Pressemitteilung des „Bündnis gegen deutsche Opfermythen“ zur RCDS-Veranstaltung mit dem rechtsextremen Referenten Franz Uhle-Wettler
RCDS-Veranstaltung an der Uni verhindert +++ Polizei verweist RCDS des Raumes +++ rechtsextremer Referent des RCDS spricht stattdessen bei schlagender Studentenverbindung +++ Veranstaltung mit unter 20 TeilnehmerInnen ein Desaster +++ vielseitiger Protest von Studierenden und AntifaschistInnen +++
Die für 18 Uhr angesetzte Veranstaltung der CDU-nahen Studentengruppe RCDS (Ring christlich-demokratischer Studenten) mit dem rechtsextremen Referenten Franz Uhle-Wettler konnte nicht wie geplant im Conti-Campus der Uni Hannover stattfinden. Der Präsident der Universität, Professor Erich Barke, nutzte einen Formfehler des RCDS bei der Anmietung des Raumes, um die Veranstaltung kurzfristig auf dem einfachsten Weg zu verhindern. Er vermietete den Raum stattdessen an den AStA. Dieser hatte die Verwaltung zuvor auf die geplante Veranstaltung aufmerksam gemacht. Bündnis-Sprecherin Ellen Wieland dazu: „Auch ohne politisches Statement wurde so deutlich, dass rechtsextreme Inhalte nicht an die Universität gehören. Dass die Veranstaltung anschließend ohne Zulassung von PressevertreterInnen auf dem Haus einer schlagenden Studentenverbindung stattfand, zeigt, in welche Richtung sich der RCDS verstärkt bewegt.“ Sogar CDU-Kreisverbandsvorsitzender Dirk Toepffer hatte sich vorher von der Veranstaltung des RCDS aufs Schärfste distanziert. Der RCDS sah das Ganze unproblematischer. Vorsitzender Matthias Wehrung: „Der Referent ist nicht rechtsextrem, er ist nicht in der NPD.“ Wehrung erwähnte allerdings nicht, dass Uhle-Wettler mehrere Bücher im Verlag der NPD (DS-Verlag) veröffentlichte und für diese auch als Interviewpartner zur Verfügung stand. Auch Uhle-Wettlers Erscheinen im Sammelband des niedersächsischen Spitzenkandidaten Andreas Molau neben Holocaustleugner Germar Rudolf verschwieg er. Darüber hinaus ist Uhle-Wettler als regelmäßiger Autor der rechtsextremen Wochenzeitung „Junge Freiheit“ sowie für andere rechtsextreme Publikationen aktiv. In Vorträgen bezeichnet er Hitlers Angriff auf die Sowjetunion wiederholt als „Präventivschlag“ und bemüht den Mythos der „sauberen Wehrmacht“. Wieland dazu: „Wer einen der NPD nahe stehenden Geschichtsrevisionisten einlädt, muss sich nicht wundern, wenn es dagegen Protest gibt. Auch in Zukunft werden wir die Inhalte der RCDS-Veranstaltungen kritisch beobachten und gegebenenfalls entschlossen einschreiten.“
Am Veranstaltungsort standen dem RCDS und seinen wenigen Gästen 30 StudentInnen und andere AntifaschistInnen gegenüber, die friedlich den Zugang zum Raum blockierten. Nachdem Gäste des RCDS zum Teil erfolgreich versuchten, sich mit Gewalt Zugang zu verschaffen, wurden sie unter Verweis auf das Hausrecht wieder des Raumes verwiesen. Diesem widersetzten sie sich zunächst. Ellen Wieland: “Erst das mehrmalige Auftreten des Pförtners brachte die renitenten Rentner dazu, sich dem Hausrecht zu beugen. Eine Anzeige wegen Körperverletzung, Nötigung und Hausfriedensbruch behalten wir uns vor.“ Die von verwirrten RCDS-Gästen gerufene Polizei bestätigte schließlich das Hausrecht des AStAs und verwies den RCDS endgültig bis 22 Uhr des Raumes.
Der RCDS, der offentlichlich nur die Konfrontation suchen wollte, hatte die Veranstaltung bereits im Laufe des Tages wegen einer Information der Uni-Verwaltung auf das Haus des Corps „Slesvico-Holsatia“ in die Wilhelm-Busch-Straße verlegt. Dort setzten sich die Proteste als spontane Jubel-Versammlung lautstark fort. Autofahrer wurden durch ein Transparent über den Grund der Versammlung informiert. Die Presse hingegen konnte sich leider nicht mehr über die Inhalte des Vortrages informieren, sie wurde von den Veranstaltern ausgeschlossen.. Als Fazit sieht Wieland „Der Abend war für den RCDS ein Desaster, Uni und selbst CDU distanzieren sich deutlichst, sie verlieren den Raum aufgrund eigener Unfähigkeit, knapp 20 TeilnehmerInnen sind lächerlich wenig und die Presse wird negativ über die Verstrickungen des RCDS nach ganz rechts außen berichten. Der zweite Veranstaltungsort gab uns eine erneute Möglichkeit, zu zeigen, dass rechte Vorträge bei Studentenverbindungen keine Ausnahme sind. Bezeichnend ist auch, dass die rechte Verbindungsliste „Leibniz“ dieses Jahr bei den Uni-Wahlen nicht antrat. Viele ehemalige „Leibnizer“ kandidierten diesmal auf der Liste des RCDS.“
siehe den ursprünglichen Bericht hierzu
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