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kampf gegen nazis hannover

Neonazis provozieren mit Aktionen in Hannover

18. September 2011 , Geschrieben von Parents Veröffentlicht in #Kampf gegen Nazis Hannover

Verfassungsschutz warnt
Neonazis provozieren mit Aktionen in Hannover
Von Vivien-Marie Drews | 

Der Verfassungsschutz zeigt sich besorgt über zunehmende Aktivitäten der rechtsextremen Szene in Hannover. „Wir beobachten bereits seit dem vergangenen Jahr, dass sogenannte freie Kräfte vermehrt mit Aktionen auf sich aufmerksam machen“, sagte eine Sprecherin des niedersächsischen Verfassungsschutzes der HAZ.
Der Verfassungsschutz zeigt sich besorgt über zunehmende Aktivitäten der rechtsextremen Szene in Hannover.

Der Verfassungsschutz zeigt sich besorgt über zunehmende Aktivitäten der rechtsextremen Szene in Hannover.

© dpa (Symbolfoto)

Hannover. Besonders auffällig ist demnach die Gruppe „Besseres Hannover“. Deren Anhänger sind in den vergangenen Monaten wiederholt durch perfide Aktionen aufgefallen. So fuhren während des Maschseefestes drei Männer mit einem Boot auf den See hinaus und hielten dort ein Transparent mit ausländerfeindlicher Botschaft in die Höhe: „Zuwanderung ist Volkstod“ war darauf zu lesen. Mehrere Zeugen informierten die Polizei.

Als die Männer im Alter von 18 bis 22 Jahren am Westufer anlegten, nahmen Beamte sie vorläufig fest – und mussten sie kurz darauf wieder laufen lassen. Der Spruch erfüllte den Tatbestand der Volksverhetzung nicht. Nach Einschätzung der Ermittler bewegen sich die Mitglieder von „Besseres Hannover“ oft an der Grenze zum Gesetzesbruch, überschreiten sie aber nicht. DieVerfassungsschützer gehen davon aus, dass die Rechtsextremisten sich von Juristen beraten lassen. „Das kennen wir bereits aus der rechten Musikszene. Dort ist es üblich, überprüfen zu lassen, ob die Texte den Straftatbestand der Volksverhetzung erfüllen – oder eben gerade so eben nicht“, sagte die Sprecherin des Verfassungsschutzes.

Bisher hat die Staatsanwaltschaft stets passen müssen: Auf den Seiten desJugendmagazins „Bock“, das die Rechtsextremisten von „Besseres Hannover“ seit etwa einem Jahr vor Schulen verteilen, fand die Behörde keine Passage, die als volksverhetzend hätte eingestuft werden können. Die Texte handeln von der „bunten Bananenrepublik BRD“, es geht um das „neue, große, gerechte Deutschland“, das „es für uns alle noch zu erkämpfen gilt“. Inzwischen hat die Bundesprüfstelle für jugendgefährdende Medien entschieden, zumindest die zweite Ausgabe der Zeitschrift auf den Index zu setzen, weil der Inhalt zum „Rassenhass“ animiere. Das Heft darf nicht mehr verbreitet werden. Wer an den aufwendig gestalteten „Bock“-Ausgaben mitarbeitet und woher das Geld kommt, um den Druck zu finanzieren, ist nicht bekannt. Hinweise auf eine Unterstützung durch die rechtsextremistischen Partei NPD gibt es nicht.

Auch die bisher wohl abschreckendste Aktion der Rechtsextremisten von „Besseres Hannover“ brachte den Beteiligten keine weitreichenden Konsequenzen ein. Mit weißen Masken vor den Gesichtern und Fackeln in den Händen marschierten etwa 20 Neonazis in diesem Sommer durch Kleefeld. „Aufwachen! Die neue Nation erkämpfen“, war auf ihrem Transparent zu lesen. Verängstigte Anwohner riefen die Polizei, die fertigte eine Anzeige wegen Verstoßes gegen das Versammlungsgesetz.

Die Ermittlungen dauern an. Insgesamt rechnet der Verfassungsschutz der Gruppe „Besseres Hannover“ etwa 20 bis 30 Personen zu. Aufmerksamkeit gewinnen – das ist nach Auffassung der Behörde das oberste Ziel der Rechtsextremisten. Das scheint zu funktionieren. Ein im Internet veröffentlichtes Video, das den Fackelaufmarsch in Kleefeld zeigt, wurde bisher fast 9000-Mal geklickt.

Quelle: HAZ 15.09.2011

 

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NPD plant Demo am Tag des „Rock-gegen-rechts“-Konzerts

6. Juli 2011 , Geschrieben von Parents Veröffentlicht in #Kampf gegen Nazis Hannover

Von Tobias Morchner

Marsch durch Hannovers Innenstadt: Die NPD will ihre Anhänger am 17. September zu einer Demonstration mobilisieren. Die Rechtsextremen haben diesen Termin offenbar bewusst gewählt – für diesen Tag haben Schüler ein „Rock-gegen-rechts“-Konzert auf der Expo-Plaza organisiert.

Foto: Rechtsextreme wollen in Hannover aufmarschieren.

Die NPD will durch Hannovers Innenstadt marschieren.

© Michael Thomas (Archiv)

Hannover. Die rechtsextreme NPD plant offenbar erneut eine größere Demonstration in Hannover. Unter dem Motto „Ausländergewalt gegen Deutsche, Linksextremismus in Hannover und Antisemitismus in muslimischen Gruppen“ sollen die Anhänger der Partei am 17. September durch die Straßen der Landeshauptstadt ziehen.

Das Datum ist bewusst gewählt worden. Denn an diesem Tag findet ein von Schülern der IGS Kronsberg organisiertes „Rockkonzert gegen rechts“ statt. Bei dem Festival, dass zwischen 14 und 22 Uhr auf der Expo-Plaza stattfinden wird, stehen unter anderem die beiden „Superstar“-Teilnehmer Thomas Godoj und Mehrzad Marashi auf der Bühne. Bislang liegt der Polizei noch keine offizielle Anmeldung für den Protestzug der Rechtsextremen vor. Daher ist auch die genaue Route der Demonstration noch vollkommen unklar. Doch auf der Internetseite des Unterbezirks Hannover ist bereits das erste Kooperationstreffen für die Demo anberaumt worden. Thomas Warnat, der Bezirksvorsitzende der Partei, bestätigte gegenüber dieser Zeitung das Vorhaben. „Ja, wir möchten am 17. September in der Innenstadt demonstrieren“, sagte der NPD-Mann. Er rechne mit 150 bis 200 Teilnehmern. Allerdings sei die Abstimmung mit dem Landesverband in dieser Sache noch nicht erfolgt.

Gegendemonstration „Bunt statt braun“ bereits angekündigt

Bei der IGS Kronsberg will man sich trotz der Ankündigung der rechtsextremen Demo nicht aus der Ruhe bringen lassen. „Wir lassen uns durch das Vorhaben der NPD nicht einschüchtern. Im Gegenteil: Wir ziehen das jetzt erst recht durch und werden unseren Spaß haben“, erklärte Mario Jansen, der Sozialarbeiter der Gesamtschule. Für das Konzert gegen rechts, für das Oberbürgermeister Stephan Weil (SPD) die Schirmherrschaft übernommen hat, sind bereits mehrere Hundert Karten verkauft worden.

Der Deutsche Gewerkschaftsbund (DGB) kündigte eine Gegendemonstration für den Fall an, dass der Aufmarsch der NPD tatsächlich genehmigt werden sollte. „Dann aktivieren wir unser Bündnis und zeigen, dass Hannover bunt statt braun ist“, erklärte Hannovers DGB-Chef Andreas Gehrke. Bereits im September 2009 waren rund 3000 Menschen einem Aufruf des DGB-Bündnisses „Bunt statt braun“ gefolgt. Sie demonstrierten friedlich gegen einen Protestmarsch der NPD durch die Südstadt, an dem sich etwa 270 Rechtsextreme beteiligten.

Doch nicht nur mit der Demo-Ankündigung macht die NPD derzeit auf sich aufmerksam. Auch an der Leibniz Universität ist die Partei offenbar verstärkt aktiv. Vor Kurzem gründeten die Rechtsextremen dort eine eigene Hochschulgruppe.

 

Quelle: Hannoversche Allgemeine 06.07.2011

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Rechtsrock-Konzert im Großraum Hannover

23. Dezember 2010 , Geschrieben von Parents Veröffentlicht in #Kampf gegen Nazis Hannover

Rechtsrock-Konzert im Großraum Hannover
Antifaschist/innen aus dem Raum Hannover 22.12.2010 20:38
Konzert von Kategorie C am ersten Weihnachtsfeiertag
Pressemitteilung: 

Rechtsrock-Konzert im Großraum Hannover verhindern 

neonazistische Hooligan-Rockband Kategorie C plant Konzert am 25.12.2010 im Umland von Hannover 

Wie der Homepage der Band "Kategorie C – Hungrige Wölfe" (von ihren Fans kurz KC genannt) und Aufrufen im Internet zu entnehmen ist, plant die extrem rechte Band am ersten Weihnachtsfeiertag im Umkreis Hannover ein "letztes großes KC-Konzert in diesem Jahr". Wie bei vorangegangenen Konzerten der Band dürften sich auch hier hunderte Fans einfinden, die sich überwiegend aus Neonazis, rechten Hooligans und anderen gewaltbereiten und rassistischen Besucher/innen rekrutieren.

Bedeutung des Bandnamens 
Bei der Bezeichnung Kategorie C handelt es sich um eine behördliche Klassifizierung nach der potentiell gewalttätige Fußballfans polizeilich eingeordnet werden. Unter der Kategorie C werden sogenannte gewaltsuchende Fans bzw. Fußballhooligans von der Polizei erfasst. Die Bandmitglieder – allen voran Sänger und Kopf der Gruppe Hannes Ostendorf entstammen der teils neonazistischen Hooligan-Szene. Hannes Ostendorf ist Mitglied in der Bremer Nazi-Hool-Gruppierung "Standarte 88 Bremen". Entsprechend sind die Texte seiner Band. Hier geht es primär um Fußball und Gewalt in der sogenannten "dritten Halbzeit". Aber auch wenn die Band sich selber als "unpolitische" Hooligan-Band verortet und betont, dass Politik bei Ihnen keine Rolle spielen würde, gibt es doch zahlreiche Belege wie tief die Band in der rechten Szene steckt. 

Neonazistische Vergangenheit 
Seit Gründung der Gruppe 1998 wird immer wieder die politische Ausrichtung der angeblich unpolitischen Band deutlich. Die Mitglieder agierten nicht nur als rechte Hools, Sänger Ostendorf spielte zuvor bereits in der Nazi-Band Nahkampf. 1999 steuert die Band einen Song zu dem Nazi-Sampler "Die Deutschen kommen II" bei, hier war u.a. auch die mittlerweile als kriminelle Vereinigung verbotene Band Landser mit drauf vertreten. Auch der Text auf einem anderen CD-Sampler aus dem Jahr 2006 anläslich der Fußball WM aus der Nazi-Szene ist eindeutig, hier hetzen KC in dem rassistischen Lied "Deutschland dein Trikot" gegen deutsche Fußballspieler mit migrantischem Hintergrund. 2001 erschien ein Album der Band auf dem eindeutig neonazistischen Musik-Label PC-Records, im selben Jahr traten KC auf einer Feier der Nazi-Hooligan-Gruppe "Borussenfront" auf. 2006 sorgte Sänger Ostendorf für Schlagzeilen, weil er in Berlin mit anderen neonazistischen Musikern auf einem von der NPD organisierten Solidaritäts-Konzert für den inhaftierten Sänger der Band Landser spielte. 

Neonazistische Gegenwart 
Trotz der wiederholten Bekundungen der Band "unpolitisch" zu sein, hat KC weiterhin beste Kontakte ins Spektrum der Neonazis: Zuständig für den Verkauf von Fanartikeln ist Nazi-Musiker Timo Schubert aus Bovenden. Auch scheut sich die Band nicht, für eindeutig neonazistische Konzertveranstalter aufzutreten wie beispielsweise den Mindener Nazi-Kader Marcus Winter. Dieser organisierte am 17.07.2010 in Scharmede bei Paderborn ein KC-Konzert mit nahezu 400 Besucher/innen, die sich überwiegend aus der rechten Szene rekrutierten. 

Aus diesem Grund fordern Antifaschist/innen aus dem Raum Hannover alle potentiellen Vermieter/innen von Festsälen oder anderen Veranstaltungsräumen auf, genau zu prüfen, an wen Sie ihre Räumlichkeiten am 25.12. vermietet haben. Bieten Sie solchen Bands keine Auftrittsmöglichkeiten! Keine Toleranz für Nazis, Mietverträge mit Nazis kündigen, Rechtsrock den Saft abdrehen! 


Mit freundlichen Grüßen 
Antifaschistinnen und Antifaschisten aus dem Raum Hannover
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NPD Hannover will den alten Bahnhof Rethen kaufen

26. Oktober 2010 , Geschrieben von Parents Veröffentlicht in #Kampf gegen Nazis Hannover

Seit Jahren steht das ausrangierte Bahnhofsgebäude in Rethen bei Hannover leer. Nun interessiert sich die hannoversche NPD für die Immobilie. Während in der Laatzener Stadtverwaltung die Alarmglocken läuten, kündigte der Eigentümer an, das Gebäude nicht an die Partei verkaufen zu wollen.
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Der Eigentümer hatte das Gebäude 2008 nach einer Internetauktion von der Deutschen Bahn erstanden.

Der Eigentümer hatte das Gebäude 2008 nach einer Internetauktion von der Deutschen Bahn erstanden.

© Brämer/Archiv

Bereits seit dem Wochenende kursiert im Internet das Gerücht, dass sich die vom Verfassungsschutz als rechtsextrem eingestufte Partei für den Bahnhof interessiere. Dort solle ein Schulungszentrum eingerichtet werden, heißt es.

Die NPD Hannover bestätigte auf Anfrage, dass die Partei das Gebäude kaufen wolle. „Wir hatten letzte Woche einen Termin mit der Maklerin, es ist alles durch“, sagte ein Sprecher, der in Rethen mit dabei war. Der Kauf sei allerdings noch nicht besiegelt: Zunächst warte man das Ergebnis einer Bauvoranfrage bei der Stadt Laatzen ab. Näher wolle man sich nicht zu dem Thema äußern.

Die Stadtverwaltung bestätigte gestern auf Anfrage, dass Ende vergangener Woche eine Bauvoranfrage der NPD eingegangen sei. Bürgermeister Thomas Prinz sagte, er werde „alles dafür tun, dass es in einer weltoffenen Stadt wie Laatzen nicht zu einer Realisierung kommt“. Er appelliere an alle Laatzener, ihn dabei zu unterstützen. Dazu, was die Stadt unternehmen will, sollte die NPD den alten Bahnhof erwerben, äußerte sich Prinz nicht näher.

So weit dürfte es wohl auch nicht kommen: Die Maklerin Marita Prange von First-Immobilien bezeichnet die Äußerung der NPD als „absoluten Humbug“. In der vergangenen Woche habe es nur einen Besichtigungstermin gegeben. Alle vorangegangenen Anfragen hätten sich aus verschiedenen Gründen bereits erledigt. Bei dem Termin vergangene Woche habe der Interessent sich nicht als NPD-Anhänger zu erkennen gegeben, sondern angekündigt, ein Musikzentrum mit Proberäumen einrichten zu wollen.

„Bis jetzt gibt es keinen Kaufinteressenten, nur Besichtigungstermine“, betonte Prange. Außerdem habe sich der Mann noch nicht zurückgemeldet. Von einer Einigung könne daher keine Rede sein. Das letzte Wort bei einem anstehenden Verkauf habe zudem der Eigentümer der alten Rethener Bahnhofsimmobilie. Dieser versicherte indes, das Gebäude keinesfalls an die NPD verkaufen zu wollen. Der Eigentümer hatte das Gebäude 2008 nach einer Internet-Auktion von der Deutschen Bahn erstanden. Seine Pläne für eine Nutzung gingen jedoch nicht auf, sodass er das sanierungsbedürftige Gebäude wieder zu verkaufen versuchte.

Nun denke er wieder über eine Eigennutzung nach, sagte der Hannoveraner. Noch in dieser Woche seien Gespräche mit potenziellen Geschäftspartnern für die Gründung einer Bürogemeinschaft geplant.

Bis jetzt gibt es keinen Interessenten für den Kauf.

Johannes Dorndorf und Astrid Köhler

Quelle: HAZ.de 26.10.10

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Kommt zur Demo „Naziangriff in Laatzen-Wir schweigen nicht“ diesen Di, 8.Juni 2010, 18h Steintorplatz, Hannover.“

7. Juni 2010 , Geschrieben von Parents Veröffentlicht in #Kampf gegen Nazis Hannover

5.6.10  Naziangriff in Laatzen !!!
 
 


Zug von NAZIS mit HOLZLATTEN und Bierflaschen angegriffen!!! Einige Verletzte - zum Glück keine Schwerverletzten!

Setzt mit uns ein Zeichen! Kommt zur Demo „Naziangriff in Laatzen-Wir schweigen nicht“ diesen Di, 8.Juni 2010, 18h Steintorplatz, Hannover.“ 

Gestern wurden TeilnehmerInnen der Anti-Nazi Demo in Hildesheim auf dem Rückweg von Hildesheim nach Hannover mit der S 4 auf dem Bahnhof Laatzen, in der sich auch zwei Genossen und eine Genossin befanden, gegen 18.30h von ca. 40 – 50 Nazis unter massiver Gewalteinwirkung mit Holzlatten und Bierflaschen im Zug angegriffen. 
In Hildesheim hatte die Polizei zunächst den Bahnhof für den Abtransport der Nazis abgeriegelt. Scheinbar wurde dieser jedoch zu früh wieder für andere Reisende freigegeben, da sich auf Bahnsteig 7, auf der die Bahn nach Hannover abfuhr, noch ca. 20-30 Nazis aufhielten. Nach einem verbalen Schlagabtausch mit den Nazis wurden die meisten Gegendemonstranten von der Polizei vom Bahngleis geleitet. Den 20-30 Nazis wurde genehmigt, im hinteren Abteil der S-Bahn bis Hannover unter Polizeiaufsicht mitzufahren. Einige Anti-Nazi-Demo-TeilnehmerInnen bestiegen ebenfalls den Zug in Richtung Hannover.
Offenbar kontaktierten die Nazis im hinteren Teil des Zuges während der Fahrt ihre braunen, menschenverachtenden Kameraden und teilten ihnen mit, dass sich in der S-Bahn nach Hannover noch einige Anti-Nazi-Demo-TeilnehmerInnen befinden. Nur so ist dieser Überraschungsangriff der Nazis erklärbar. 
Als der Zug im Bahnhof Laatzen gegen 18.30h hielt, griffen nach dem Öffnen der Türen die herbeigerufenen Nazis Reisende im vorderen Bereich des Zuges sofort massiv mit Holzlatten an und schmissen zeitgleich mit Bierflaschen nach den Menschen. Der Angriff geschah sehr plötzlich, da die Nazis sich auf dem Bahnsteig zunächst versteckt hielten. Die Polizisten, die die Nazis im hinteren Teil des Zuges bewachten, konnten erst nach der Durchsage des Zugführers, der Zug werde von Nazis angegriffen, aktiv werden, da die Lage zunächst für die Polizei, wie auch für die anderen Reisenden unüberschaubar war. 
Lediglich drei Polizisten aus dem hinteren Teil des Zuges war es möglich, in das Geschehen im vorderen Bereich der Bahn einzugreifen, da die anderen weiterhin die nun in Aufruhr geratenen mitreisenden Nazis bewachen mussten. Die drei den Gegendemonstranten zu Hilfe eilenden Polizisten waren der Übermacht der Nazis unterlegen und konnten den Angriff erst durch den massiven Einsatz von Pfefferspray zurückschlagen. Bei der Konfrontation im vorderen Bereich des Zugs und dem Versuch der Reisenden den Nazis die Einnahme des Zuges zu verwehren, um Schlimmeres zu vermeiden, kam es zu einigen Verletzten. Nur durch den Einsatz der drei Polizisten sind unter den Reisenden keine Schwerverletzten oder Tote zu beklagen.  
Das von den Nazis vermittelte Bild, sie seien friedlich ist demnach eine Farce! Durch ihr Ziel die Straßen nach und nach zu erobern und Menschen in ihrem Alltag einzuschüchtern, versuchen sie letztendlich nichts anderes als mit ihrer menschenverachtenden Ideologie in Deutschland wieder Fuß zu fassen.
Dieser schleichenden Entwicklung und Bedrohung unseres friedlichen Zusammenlebens müssen wir GEMEINSAM frühzeitig Zivilcourage entgegensetzen!!
Setzt mit uns ein Zeichen! 
Kommt zur Demo „Naziangriff in Laatzen-Wir schweigen nicht“ diesen Di, 8.Juni 2010, 18h Steintorplatz, Hannover.“ 

Zug von NAZIS mit HOLZLATTEN und Bierflaschen angegriffen!!! Einige Verletzte - zum Glück keine Schwerverletzten!

Gestern wurden TeilnehmerInnen der Anti-Nazi Demo in Hildesheim auf dem Rückweg von Hildesheim nach Hannover mit der S 4 auf dem Bahnhof Laatzen gegen 18.30h von ca. 40 – 50 Nazis unter massiver Gewalteinwirkung mit Holzlatten und Bierflaschen im Zug angegriffen.

In Hildesheim hatte die Polizei zunächst den Bahnhof für den Abtransport der Nazis abgeriegelt. Scheinbar wurde dieser jedoch zu früh wieder für andere Reisende freigegeben, da sich auf Bahnsteig 7, auf der die Bahn nach Hannover abfuhr, noch ca. 20-30 Nazis aufhielten. Nach einem verbalen Schlagabtausch mit den Nazis wurden die meisten Gegendemonstranten von der Polizei vom Bahngleis geleitet. Den 20-30 Nazis wurde genehmigt, im hinteren Abteil der S-Bahn bis Hannover unter Polizeiaufsicht mitzufahren. Einige Anti-Nazi-Demo-TeilnehmerInnen bestiegen ebenfalls den Zug in Richtung Hannover.

Offenbar kontaktierten die Nazis im hinteren Teil des Zuges während der Fahrt ihre braunen, menschenverachtenden Kameraden und teilten ihnen mit, dass sich in der S-Bahn nach Hannover noch einige Anti-Nazi-Demo-TeilnehmerInnen befinden. Nur so ist dieser Überraschungsangriff der Nazis erklärbar.

Als der Zug im Bahnhof Laatzen gegen 18.30h hielt, griffen nach dem Öffnen der Türen die herbeigerufenen Nazis Reisende im vorderen Bereich des Zuges sofort massiv mit Holzlatten an und schmissen zeitgleich mit Bierflaschen nach den Menschen. Der Angriff geschah sehr plötzlich, da die Nazis sich auf dem Bahnsteig zunächst versteckt hielten. Die Polizisten, die die Nazis im hinteren Teil des Zuges bewachten, konnten erst nach der Durchsage des Zugführers, der Zug werde von Nazis angegriffen, aktiv werden, da die Lage zunächst für die Polizei, wie auch für die anderen Reisenden unüberschaubar war.

Lediglich drei Polizisten aus dem hinteren Teil des Zuges war es möglich, in das Geschehen im vorderen Bereich der Bahn einzugreifen, da die anderen weiterhin die nun in Aufruhr geratenen mitreisenden Nazis bewachen mussten. Die drei den Gegendemonstranten zu Hilfe eilenden Polizisten waren der Übermacht der Nazis unterlegen und konnten den Angriff erst durch den massiven Einsatz von Pfefferspray zurückschlagen. Bei der Konfrontation im vorderen Bereich des Zugs und dem Versuch der Reisenden den Nazis die Einnahme des Zuges zu verwehren, um Schlimmeres zu vermeiden, kam es zu einigen Verletzten. Nur durch den Einsatz der drei Polizisten sind unter den Reisenden keine Schwerverletzten oder Tote zu beklagen. 

Das von den Nazis vermittelte Bild, sie seien friedlich ist demnach eine Farce! Durch ihr Ziel die Straßen nach und nach zu erobern und Menschen in ihrem Alltag einzuschüchtern, versuchen sie letztendlich nichts anderes als mit ihrer menschenverachtenden Ideologie in Deutschland wieder Fuß zu fassen.

Dieser schleichenden Entwicklung und Bedrohung unseres friedlichen Zusammenlebens müssen wir GEMEINSAM frühzeitig Zivilcourage entgegensetzen!!

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Faschisten beschatten Solidaritätskundgebung mit dem Baskenland

9. Mai 2010 , Geschrieben von Parents Veröffentlicht in #Kampf gegen Nazis Hannover

Mitteilung der Rote Hilfe OG Hannover:

Faschisten beschatten

Solidaritätskundgebung mit dem

Baskenland


Am Sonntag den 18. April 2010 fand vor dem Spanischen Generalkonsulat in Hannover eine

Kundgebung anlässlich des Jahrestages des Verschwindens von Jon Anza statt. Jon Anza,

ehemaliger politischer Gefangener und Aktivist von Euskadi Ta Askatasuna (ETA, Baskenland

und Freiheit), bestieg am 18. April 2009 einen Zug nach Toulouse und verschwand spurlos. Am

12.03.2010 wurde seine Leiche in einem Leichenschauhaus von Toulouse entdeckt. Schon am

02.10.2009 meldete die baskische Zeitung GARA, das Jon von, auf französischem Territorium

operierender, spanischer Polizei festgenommen wurde. Er sei während illegaler Verhöre

gestorben, so die Zeitung. Die Kundgebung vor dem Spanischen Generalkonsulat, organisiert von

Euskal Herriaren Lagunak (Freundinnen und Freunde des Baskenlandes), der Antifaschistischen

Aktion Hannover und der Roten Hilfe Ortsgruppe Hannover, richtete sich gegen die aktuellen

Repressionsschläge der spanischen Zentralregierung gegen die linke baskische

Unabhängigkeitsbewegung und gegen das Mittel der extralegalen Tötung durch die

Sicherheitsbehörden.

An der Kundgebung beteiligten sich ca. 15 Menschen. Die Kundgebung wurde neben einer handvoll

uniformierter Polizisten auch vom Staatsschutz beobachtet. Daneben hielt sich eine weitere Person, die

eine Fotokamera bei sich trug, in einem der gegenüberliegenden Hauseingänge auf. Nach dem der Mann

angesprochen wurde, verschwand er zunächst.

Mit Datum vom 26. April 2010 taucht nun in Internet ein Artikel über die Kundgebung mit

entsprechenden Fotos auf. In der Selbstdarstellung der Website heißt es: „Die Recherche Mitte ist ein

aktiver Zusammenschluss von freien Nationalisten, Einzelpersonen und Fotografen. Als unabhängiges

Recherche- und Medienkollektiv widmet sich Recherche Mitte dem Themenkomplex des

Linksextremismus. Wir wollen mit dieser Seite antifaschistische Strukturen aufdecken, egal ob

Antideutsch, Antinational, Antiimperialistisch, kommunistisch oder bolschewistisch...“

Wir möchten angesichts dieses Ereignisses alle darauf aufmerksam machen, dass aktuell Faschisten ein

gesteigertes Interesse an öffentlichen Veranstaltungen der Linken hier in Hannover haben. Dem

Internetbericht nach zu urteilen, spielte der Anlass der Kundgebung für die Faschisten keine besondere

Rolle.

Es ist ratsam, bei künftigen Veranstaltungen ein Auge darauf zu haben, wer von der jeweiligen

Veranstaltung Fotos macht und die Personen anzusprechen.


Rote Hilfe OG Hannover

hannover@rote-hilfe.de

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SS Mann in Hannover-Langenhagen unbehelligt

26. April 2010 , Geschrieben von Parents Veröffentlicht in #Kampf gegen Nazis Hannover

SS Mann in Hannover-Langenhagen unbehelligt

Ermittlungen gegen SS-Mann Ein verhängnisvoller Brief

22.04.2010, 06:292010-04-22T06:29:00 CEST+0200  Süddeutsche Zeitung


Von Christoph Cadenbach und Bastian Obermayer

Die Staatsanwaltschaft ermittelt gegen den früheren SS-Mann Erich Steidtmann - er soll an Massakern im besetzten Polen beteiligt gewesen sein.
Ermittlungen gegen SS-Mann; AP

Erich Steidtmann steht im Verdacht, im Herbst 1943 an zwei Massenerschießungen von Juden beteiligt gewesen zu sein. Im Bild: Historisches Foto der Kopfbedeckung eines SS-Offiziers. Foto: AP

Die Staatsanwaltschaft Hannover hat aufgrund von Recherchen des Süddeutsche Zeitung Magazins Ermittlungen gegen einen ehemaligen SS-Hauptsturmführer wieder aufgenommen. Der 95 Jahre alte Erich Steidtmann steht im Verdacht, als Hauptmann der Polizei mit einer ihm unterstellten Kompanie im Herbst 1943 an zwei Massenerschießungen von Juden beteiligt gewesen zu sein.

Bei den Massakern im Raum Lublin im besetzten Polen wurden etwa 30.500 Menschen ermordet. Außerdem gab das Simon-Wiesenthal-Center bekannt, Steidtmann an diesem Donnerstag auf die Liste der meistgesuchten Naziverbrecher weltweit zu setzen.

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Gegen Erich Steidtmann wurde schon in den sechziger und siebziger Jahren ermittelt, allerdings wurde das Verfahren 1974 mangels Beweisen eingestellt. 2007 lenkte er dann den Blick der Öffentlichkeit selbst noch einmal auf seine Rolle im Dritten Reich: Damals klagte er gegen die Autobiografie der ehemaligen Gestapo-Sekretärin Lisl Urban, die in ihrem Buch von einer Liebesbeziehung mit einem SS-Offizier schrieb.

Obwohl er anonymisiert war, erkannte sich Steidtmann darin wieder und sah seine Persönlichkeitsrechte verletzt (SZ vom 17.12.2007). Am Rande erwähnte Steidtmann in seiner Klageschrift, dass die Einheit, die er Anfang 1943 führte, mit der Bewachung des Warschauer Ghettos betraut war.
Nazi-Verbrecher Die Liste des Grauens

    * Nazi Nationalsozialismus John Demjanjuk AP
    * Demjanjuk, dpa
    * Heim, AFP
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Auf dieses Bekenntnis stieß der Historiker Stefan Klemp, der im Auftrag des Simon-Wiesenthal-Centers arbeitet. Klemp fand Belege dafür, dass Steidtmann auch im Ghettokampf eingesetzt war und übergab seine Vorrecherche der Staatsanwaltschaft. Diese stellte jedoch im Januar 2009 aufgrund der schlechten Beweislage das Verfahren ein, ohne Erich Steidtmann zu den Vorwürfen vernommen zu haben.

Zweifelhafte Aussage

Allerdings war Steidtmann nicht nur Kompanieführer im Warschauer Ghetto, sondern führte im Herbst 1943 auch eine Kompanie im Raum Lublin, wo am 3. und 4. November die Massenerschießungen der sogenannten Aktion Erntefest stattfanden.
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Dass Steidtmanns Einheit, die erste Kompanie des Polizeibataillons 101, an diesen Massakern beteiligt war, gilt als gesichert: Der amerikanische Historiker Christopher R. Browning, Autor eines Standardwerks über das Polizeibataillon 101, kam zu dem Schluss, die Männer des Bataillons hätten "an so gut wie jeder Phase der Aktion" teilgenommen, nur geschossen hätten Spezialeinheiten. Steidtmann behauptete jedoch in einer Vernehmung 1963, er sei zu dieser Zeit auf Heimaturlaub gewesen.

Im Zuge der Recherchen fand das SZ-Magazin nun in einem Brief Steidtmanns einen Hinweis, der gegen seine Aussage spricht. Dieser Brief datiert vom 31. Oktober 1943, also drei Tage vor dem Massaker, und Steidtmann schrieb ihn offensichtlich aus dem Einsatz: Anstelle seiner Heimatadresse und der üblichen Ort/Datum-Kombination setzt Steidtmann seine Feldpostnummer und das Kürzel "O.U." für "Ortsunterkunft".



Ermittlungen gegen SS-Mann Steidtmann soll befragt werden

22.04.2010, 06:292010-04-22T06:29:00 CEST+0200

Seite 2 von 2

  1. Ein verhängnisvoller Brief
  2. Sie lesen jetzt Steidtmann soll befragt werden

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Dieses Kürzel war Vorschrift bei Feldpost, damit abgefangene Briefe feindlichen Truppen nicht verrieten, wo die Einheit stationiert war. Als derzeitigen Wohnsitz gab er den "Standort Lublin" an. All das bedeutet: Steidtmann war an diesem 31. Oktober vermutlich nicht im Urlaub.

Wo er sich drei Tage später aufhielt, wird nun zu klären sein. Der Historiker Christopher R. Browning sagte dazu auf Nachfrage, es sei "vollkommen unglaubhaft, dass der Führer einer Kompanie in Lublin drei Tage vor dem 'Erntefest' abreisen sollte, gerade als seine Kompanie sich aufmachte, an einem großen Einsatz teilzunehmen."

Auf der Suche nach Zeugen

All dem wird die Staatsanwaltschaft Hannover in den kommenden Wochen auf den Grund gehen, jedenfalls so weit dies heute noch möglich ist. In jedem Fall aber wird sie Erich Steidtmann befragen lassen und versuchen, noch lebende Zeugen ausfindig zu machen.

Auch Steidtmanns Rolle im Warschauer Ghetto wird wohl noch einmal genauer untersucht werden. Er hatte 1963 in seiner ersten Befragung zu Protokoll gegeben, er habe sich dort "als Stoßtruppführer zur Ausräucherung und Einzelliquidierung von Widerstandsnestern freiwillig gemeldet".

Es könnte also zu einem weiteren Kriegsverbrecherprozess in Deutschland kommen. Zuletzt wurde in Aachen der frühere SS-Mann Heinrich Boere, 88, zu lebenslanger Haft verurteilt. Er hatte gestanden, 1944 in den besetzten Niederlanden drei Zivilisten erschossen zu haben. In München steht derzeit John Demjanjuk, 90, vor Gericht, der im Vernichtungslager Sobibor am tausendfachen Judenmord beteiligt gewesen sein soll. Auch gegen Zeugen aus diesem Prozess, wie der Angeklagte mutmaßliche Wachmänner, wird derzeit ermittelt.


TAZ vom 07.11.2007
Ehemaliger Warschauer Ghetto-Kommandeur
SS-Mann klagt wegen "Ehrverletzung"


Er will ein Buch verbieten lassen, das seine Exgeliebte geschrieben hat. Dabei kommt der 93-Jährige Erich Steidtmann darin gut weg. Vor Gericht wehrt er sich mit hanebüchenen Äußerungen. VON MICHAEL BARTSCH

Warschauer Ghetto, Mai 1943: Erich Steidtmann, 4. von rechts, ist um seinen Ruf besorgt. Foto: dpa

Die Autobiografie der Sudetendeutschen Lisl Urban hätte als widerspruchsvolles Zeitgemälde des 20. Jahrhunderts in die zweite Auflage gehen können. Doch in den Lebenserinnerungen kommt ein Hauptmann namens Eike vor und eigentlich ziemlich gut weg. Es handelt sich um den mittlerweile fast 93-jährigen ehemaligen SS-Hauptsturmführer Erich Steidtmann. Er las die ihn betreffenden Passagen ganz anders und klagt jetzt gegen die Autorin und den kleinen Dingsda-Verlag in Querfurt wegen Verletzung der Persönlichkeitsrechte, Beleidigung und Verleumdung.

"Die Wahrung meiner Berufsehre ist mir ein unabdingbares Grundbedürfnis", schreibt der Altnazi in seiner Strafanzeige, mit der er das Buch verbieten lassen will. Am Dienstag fand die Verhandlung am Landgericht in Leipzig statt.

Das Gericht ließ erkennen, dass es kaum Belege für beleidigende Äußerungen und Ehrverletzungen sieht. Das Urteil wird erst im Dezember verkündet, doch Verleger Joachim Jahns zeigte sich nach der Verhandlung zuversichtlich. Der unbefangene Leser des ersten Teils der Trilogie "Ein ganz gewöhnliches Leben" kann jenen Eike in der Tat als positive Figur wahrnehmen. Die Autorin erzählt in bilderreicher Sprache ihre Lebenserinnerungen. Sie kaschiert nicht ihre Begeisterung für Hitler, für einen SS-Offizier, den sie heiratet und der sie als Bürokraft bis in die Prager Gestapo-Zentrale führt. Sie erlebt aber bewusst auch schon die Übergriffe auf Juden und Tschechen und deutsche Kulturbarbarei. Die Ehe wird 1942 geschieden.

Bald darauf verliebt sie sich in einen Hauptmann, jenen "Eike", der von der russischen Front kommt. Sie wird von ihm schwanger. Geschildert wird er im Buch stets aus der Perspektive einer leidenschaftlich Verliebten. Der Leser erfährt nicht mal etwas von seiner SS-Mitgliedschaft, nichts davon, dass er die äußere Absperrung des Warschauer Ghettos befehligte, an der Niederschlagung eines Aufstandes von 400 deutschen Deserteuren beteiligt war. Geradezu Sympathie heischend erscheint der Vorgang, der zum Bruch der Beziehung führte. In der Version der Autorin soll Eike versucht haben, zwei polnische Mädchen vor der Deportation zu retten und wurde deshalb des Verkehrs mit Juden und Polen beschuldigt. Schließlich habe er eine der Polinnen geheiratet.

In seiner selbstverfassten Klage wird Steidtmann alias Eike nun selbst beleidigend. Darin stehen Sätze wie "Männer genießen Flittchen, heiraten sie aber nicht" und "Das Ghetto war kein Objekt für Gaffer und sadistische Genießer, schon gar nicht für Romanschreiberinnen". Am wichtigsten ist ihm aber immer wieder der Schutz seiner Ehre, deren Schutz auch "nach Ende des aktiven Dienstes vom Staat garantiert sein sollte". So empfindet er die Behauptung bereits als ehrenrührig, er habe sein Eisernes Kreuz im Partisanenkampf erhalten, ebenso die angebliche Urkundenfälschung zur Rettung der Polinnen. Steidtmann bestreitet seine Mitgliedschaft in der NSDAP und dass er freiwillig in die SS eingetreten sei.

Recherchiert hat auch der beklagte Verleger Jahns über Steidtmann, der erst mit seiner Beschwerde erneut auf sich aufmerksam gemacht hat. Jahns vermutet, dass Steidtmann so allergisch reagiert, da möglicherweise erneut nach seiner Beteiligung an Kriegsverbrechen und Liquidationen im Warschauer Ghetto gefragt werden könnte. 1945 war er dank seiner polnischen Frau von der polnischen Militäradministration rehabilitiert worden und trat in den Polizeidienst in Sachsen-Anhalt und später in Hannover ein.



http://sz-magazin.sueddeutsche.de/texte/anzeigen/33508  http://www.sueddeutsche.de/politik/26/509161/text/    http://www.sueddeutsche.de/politik/26/509161/text/7/ http://www.bild.de/BILD/regional/hannover/aktuell/2010/04/23/lebt-in-hannover-ein-nazi-verbrecher/staatsanwalt-untersucht-mord-an-30000-juden.html##    http://www.haz.de/Hannover/Aus-der-Stadt/Uebersicht/Staatsanwaltschaft-Hannover-ermittelt-gegen-frueheren-SS-Mann

http://www.taz.de/1/politik/deutschland/artikel/1/ss-mann-klagt-wegen-ehrverletzung/?src=HL&cHash=bbae5a73f9

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ALLE AUSSTEIGEN, BITTE! VORTRAG UND DISKUSSION ZUM AUSSTIEG AUS DER (NEO-)NAZISZENE

24. April 2010 , Geschrieben von Parents Veröffentlicht in #Kampf gegen Nazis Hannover

      alleaussteigen

Seit etwa zehn Jahren arbeiten in der Bundesrepublik verschiedene staatliche und nichtstaatliche

AkteurInnen an Ausstiegen von (Neo-)Nazis. Die Initiativen sind dabei unterschiedlich

organisiert und fokussiert und verdienen eine kritische Betrachtung. Diskussionen

um den Umgang mit AussteigerInnen gibt es seit dem vergangenen Semester nicht

zuletzt an der Fakultät V der FHH.

Reinhard Koch (Arbeitsstelle Rechtsextremismus und Gewalt) ist eingeladen, um über

Ausstiegsprozesse und verschiedene Programme zu berichten sowie um Antworten auf die

Frage „Wann kann ein Ausstieg als erfolgreich gelten?“ zu finden. Daneben soll sozialarbeiterisches

Handeln in Ausstiegsprozessen diskutiert werden.

03. Mai 2010, 18 Uhr

FH Hannover – Fakultät V, Blumhardtstr. 2

Eine Veranstaltung des AK Studierende und PraktikerInnen der Sozialen Arbeit

in Kooperation mit Prof. Dr. Wolfram Stender/FH Hannover

Die Veranstaltenden behalten sich vor, von ihrem Hausrecht Gebrauch zu machen und Personen,

die rechtsextremen Parteien und Organisationen angehören, der rechtsextremen

Szene zuzuordnen sind oder bereits in der Vergangenheit durch rassistische, nationalistische,

antisemitische oder sonstige menschenverachtende Äußerungen in Erscheinung getreten

sind, den Zutritt zu der Veranstaltung zu verwehren oder von dieser auszuschließen.

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