anzuwenden. Zu diesem Zweck ist mit allen in Betracht kommenden Stellen, insbesondere mit dem Polizei-und Justizbehörden, zielbewusst und eng zusammenzuarbeiten. …

§ 13 Polizeiliche Bewahrung
Asoziale können nach § 14 des preußischen Polizeiverwaltungsgesetzes mit Zustimmung der Polizei zwangsweise bewahrt werden, wenn nicht ihre gesicherte Unterbringung in polizeilichen Einrichtungen oder anderen Anstalten erforderlich ist.

§ 14 Strafrechtliche Bewahrung
Asoziale, die sich durch Landstreichen, gewerbs-oder gewohnheitsmäßiges Betteln, Trunk, Spiel, Müßiggang, Unzucht, Arbeitsscheu oder Obdachlosigkeit nach § 361 Ziffer 3 bis 8 StGB strafbar machen, sind bei der Polizei oder bei der Amtanwaltschaft anzuzeigen. In der Anzeige ist die Anordnung der Arbeitshausunterbringung nach § 42 d StGB anzuregen und aufgrund der für die Asozialenmeldung nach § 2 ermittelten Umstände zu begründen.

§ 15 Bewahrungsvollzug
Die Bewahrung wird im Städtischen Arbeits-und Bewahrungshaus Berlin-Rummelsburg, Hauptstraße 8, und seinen Zweigabteilungen sowie in den vom Landeswohlfahrts-und Jugendamt zugelassenen Bewahrungseinrichtungen der öffentlichen und freien Wohlfahrtspflege vollzogen, die Wolfgang Ayaß, „Gemeinschaftsfremde“, Materialien aus dem Bundesarchiv, Koblenz 1998, S. 6 ff. 3 Wolfgang Ayaß, „Gemeinschaftsfremde“, Materialien aus dem Bundesarchiv, Koblenz 1998, S. 120 ff. zwangsweise Bewahrung nach §§ 11, 12, 13, 14 Absatz 1 und 2 ausschließlich im Städtischen Arbeits­und Bewahrungshaus und seinen Zweigabteilungen. … Nach der Entlassung ist mindestens für die Dauer eines Jahres die vorbeugende Überwachung nach § 6 auszuüben. Soweit die Bewahrung im Städtischen Arbeits-und Bewahrungshaus oder einer seiner Zweiganstalten erfolgt. Sind die Unterstützungsvorgänge an den Bezirksbürgermeister des Verwaltungsbezirks Lichtenberg … abzugeben, der die Sachbearbeitung übernimmt.“
Weitere knapp drei Jahre danach finden sich im Erlass des Berliner Oberbürgermeisters Ludwig Steeg an die Bezirksbürgermeister (Berlin, 13. Januar 1941) die „Regelung der Bewahrung „Asozialer“ in Berlin unter Einbeziehung der Einweisung in Konzentrationslager und Jugendschutzlager“4 sowie die Zuständigkeiten von Bezirksbürgermeistern, Wohlfahrtsämter und der Kriminalpolizei.
II. Der Historiker Thomas Irmer betonte in seiner Rede am Gedenktag für die Opfer der „Aktion Arbeitsscheu Reich“ am 13. Juni 2010 zu den Arbeitshäusern Rummelsburg sinngemäß:
Die Nationalsozialisten konnten zwar auf einen bestehenden Diskurs der Ausgrenzung zurückgreifen, dieser wurde aber unvergleichlich radikalisiert und im weiteren Verlauf auch spezifisch rassistisch aufgeladen. Neu war in der Zeit des Nazi-Regimes, in welchem Umfang und Radikalität die Nazis unmittelbar nach der Machtübernahme gegen Menschen vorgingen, die nicht „integriert“ waren, nicht „integriert“ werden sollten oder sich nicht „integrieren“ wollten. Neu war auch, das Anfang 1934 die gesetzlichen Bestimmungen, die zu einer Einweisung in Arbeitshäuser führen konnten, grundlegend geändert wurden: Seit dem 1. Januar 1934 konnten Gerichte und nicht mehr die Landespolizeibehörden, eine Einweisung in Arbeitshäuser anordnen, und zwar auf unbestimmte Zeit. In der Folgezeit stieg die Zahl der Insassen in den Arbeitshäusern umfangreich an. In Rummelsburg stieg die Zahl der Insassen von Mitte 1934 bis Mitte 135 von 932 auf 1.191 Personen an. Ende 1939 waren hier bis zu 2.000 Menschen inhaftiert. 1937 war in anderer Hinsicht ein entscheidendes Jahr in der Geschichte des Arbeitshauses während der NS-Zeit: So wurden in dem Jahr auch alle jüdischen Insassen von den anderen isoliert. Außerdem wurden Sonderabteilungen für Homosexuelle und sogenannte ‚psychisch Abwegige’ eingerichtet.
Rummelsburg wurde dann in den Folgejahren immer mehr zu einer Verwahranstalt für ältere Obdachlose, Bettler und Prostituierte. Von den nachweisbar über 1.000 Insassen, die zwischen 1933 und 1945 hier in Rummelsburg starben und anschließend auf dem damaligen städtischen Armenfriedhof in Marzahn bestattet wurden, war die Mehrzahl über 50 Jahre alt. Bisher gibt es keine Erkenntnisse darüber, ob bzw. welchen Zusammenhang es zwischen ihrem Tod und den Lebensbedingungen hier in Rummelsburg gab. Bekannt ist aber, dass viele von ihnen zeitweise im Fadenkreuz von Gutachtern des NS-Euthanasieprogramms standen: Anfang 1942 wählte eine Gutachter-Kommission mehr als dreihundert Rummelsburger Insassen nach Aktenlage zur Tötung aus, bei weiteren 700 sprach sich mindestens ein Gutachter ebenfalls für deren Tötung aus. Diese Pläne wurden jedoch nicht vollstreckt.
Während des Krieges war der „Alltag“ der Insassen von Rummelsburg zunehmend durch Zwangsarbeit bestimmt. Sie wurden in innerbetrieblichen Werkstätten wie z.B. in einer Großwäscherei oder in 20 sogenannten Stadtkommandos außerhalb des Arbeitshauses u.a. zur Straßenreinigung oder auf den Rieselfeldern eingesetzt. Hervorzuheben ist hier, dass kommunale Arbeitgeber hier ein großer Nutznießer der Zwangsarbeit der Insassen des Arbeitshauses Rummelsburg waren.
4 Wolfgang Ayaß, „Gemeinschaftsfremde“, Materialien aus dem Bundesarchiv, Koblenz 1998, S. 111



VON: DIRK STEGEMANN

Quelle: Antifaschismus  14.06.2010
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Unübersehbare Schieflage

1. Juni 2011 , Geschrieben von Parents Veröffentlicht in #Antidiskriminierung

Unübersehbare Schieflage

Trollmann


In Hannover erinnern die Künstlergruppe BEWEGUNG NURR und Florian Göpfert mit einem temporären Denkmal an den sinto-deutschen Boxer Johann Trollmann. Ein Projekt, das seine politische Wirkung im öffentlichen Raum entfaltet. 


Von Elisabeth Gregull


Wer in diesen Tagen auf den Ballhofplatz in der Altstadt von Hannover kommt, dem bietet sich ein ungewöhnlicher Anblick. Ein begehbarer Boxring in originaler Größe, doch mit einer Besonderheit: der Boden fällt über eine Ringecke schräg ab. Wer den Ring betritt, spürt schnell, dass es nicht möglich ist, Halt zu finden – vor allem, wenn man gegen einen Gegner kämpfen muss. 

„9841“ – ein temporäres Denkmal für Johann Trollmann


Hannover war die Heimatstadt des sinto-deutschen Boxers Johann „Rukeli“ Trollmann. Hier in den engen Straßen der Altstadt lebte er mit seiner Familie. Mit acht Jahren begann er zu boxen, wurde später Hannoverscher und Norddeutscher Meister und am 9. Juni 1933 Deutscher Boxmeister im Halbschwergewicht. Doch der Titel wurde ihm eine Woche nach dem Sieg unter fadenscheinigen Gründen aberkannt – denn in der Ideologie der Nazis durfte es nicht sein, dass ein „Zigeuner“ den „arischen“ Boxern überlegen war. Trollmann wurde schrittweise entrechtet und seiner Existenzgrundlage beraubt. 1942 inhaftierten ihn die Nazis mit der Häftlingsnummer 9841 im KZ Neuengamme und ermordeten ihn 1944 im Außenlager Wittenberge.

Eine Initiative, die Kreise zieht 

Alekos Hofstetter von der BEWEGUNG NURR erzählt, wie es zu der Idee kam: „Abgesehen davon, dass wir Boxsportenthusiasten sind, kommt die BEWEGUNG NURR aus Dresden. Dort haben wir uns jahrelang zwangsweise mit rechter Gewalt auseinandersetzen müssen. Wir glauben, dass die Biographie von Johann Trollmann einen heute noch sehr bewegt. Deswegen haben wir diese Skulptur konzipiert.“

2010 Jahr war das temporäre Denkmal „9841“ rund einen Monat im Viktoriapark in Berlin-Kreuzberg zu sehen. In der nahegelegenen Bockbier-Brauerei hatte Trollmann im Juni 1933 seinen Titel erkämpft. Das pädagogische Begleitprogramm mit verschiedenen Workshops stieß auf großes Interesse. „Auch gerade bei Kindern, Jugendlichen ist es so: Keiner hat es geschafft da vorbeizugehen, ohne den Ring zu betreten. Weil direkt gegenüber eine Tafel war mit den entsprechenden Informationen, ließ sich auch direkt der Bezug herstellen.“

Damals haben der Hauptstadtkulturfonds, die Amadeu Antonio Stiftung und der Bezirk Friedrichshain-Kreuzberg das Projekt gefördert. Inzwischen hat „9841“ zu einer weiteren Erinnerungsmarke geführt: Die Turnhalle in der Kreuzberger Bergmannstraße wurde in „Johann Trollmann Boxcamp“ umbenannt. Dort hängt auch eine Erinnerungstafel mit seiner Lebensgeschichte – viele Menschen bleiben hier stehen und lesen sich den Text durch. So hat ein zeitlich begrenztes Projekt zu einer langfristigen Wirkung im öffentlichen Raum geführt. „Was für Berlin eine atemberaubende Geschwindigkeit ist, dass es in weniger als einem dreiviertel Jahr mit Hilfe des Stadtrates Stöß dazu gekommen ist“, findet Alekos Hofstetter.

Von Berlin nach Hannover 

Den Transfer nach Hannover verdanke man dem Engagement von Manuel Trollmann, dem Großneffen Johann Trollmanns: „Der hat sich sehr stark dafür gemacht. Die Stadtverwaltung hatte dann eine Delegation nach Berlin entsandt, um das Denkmal zu besichtigen. Und infolgedessen ist das dann langsam ins Rollen geraten“, erzählt Alekos Hofstetter. Manuel Trollmann konnte die Landeshauptstadt Hannover als Mitveranstalter gewinnen.

Als 2004 eine kleine Stichstraße offiziell in Johann-Trollmann-Weg umbenannt wurde, riefen Nachbarn aus dem Fenster „Scheiß Zigeuner“. Diskriminierung ist nach wie vor eine Alltagserfahrung der Sinti und Roma, das war auch in der Nachkriegszeit nicht anders. Die Opfer der NS-Zeit wurden vergessen und totgeschwiegen. Erst 2003, also nach 70 Jahren, wurde Johann Trollmann der Titel als Deutscher Meister offiziell wieder zuerkannt. Der Verband hielt es nicht einmal für nötig, einen Meistergürtel anzufertigen – die Familie erhielt lediglich ein einfaches Schreiben.

Späte Würdigung


Am 12. Mai 2011 wurde das temporäre Denkmal in Hannover offiziell eingeweiht – rassistische Ausfälle wie bei der Einweihung des Stichwegs gab es nicht. Für die Familienangehörigen von Johann Trollmann war das Ereignis sehr bewegend. Diese späte Würdigung konnte glücklicherweise die Tochter von Johann Trollmann, Rita, miterleben. Und über einen Monat steht „9841“ nun unübersehbar auf dem Ballhofplatz – wird Nachbarn, Passanten und Touristen an Johann Trollmann erinnern.

Aboli Lion ist im Projektteam für die Pressearbeit zuständig und erzählt von einer interessanten Begebenheit. Das Team saß vor der Einweihung in einem Café, als vom Nachbartisch ein Mann herüberkam und sie ansprach. „Er war über 60 Kilometer gefahren, weil er dieses Projekt so spannend fand und es gern auch in seinen Wohnort holen wollte“. Das sei aber nicht der künstlerische Ansatz – dass das Denkmal 120 Mal touren soll, meint Aboli Lion. „Die Künstlergruppe sagt, dass man aus einem Bewusstsein heraus den Ort auswählt. Das Denkmal soll sich nicht in der Quantität der Orte verlieren.“

Ein bleibendes Denkmal?


„9841“ hat Diskussionen angestoßen und die Auseinandersetzung wird sich fortsetzen. Das pädagogische Begleitprogramm organisieren diesmal das „Netzwerk Erinnerung und Zukunft“ und der Niedersächsische Verband Deutscher Sinti. Kooperationspartner und Förderer sind etwa die „Stiftung Erinnerung, Verantwortung und Zukunft“, die „Stiftung Gedenken und Frieden“, das Schauspiel Hannover und die Amadeu Antonio Stiftung.

Manuel Trollmann forderte bei der Einweihung für Hannover, dass eine Schule oder Sportstätte nach seinem Großonkel benannt wird. Ob das temporäre Denkmal wie in Berlin dazu beitragen kann, dauerhaft und öffentlich unübersehbar an die Entrechtung und Ermordung von Johann Trollmann zu erinnern, bleibt abzuwarten.

Das Denkmal war ursprünglich anders geplant, erklärt Alekos Hofstetter: „Wir haben das als temporäres Denkmal konzipiert, nicht weil wir die Beweglichkeit so großartig finden. Im Ursprung ist es aus der Not geboren, weil es keine Finanzierung für ein Denkmal gab. Wir fänden es am glücklichsten, wenn die Skulptur auch an einem Ort verbleibt. Eigentlich müsste das dann auch der Ballhofplatz sein. Das ist ein Bekenntnis zur eigenen Geschichte und der Verantwortung, die daraus resultiert.“

Das temporäre Denkmal ist noch bis zum 24. Juni in Hannover zu sehen. Nähere Informationen über das Projekt unterwww.trollmann.info - nähere Informationen über das Begleitprogramm unter www.erinnernundzukunft.de 

Foto: 9841 - Temporäres Denkmal für Johann "Rukeli" Trollmann, BEWEGUNG NURR & Florian Göpfert auf dem Hannoveraner Ballhofplatz, 2011. Manuel Trollmann und Rita Vowe (im Ring), v.l.n.r.: Aboli Lion, Gunda Isik, Christian Steuer, Isabelle Kappich, Erika Trollmann, Lothar Haberberg, Alekos Hofstetter, Florian GöpfertVon Christine Weber, c

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Elisabeth Gregull ist Fachjournalistin (DFJS) und arbeitet schwerpunktmäßig zu den Themen Diversity, Antidiskriminierung und Migration. Sie hat über zehn Jahre für Stiftungen und Organisationen gearbeitet, die sich für Demokratie und einen produktiven Umgang mit Vielfalt einsetzen.

„Es bewirkt viel“ - Aktion Zivilcourage Pirna

30.05.2011
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„Diese Ergebnisse kann man nicht ignorieren“

27. Mai 2011 , Geschrieben von Parents Veröffentlicht in #Antidiskriminierung

 

Foto: Stefan-Xp via wikipedia, cc

„Diese Ergebnisse kann man nicht ignorieren“


Diskriminierung an Schulen und bei Behörden, erschreckende Bildungssituation. Die von der Amadeu Antonio Stiftung mitgeförderte Studie zur aktuellen Bildungssituation von Sinti und Roma zeigt, welche fatalen Auswirkungen Diskriminierung hat.


„Die Studie zeigt, dass das allgemeine Menschen- und Bürgerrecht auf Bildung nicht im vollen Umfang für deutsche Sinti und Roma gilt“, sagt Daniel Strauß, Geschäftsführer von RomnoKher und Herausgeber der Studie „Studie zur aktuellen Bildungssituation deutscher Sinti und Roma“. RomnoKher ist gGmbH ist eine Dachorganisation vom Landesverband Deutscher Sinti und Roma in Baden-Württemberg, der Gesellschaft für Antiziganismusforschung e.V. und der Freudenbergstiftung.

Die Studie hat erschreckende Ergebnisse. Sie zeigt, dass Sinti und Roma die Verfolgungs- und Vernichtungspolitik des Nationalsozialismus‘ bis in die heutigen Generationen traumatisch belastet. Umso empörender ist es, dass das Leiden von Sinti und Roma im Nationalsozialismus und die bis heute fortwirkende Diskriminierung wenig aufgearbeit bis völlig ignoriert wird. Beispielhaft dafür ist das Denkmal für die ermordeten Sinti und Roma, das in Berlin schon seit Jahrzehnten geplant wird. Bisher ist es noch immer eine Baustelle.

Diskriminierung in allen Lebenslagen

81,2 Prozent der in Deutschland lebenden Sinti und Roma haben Diskriminierungserfahrungen. Außerdem betont die Studie, wie erschreckend es ist, dass Antiziganismus an Schulen auch bei Lehrerinnen und Lehrern vorhanden ist. So kann das Lehrpersonal bei Beschimpfungen durch Mitschülerinnen und Mitschüler nicht nur nicht einschreiten, es erkennt nicht einmal die Problemlage beziehungsweise verstärkt sie sogar. Doch nicht nur in der Schule ist Diskriminierung von Sinti und Roma an der Tagesordnung. Fast 54 Prozent der von der Studie befragten Personen fühlen sich bei Behördengängen „eingeschüchtert“, „schlecht behandel bis diskriminiert“.

Bildungssituation


Lediglich 18,8 Prozent der Befragten haben eine berufliche Ausbildung absolviert und 13 Prozent besuchen überhaupt keine Schule – in der Mehrheitsbevölkerung sind es nach Schätzungen unter einem Prozent. Wohingegen in der Mehrheitsbevölkerung etwas unter 25 Prozent der Menschen ein Gymnasium besucht haben, sind es bei Sinti und Roma lediglich 2,3 Prozent. Das sind sechs Personen der 261 Befragten. „Ein gleichberechtigter Zugang zum Bildungswesen muss gewährleistet sein“, fordert Herausgeber Strauß. „Um gleiche Bildungschancen zu gewährleisten, soll Deutschland der Forderung der Europäischen Kommission nachkommen und eine nationale Roma-Integrationsstrategie vorlegen, die auch die nationale Minderheit deutscher Sinti und Roma aktiv einbezieht“, fordert auch Günter Saathoff, Vorstand der Stiftung „Erinnerung, Verantwortung und Zukunft“ (EVZ), die Hauptförderer der Studie ist. „Diese Ergebnisse kann man nicht ignorieren – es muss gehandelt werden“, sagt Anetta Kahane von der Amadeu Antonio Stiftung, die Mitförderer der Studie ist.

Am 26. Mai wird die Studie zur aktuellen Bildungssituation deutscher Sinti und Roma in der Stiftung EVZ (Lindenstr. 20–25, Berlin) vorgestellt. Beginn ist 18 Uhr. Das Programm der Veranstaltung finden Sie hier.

Von Nora Winter

Quelle: http://www.amadeu-antonio-stiftung.de

 

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Fremdenfeindlichkeit, Rassismus und Homophobi

5. Dezember 2010 , Geschrieben von Parents Veröffentlicht in #Antidiskriminierung

Yahoo Nachrichten   3.12.10

Berlin (dapd). Die Feindseligkeit gegenüber sozialen Minderheiten in Deutschland hat in höheren Einkommensgruppen offenbar deutlich zugenommen. Dies geht aus einer Studie des Instituts für interdisziplinäre Konflikt- und Gewaltforschung an der Universität Bielefeld hervor, die am Freitag in Berlin vorgestellt wurde. Demnach legen vermeintlich liberale Besserverdiener neuerdings ein ähnliches Niveau an Fremdenfeindlichkeit, Rassismus, Homophobie und anderen Negativeinstellungen an den Tag wie einkommenschwächere Schichten. Für die "Vereisung des sozialen Klimas" machen die Forscher primär die Folgen der Wirtschaftskrise verantwortlich. Diesen Artikel weiter lesen

"In der Krise haben viele Besserverdiener erstmals gemerkt, was finanzielle Einbußen bedeuten", sagte Studienleiter Wilhelm Heitmeyer. Dadurch seien mühsam erlernte soziale Normen und Werte in Vergessenheit geraten, der Sozialdarwinismus habe zugenommen. Das Gefühl der Bedrohung durch die Krise habe auch zu einer schleichenden "Radikalisierung der gesellschaftlichen Mitte" geführt. So habe sich die Islamfeindlichkeit im Vergleich zum Vorjahr in der politischen Mitte und links davon deutlich verstärkt, während sie unter Rechten sogar leicht gesunken sei.

Den Angaben zufolge stimmte insgesamt gut jeder vierte Befragte der Aussage zu, "Muslimen sollte die Zuwanderung nach Deutschland untersagt werden". Dies seien knapp fünf Prozentpunkte mehr als im Vorjahr. Auch antisemitischen Thesen sind demnach wieder stärker salonfähig geworden, Fremdenfeindlichkeit und Rassismus dagegen weitgehend stabil geblieben. Kontinuierlich abgenommen hätten in den letzten Jahren vor allem offen zur Schau getragener Sexismus sowie Ressentiments gegenüber Homosexuellen. Die Abwertung von Obdachlosen und Arbeitslosen sei entgegen dem Gesamttrend nur unter Besserverdienern mit mehr als 2.500 Euro Netto-Monatseinkommen steigend.

Die Langzeituntersuchung zur sogenannten Gruppenbezogenen Menschenfeindlichkeit in Deutschland läuft seit 2002 und geht jedes Jahr aufs Neue der Frage nach, wie Menschen unterschiedlicher sozialer, religiöser und ethnischer Herkunft von der Gesellschaftsmehrheit wahrgenommen und mit feindseligen Mentalitäten konfrontiert werden.

dapdlink

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