NS-Totenkult
Nummer 02 / 1999
NS-Totenkult in Hude
Hude. Der Kulturausschuß des Gemeinderates in Hude (Kreis Oldenburg) will sich am 26. Januar in einer nicht-öffentlichen Sitzung mit dem »Ahnenstättenverein Hilligenloh« befassen. Der örtliche Pfarrer der evangelischen Kirche, Reiner Backenköhler, hatte dagegen protestiert, daß auf dem über 60 Jahre alten Friedhof des Vereins u.a. SS-Runen und Hakenkreuze zu sehen seien. Der »Ahnenstättenverein«, so Backenköhler, basiere auf dem von dem ehemaligen General Ludendorff (1865-1937) und seiner Frau Mathilde (1877-1966) gegründeten »Bund für Gotteserkenntnis«, der eine »antipluralistische, rassistische und vor allem antisemitische« Weltanschauung vertrete und darum u.a. im Jahre 1961 verboten wurde. In der Tat finden sich in »Mensch und Maß«, dem organ des Ludendorff-Bundes, Todesanzeigen des Vereins wieder. So wurde dort u.a. 1984 dem verstorbenen ehemaligen Vorsitzenden des »Ahnenstättenvereins Hilligenloh«, Heino Reincke, gedacht, der immer »treu zur Idee des Ahnenstättenvereins und ihrer Verwurzelung in der Gotteserkenntnis« gestanden habe. »Angriffe von außen« habe Reincke immer »erfolgreich abwehren« können, heißt es dort. Nach Einschätzung von Backenköhler gehören dem Verein heute noch etwa 100 Mitglieder an.
Eine weitere Begräbnisstätte dieser Art befindet sich in der Nähe des Ortes Wiefelstede nördlich von Oldenburg. Träger ist hier der »Ahnenstättenverein Conneforde e.V.«, der sogar über einen Beirat und eine Stättenverwaltung verfügt. Vorsitzender dieses Vereins war noch Ende 1997 Alfred E. Manke aus Bassum. Manke gehörte 1970 der neofaschistischen »Aktion Widerstand« an, kandidierte 1972 für die NPD zur Bundestagswahl und betrieb ab 1974 die Schulungsstätte »Deutsches Arbeitszentrum«. Zuletzt betätigten sich Alfred und Karin Manke für die österreichische »Arbeitsgemeinschaft für demokratische Politik« (AFP) um den wegen NS-Wiederbetätigung verurteilten Konrad Windisch.
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