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15.-24.2.2008 KONFRONTATIONEN - deutsch-polnisch-ukrainischer Workshop mit Forum Theater in der IJBS Auschwitz

8. Februar 2008 , Geschrieben von Parents Veröffentlicht in #Archiv

KONFRONTATIONEN - deutsch-polnisch-ukrainischer Workshop mit Forum Theater in der IJBS Auschwitz, 15-24.02.2008 
 
 Die Rückkehr ist nie leicht. Besonders schwer kann diejenige sein, die wir als Rückkehr in die Vergangenheit bezeichnen. Alles, was sich zwischen GESTERN und HEUTE ereignet hat erschwert das zeitliche Zurücksetzen. Es zeigt sich jedoch, dass wir über die Geschichte anders reden können – ohne nur in die Vergangenheit zurückzuschauen. Zu solch einem Gespräch laden wir die Teilnehmer/innen des Projektes Konfrontationen: Deutsch-polnisch-ukrainische Begegnung mit Forum Theater ein.
 
Bei diesem Gespräch meinen wir vor allem das Suchen nach den Antworten auf die Fragen: Wie lebt die Geschichte heute in uns? Wie haben wir, junge Menschen, den II. Weltkrieg „erlebt“? Welche Gefühle ruft die Geschichte in uns hervor? Welche Ängste tragen wir in uns, wenn wir an die Vergangenheit denken? Welche Vorurteile hinterließ die Besatzungszeit in uns?Und schließlich stellt sich vor uns die Frage: Wie können junge Menschen heute mit der Last der Geschichte und den Vorurteilen zurecht kommen?
 
Wir werden über die Situationen sprechen, die wir selbst erlebt haben, die wir aus eigener Erfahrung kennen. Auf der Grundlage der gemeinsamen „schauspielerischen Reflexion”, die die Technik des Forum Theaters anbietet, gestalten wir eine Darbietung, die uns erlaubt, die selben Fragen an das Publikum zu stellen. Die Einladung des Publikums zum „Dialog auf der Bühne” ermöglicht uns, sich gemeinsam in die Gegenwart zu vertiefen, um die Antworten auf die uns plagenden Fragen zu suchen, so dass uns die Geschichte “morgen“ leichter erscheinen kann.
 

 Programmskizze
 
15. Februar, Freitag 
Ankunft der Teilnehmer/innen
Vorstellung der Internationalen Jugendbegegnungsstätte, erste Vorstellungsrunde
 
16. Februar, Samstag 
Erste Einheit: Kennenlernen, Integrations- und Kommunikationsübungen
Spaziergang durch die Stadt O¶wiêcim mit Besuch der Synagoge
 
17.Februar, Sonntag  
Zweite Einheit: Einführung in die Technik des Forum Theaters, Vorstellung der Geschichte des Theaters der Unterdrückten, der Biographie seines Gründers, Augusto Boal, Gesprächsrunde zum Thema der kulturellen Unterschiede und der Konflikte in den gesellschaftlichen Systemen
Gesprächsrunde zu der Wahrnehmung der Geschichte und der Symbolik des KL Auschwitz - Arbeit in nationalen Gruppen, Präsentationen im Plenum
 
18.Februar , Montag 
Führungen auf dem Gelände der Gedenkstätte des ehemaligen Stammlagers Auschwitz I und des ehemaligen Vernichtungslagers Birkenau (Führungen auf deutsch und auf polnisch)
Auswertungsgespräch nach den Führungen
Einführung in die Biographie des Zeitzeugen, Herrn Tadeusz Sobolewicz
 
19. Februar, Dienstag 
Gespräch mit der Zeitzeugin , Frau Zofia Posmysz   
Zofia Posmysz (geb. 1923 in Prokocim/Krakau) ist Autorin von vier Büchern, die der Lager-Thematik gewidmet sind. Sie heißen: “Die Passagierin“ (1962), „Urlaub an der Adriaküste” (1970), „Derselbe Dr. M.“ (1982) und „Zur Freiheit, zum Tode, zum Leben“ (1996).
Es hat viel Zeit vergehen müssen, bis Zofia Posmysz sich entschieden hat, ihren ersten, der Lager-Thematik gewidmeten Roman zu schreiben. Nach der Rückkehr von ihrer Odyssee - vom KL Auschwitz wurde sie zum KL Ravensbrück und weiter nach Neustadt-Glewe evakuiert - versuchte sie die verlorene Zeit aufzuholen und die Ausbildung zu vervollständigen.
Der Krieg brach aus, als sie Schülerin einer kaufmännischen Oberschule war. Verhaftung und Gefangenschaft (zuerst im Gefängnis in der Montelupich-Straße in Krakau, weiter in Konzentrationslagern) unterbrachen auch die Ausbildung in der polnischen Schule im Untergrund („tajne komplety’).
Da sie nach dem Krieg keine Arbeit in Krakau finden konnte, zog sie nach Warschau. Dort bestand sie 1946 das Abitur und absolvierte ein Polonistikstudium an der Warschauer Universität. Danach begann sie in der Literarischen Abteilung des Polnischen Rundfunks zu arbeiten. Sie hat viele Reportagen und Hörspiele realisiert, die später zum Ausgangspunkt von interessanten, erweiterten Stücken wurden.
Das Lager-Thema kam zum ersten mal im Hörspiel “Die Passagierin” zur Sprache, aus dem später, nach vielen Umgestaltungen ein Buch entstand, das 1962 erschienen ist.
20.Februar,  Mittwoch 
Dritte Einheit: Gespräch über die möglichen Themen, Fragestellungen, die im Forum Theater bearbeitet werden können, Auswahl der Thematik
 
21. Februar, Donnrestag 
Vierte Einheit: Improvisieren, Vertiefung der ausgewählten Problematik
 
22. Februar, Freitag 
Fünfte Einheit: Improvisieren, Vertiefung der ausgewählten Problematik, Arbeit an den zu gestaltenden Szenen
Präsentation der Effekte der Arbeit durch Partizipation des Publikums bei der Darbietung
 
23. Februar, Samstag 
Sechste Einheit: Auswertung der Effekte der gemeinsamen Arbeit, Reflexion über die individuellen und Gruppenerfahrungen sowie über die Erfahrungen auf der Bühne
 
24. Februar,   Sonntag 
Abfahrt der Teilnehmer/innen 
 
Trainerinnen des Forum Theaters:
 
Dominika Berdyjczuk: Studentin der Psychologie; Zusammenarbeit mit dem Forum Theater En Vie, Lille, Frankreich und mit der Theatergruppe Image et Nation, Frankreich; Mitgründerin der Theatergruppe Poza bei Teatr Nowy in Krakau; Workshops mit der Technik des Forum Theaters bei Slot Art Festival
 
Dominika Akuszewska: Studentin der Psychologie; Absolventin des Studiums für Therapie über Kunst bei Teatr Ludowy in Krakau, Workshops bei The Living Theater; Workshops mit der Technik des Forum Theaters bei Slot Art Festival
 
*Forum Theater
 
Das Forum Theater beruht auf Drama und Darbietung, das Szenario dazu improvisieren und gestalten die Teilnehmer/innen des Workshops selber. Jeder/Jede kann das eigene Thema, die eigene Fragestellung vorschlagen, um diese wird die Handlung aufgebaut. Die Einzigartigkeit des Forum Theaters besteht darin, dass das Publikum, das zu der zu gestaltenden Darbietung eingeladen wird, aktiv daran teilnehmen kann: das Publikum geht in die Szene hinein, greift in den Verlauf des Stückes ein, indem es eigene Lösungen des dargestellten Problems vorschlägt. Jede Person des Publikums kann zugleich Zuschauer, Schauspieler und Macher sein und auf das Schicksal der Protagonisten Einfluss nehmen.
 
Die Zuschauer erforschen die möglichen Handlungsalternativen, indem sie die Rolle der Haupthelden übernehmen und die Lösungen der Probleme, die mit ihren alltäglichen Schwierigkeiten identisch sind, erproben. Besonders wertvoll und spannend in diesem Projekt ist es, dass das Publikum, das sich die finale Darbietung anschauen wird, sich aus den Gästen der Internationalen Jugendbegegnungsstätte in O¶wiêcim/Auschwitz zusammensetzten wird. Dabei handelt es sich um Teilnehmer/innen der deutschen und der internationalen Studienfahrten nach Auschwitz, die ähnliche Motivationen, Erfahrungen, Fragen in sich tragen wie die Teilnehmer/innen unserer deutsch-polnisch-ukrainischen Konfrontationen mit dem Forum Theater.
 
Teilnehmer/innen:
 
Zu der Teilnahme am Projekt laden wir jeweils 5 Studenten/innen aus Deutschland, Polen und aus der Ukraine ein, die sich für die Geschichte von Auschwitz/Holocaust sowie für die Technik des Forum Theaters interessieren und offen auf die schauspielerische Arbeit in der internationalen und interkulturellen Gruppe sind.
 
Kosten:
 
120 EURO: Teilnehmer/innen aus Deustchland + Erstattung der Reisekosten in PLN laut der Tabelle des Deutsch-Polnischen Jugendwerks www.pnwm.org
220 PLN: Teilnehmer/innen aus Polen
150 PLN: Teilnehmer/innen aus der Ukraine
 
Projektkoordination:
 
Ela Pasternak, IJBS O¶wiêcim/Auschwitz, ul. Legionów 11, 32-600 O¶wiêcim
pasternak@mdsm.pl Tel.: 0048 33 8432107 Fax: 0048 33 8433980      www.mdsm.pl  
 
Justyna Kozio³-Marzec, Jüdische Studien der Jagiellonen Universität, Krakau; FORUM Christen-Juden-Muslime; Stiftung PLAC ZGODY, Krakau 
 
 

 


Anmeldeformular:

Vorname, Name:______________________________

Alter: ______________________________________

Aktuelle Beschäftigung:________________________

Adresse:____________________________________

Tel., Fax, E-Mail:_______________________________

Anmeldeschluss: 31. Januar 2008 (spätere Anmeldung noch möglich).
Anmeldungen an: pasternak@mdsm.pl

 
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