Zug der Erinnerung 7. - 11.Januar 2008
Programm
Montag, 07. Januar 2008, 10.00 Uhr
Eröffnungsveranstaltung
Hauptbahnhof Hannover
(s. Ankündigung in den Medien)Begleitprogramm
Sonntag, 06. Januar 2008, 15.00 Uhr
Gedenkveranstaltung zum Jahrestag der Zerstörung
des Frauen-Konzentrationslagers Langenhagen
Am Jahrestag der Zerstörung und Auflösung des Frauen-KZ Langenhagen
wird im Rahmen einer Gedenkveranstaltung den Opfern des
Nationalsozialismus und speziell der Frauen aus dem KZ Langenhagen
gedacht.
Mahnmal zum Frauen-KZ Langenhagen
am Brinker Hafen
Veranstaltet vom Aktionsbündnis
»Langenhagener gegen Rechte Gewalt«
(Hackethalstraße, Hannover)Dienstag, 08. Januar – Donnerstag, 10. Januar 2008
jeweils 15.30–18.00 Uhr
Alte Predigthalle auf dem jüdischen Friedhof
an der Strangriede
Der Friedhof an der Strangriede war der Begräbnisplatz der hannoverschen
Juden von 1864–1924 und ist mit seinen mehr als 2600 Gräbern
eine einzigartige Kulturstätte. Die alte Predigthalle ist als Sakralbau
des Architekten Edwin Oppler ein bedeutendes Baudenkmal. Zugleich
ist die Halle ein historischer Ort als Gedenkstätte der Synagogengemeinde
für die jüdischen Toten des Ersten Weltkriegs. Als eines der
sechzehn hannoverschen »Judenhäuser« wurde sie seit September 1941
letzter Aufenthaltsort für einhundert jüdische Kinder, Jugendliche und
Ältere vor der Deportation in die Vernichtungslager. Heute erinnert
eine Dokumentation an die Geschichte jüdischen Lebens in Hannover,
und der Historiker Dr. Peter Schulze steht an drei Nachmittagen für
Informationen und zum Gespräch bereit.
Dr. Peter Schulze
, Historiker, HannoverStrangriede 55 (Nordstadt), Hannover
Dienstag, 8. Januar 2008, 19.00 Uhr,
»Endlösung der Zigeunerfrage«: Die Deportation von
Sinti und Roma aus den Regierungsbezirken Hannover
und Hildesheim
Die Transporte von Roma und Sinti in das besetzte Osteuropa begannen
bereits im Mai 1940. Auf Grund der Familienstruktur dieser Opfergruppe
waren besonders viele Kinder und Jugendliche betroffen – so
waren zwei Drittel der im März 1943 deportierten Sinti aus dem Regierungsbezirk
Hildesheim minderjährig. Ziel war das »Zigeunerfamilienlager
« Auschwitz, und damit der fast sichere Tod. Der Vortrag schildert
die Stationen der Verfolgung bis hin zum Völkermord und geht auf die
beteiligten Organisationen und Behörden ein.
Dr. Hans-Dieter Schmid
Leibniz Universität Hannover
, Historisches Seminar,Pavillon Hannover, Lister Meile 4, Raum 8,
Veranstaltet vom Verein für Geschichte und Leben der
Sinti und Roma in Niedersachsen e.V.
Donnerstag, 10. Januar 2008, 19.00 Uhr
Mit der Reichsbahn in den Tod
Mindestens drei Millionen Menschen hat die Deutsche Reichbahn während
des Zweiten Weltkrieges in die Vernichtungslager gefahren und
sich jede »Reise« bezahlen lassen. Als im April 1945 die Rote Armee
sich der Reichshauptstadt näherte, loderten im Hof des Reichsverkehrsministeriums
in Berlin drei Wochen lang gewaltige Scheiterhaufen.
Es waren die Fahrpläne, Rechnungen und Transportunterlagen für
die Todestransporte. Jahrzehntelang weigerte sich die Bundesbahn,
überhaupt etwas zu dem Thema zu sagen. Über die Mitschuld der
Reichsbahn an Millionen Toten berichtet der ehemalige WDR-Redakteur
Heiner Lichtenstein, Autor des Buches »Mit der Reichsbahn in
den Tod. Massentransporte in den Holocaust 1941 bis 1945«.
Heiner Lichtenstein,
Autor und ehem. WDR Redakteur
Rotation,
ver.di-Höfe, Goseriede 8Veranstaltet vom Bildungswerk
DGB Region Niedersachsen – Mitte
ver.di,Freitag, 11. Januar 2008, 16.00 Uhr
»Vati, wo sind wir?« Jüdisches Leben unter dem
Hakenkreuz
Eine Führung zum jüdischen Leben in Hannover während der NS-Herrschaft
unter besonderer Berücksichtigung der Sitution der Kinder und
Jugendlichen.
Wie haben jüdische Familien in Hannover gelebt, welche Rolle spielten
sie bis 1933 in Hannover und wie hat sich ihre Situation durch staatliche
Repression und durch alltägliche Ausgrenzung bis 1945 verändert.
Neustädter Kirche, Rote Reihe
(Calenberger Neustadt)
Dauer: 90 Min., kostenlos, Spende erbeten
Veranstaltet von Stattreisen Hannover
Samstag, 12. Januar 2008, 15.00 Uhr
»Tabubruch Kindermord? – Die
Entmenschlichung des Menschen als
Vorraussetzung des Völkermordes«
War der Kindermord der Nationalsozialisten eine einmalige Gräueltat?
Oder handelt es sich bei der Tötung von Kindern um eine Konstante
menschlicher Gesellschaften? Stellt der Mord an Kindern einen Bruch
mit einem von Natur aus verankerten Tabu dar oder ist dieses Tabu
Teil einer verhandelten Ethik und somit verrückbar? Der Historiker Dr.
Utz Anhalt erörtert seine These, dass die Verherrlichung des Todes und
des Tötens als Kern der Nazi-Ideologie den Mord an Kindern auf eine
historisch neuartige Weise legitimierte. Während andere Eroberergesellschaften
ihre Kindermorde leugnen oder verdrängen, war die
erklärte Anti-Ethik der Nazis darauf angelegt, Skrupel beim Mord an
Kindern bereits im Vorfeld aus dem Bewusstsein zu löschen.
Im Anschluss an den Vortrag diskutiert Dr. Anhalt in einer Expertenrunde
den Kindermord der Nationalsozialisten. Wissenschaftler der
Universität Hannover wie der Historiker Dr. Hans-Dieter Schmid betrachten
das Thema dabei aus einer jeweils eigenen Perspektive und
öffnen sich den Fragen des Publikums.
Vortragsveranstaltung und Podiumsdiskussion
Gedenkstätte Ahlem, Heisterbergallee 8
Veranstaltet von der Region Hannover
Mittwoch, 16. Januar 2008, 19.30 Uhr
»Stolpersteine erinnern – einige ausgesuchte
Biographien«
Anne Riege aus Celle, die die Biografien vorstellt, hat jahrelang zu
Lebensgeschichten der von Nazis deportierten Mitmenschen aus Celle
gearbeitet. Während bereits 60 »Stolpersteine« zur Erinnerung an die
Nazi-Opfer in Celler Straßen verlegt sind, werden bald dazu die von
Anne Riege verfassten Biographien erscheinen.
Synagoge Celle, Im Kreise 23–24
Veranstaltet von der Gesellschaft für christlich – jüdische
Zusammenarbeit, Celler Forum gegen Gewalt und Rechtsextremismus,
Geschichtswerkstatt Hannover e.V.
Donnerstag, 17. Januar 2008, 19.30 Uhr
Eine Überlebende des Holocaust erzählt
Margot Kleinberger wurde als Kind 1943 ins KZ Theresienstadt deportiert.
Sie hatte Glück und wurde am 8.Mai 1945 befreit. Seitdem lebt
sie wieder in ihrem Geburtsort Hannover.
Das große SchülerInnenorchester der Freien Waldorfschule Hannover
Maschsee begleitet den Abend u. a. mit Musik aus dem Film
»Schindlers Liste«
Freie Waldorfschule Maschsee
Rudolf-von-Bennigsen-Ufer 70, Gartensaal
Veranstaltet von Geschichtswerkstatt Hannover e.V.;
VVN BdA Hannover
,Montag, 21. Januar 2008, 19.00 Uhr
Film: »Der verlorene Zug«. Auf den Rädern
der Reichsbahn durch die Hölle
Kurz vor der Befreiung des KZ Bergen Belsen im April 1945 wurden
tausende Häftlinge in drei Güterzügen mit unbekanntem Ziel abtransportiert.
Der letzte Transport wurde nach einer 14tägigen Fahrt mit
seinen vielen hungernden, erkrankten und sterbenden Opfern von der
Roten Armee in Tröbitz befreit.
Eine Dokumentation, die auch die Rolle der Reichsbahn bei den
Massenmorden thematisiert.
NDR Feature 1995, 60 Minuten
Jugend- und Kulturzentrum Walsrode
Veranstaltet von Antifa-Initiative SFA,
DGB-Kulturarbeitskreis SFA,
Geschichtswerkstatt Hannover e.V.
, Moorstr. 89Mittwoch, 23. Januar 2008, 20.00 Uhr
»
Das jüdische Gebetshaus wurde geschlossen«Diskriminierung, Verfolgung und Vernichtung einer Minderheit in
Neustadt am Rübenberge und die Geschichte einer langen Suche.
Illustrierte Lesung mit Hubert Brieden
Café Siesta, Faust
Veranstaltet von Geschichtswerkstatt Hannover
, Zur Bettfedernfabrik 3Nach Absprache
Die toten Kinder der hannoverschen
Zwangsarbeiterinnen
Das Projekt Hannoversche Lager informiert nach Absprache und zu
festen Terminen vor Ort über die Situation der Kinder von Zwangsarbeiterinnen
sowie allgemein zu dem Thema Zwangsarbeit in Hannover.
Absprachen telefonisch
Janet Anschütz die 0511.430-3358 oder
Irmtraud Heike 0511.430-3410
Veranstaltet vom Projekt Hannoversche Lager
über12.089 Kinder und Jugendliche –
deportiert – ermordet – vergessen.
Vom 07. bis zum 11. Januar 2008 wird ein Zug, der an
das Schicksal dieser Kinder erinnert, in Hannover Station
machen. In dieser Zeit steht der Zug der Öffentlichkeit
zur Verfügung. Insbesondere Schulklassen und Jugendgruppen
sollen die Angebote von Ausstellung, Zeitzeugengesprächen
und PC Arbeitsplätzen nutzen, um sich zu
informieren, um zu recherchieren und um zu diskutieren.
Besuchen Sie die Ausstellung! Nehmen Sie mit Schülern
und Jugendlichen an der Spurensuche teil! Lehrkräfte, die
Interesse haben, bitten wir um verbindliche Anmeldung.
Kontakt und Informationen:
Tom Seibert, Tel. 0511.16387–23, tom.seibert@dgb.de
Redaktion:
M. Pechel, T. Seibert, R. Weismann-KieserUnterstützerkreis und Organisation:
Aktionsbündnis Langenhagener gegen Rechte Gewalt,
Arbeit und Leben Niedersachsen Region Mitte, Bildungswerk
AG KZ Stöcken,v
Gedenkstätte Ahlem, GEW Hannover, Geschichtswerkstatt
Hannover e.V., Kino am Raschplatz, Margot
und David Kleinberger, Netzwerk Erinnerung und
Zukunft, NGG Hannover, Pavillon Hannover, Projekt
Hannoversche Lager, Region Hannover Gedenkstätte
Ahlem, Stattreisen Hannover,
Leine-Weser, VCP Bezirk Hannover, VVN/BdA Hannover
er.di, DGB Region Niedersachsen-Mitte, Fördervereinver.di Hannover Bezirk/image%2F1377997%2F20150108%2Fob_508aca_kban.jpg)