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Auch heute noch fordern Frauen "Brot und Rosen"

9. März 2008 , Geschrieben von Parents Veröffentlicht in #Frauen

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Mit den sozialen Forderungen knüpfen die Gewerkschaftsfrauen an die Tradition des 1910 von der 2. Internationalen Konferenz sozialistischer Frauen beschlossenen Internationalen Frauentages an. “Brot und Rosen“ heißt das Lied, dass beim Streik von 14.000 amerikanischen Textilarbeiterinnen gegen Hungerlöhne und Kinderarbeit 1912 entstand. Seit diesem Datum sind rote Rosen das Symbol des Weltfrauentages.

 

Auch heute noch fordern Frauen

 

2000 Rote Rosen

“Brot und Rosen“


aus menschen- und umweltschonender Produktion

 

verteilen zum Internationalen Frauentag Gewerkschafterlnnen von IG Metall, ver.di, NGG, BCE, DGB an Kolleginnen am Arbeitsplatz, an erwerbslose Kolleginnen und an die Frauen, die solidarisch und mit Zivilcourage andere unterstützen - zwischen Lindwedel -Schneverdingen -Rethem. Wir würdigen damit die Arbeit und den Kampf der Frauen für soziale Rechte.

 

Die mediclin Soltau (Reha-Klinik) ist demnächst in 4 Firmen aufgeteilt. Der mediclin-Konzern teilt bundes-weit jedes Haus in 4 Teile: MC Catering, MC Thera­pie, Reinigungskonzern Klüh und nur Pflege, Medizin, Labor bleiben bei der Muttergesellschaft. Von den Frauen, die z.T. seit 20 Jahren hier arbeiten, sind nur 2 geblieben. Leistungsverdichtung setzt Firma Klüh mit neu-eingestellten Frauen und neuen Arbeitsver­trägen durch. Die Zerschlagung des Betriebsrats ist eine weitere Folge der Betriebsaufspaltung. Empfeh­lung an alle: Erhaltet euch einen gemeinsamen Standort-Betriebsrat fl

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Carl Breiding Sohn GmbH & Co KG Soltau, überwiegend ein Frauenbetrieb, entließ nach der Pleite 2005 gleich 120 von 220 Beschäftigten. Durch Lohnverzicht erhalten die Verbliebenen die Folge-Gesellschaft. 2006 weitere Entlassungen. Mangels Masse werden Sozialplanzahlungen nicht erfüllt. Dann Verkauf der Firma, Entlassungen. Die neuen Herren versuchen vergeblich gegen den Widerstand der schon arg gebeutelten verbliebenen 55 Beschäftigten Lohnsenkungen und Entlassungen durchzusetzen. Sie bluten den Betrieb aus, nennen die Firma um und verlegen den Sitz von Soltau weg. Im Mai 2007 teilt plötzlich ein Firmenanwalt mit, dass alle sofort von der Arbeit freigestellt sind. Die Eigentümer lassen sich nie mehr sehen. Nur durch das Engagement einiger ArbeiterInnen wird die Zahlung von Arbeitslosen- und Insolvenzgeld gesichert. Demokratisches Recht auf Profit darf hierzulande soziale Existenzen vernichten.

 

Die Durchsetzung des Mindestlohns für private Briefzusteller ist ein historischer Erfolg und wegwei­send für andere Branchen. Einige Briefdienstleister­firmen verweigern weiterhin Mindestlohn und klagen vor Gericht. ver.di bietet seinen Mitgliedern ab dem ersten Tag hierzu Rechtsschutz.

Im Hotel- und Gaststättengewerbe gibt es seit 2003 keine Entgelt-Tarifverträge mehr, auch der Manteltarif ist lediglich in der Nachwirkung. Diese Unternehmer sind ähnlich den Bäckern und Fleischern nicht bereit Tarife abzuschließen. Gesetzlicher Mindestlohn ist deshalb zwingend notwendig.

 

 

Die Leiharbeitsfirma Randstad in Soltau lieh eine Bürofachfrau an einen Händler aus. Der Händler war zufrieden und wollte sie später direkt bei sich einstellen. Das ging nicht, weil ihr Vertrag mit Randstad, ihr verbot, zu der Firma zu wechseln. Denn Randstad will weiter an seinen Leiharbeiterlnnen verdienen. Später verlieh Randstad die Bürofachkraft widerrechtlich als Arbeiterin an eine Wäscherei. All

 

diese Vertragsklauseln sind nicht rechtens.

 

 

Bund und Kommunaler Arbeitgeberverband wollen mittels einer Mini-Lohnerhöhung von tatsächlich unter 1 % die 40-Stundenwoche zurückholen. Zwei Drittel der Erzieherinnen arbeiten in Teilzeit. Für sie bedeutet das einen finanziellen Verlust von 20 %. Durch die Kostendeckelung würde das in Krankenhäusern zu Stellenabbau führen. Dort versorgt schon seit Jahren immer weniger Personal immer mehr Patienten mit obendrein kürzeren Liegezeiten. Für den Lebensunterhalt steigen die Preise. Allein am 4.3.08 streikten in SFA über 150 Beschäftigte. Die Beteiligung von Frauen ist besonders hoch.

 

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Die WISAG Gebäudereinigung Nord in Schnever­dingen beschäftigt Frauen “auf Abruf“ in Minijobs. Rüstzeiten werden nicht bezahlt und Neuen gönnt man keine Einarbeitungszeit. Vom ersten Tag an bekommen sie Lohn nach den knappen Zeitvorgaben für Reinigungsflächen. Eine Kollegin erfuhr erst davon, als sie für 20 Stunden Arbeit nur 10 bezahlt bekam. Wer daraufhin nicht wieder kommt, soll mit Zahlung

     von        1          Wochenlohn         wegen         angeblicher

“vertragswidriger Kündigung“ bestraft werden. ver.di prüft, ob das mit rechten Dingen zugeht.

 

Im Handel sind nahezu überall die Schranken der Öffnungszeiten gefallen. Während Politik die Familie als sehr bedeutend hinstellt, bleibt für das Familienleben der Verkäuferinnen nur noch wenig Zeit.

Hiermit hatte das Personal von Kaufland in Soltau in besonderer Weise zu kämpfen. Der Betriebsrat hat das Schlimmste verhindert. Weil immer noch viele Frauen auf 400-Euro-Basis arbeiten, engagiert sich der Betriebsrat für sozialversicherungspflichtige Jobs.

HARTZ 4 schaffi millionenfach Armut. Kontrolle der Lebensverhältnisse und Zwang zu jedwedem Job - zur materiellen Enteignung kommt die Enteignung von Würde und Autonomie hinzu. Während Einkom-mens­Millionäre gesetzlich größere Steuerfreiheit ge-nießen, steigen die Sanktionen gegen HARTZ 4- Abhängige. So ist manche/r gar obdachlos geworden. Von besonderem Übel ist, dass Kindergeld ange-rechnet wird und Lernmittel von dem Wenigen aufgebracht werden müssen. Nur wenige Kommunen zahlen freiwillig die Lernmittel.

 

“Aufstocker“ sind Menschen, die wegen geringem Erwerbseinkommen Sozialleistungen hinzu bekom­men. Statt eines existenzsichernden Mindestlohns bezahlt der Staat Unternehmern das Anheuern billiger Arbeitskräfte auf diese Weise. Betroffene sind meist Frauen, auch Teilzeit-Erzieherinflen in einer “Sozial-Firma“.

DGB

Das Rentensystem bietet keine Sicherheit. Die Zahl der Armutsrenten steigt, gerade auch infolge jahre­langen Min~obbens und niedriger Rentenbeiträge bei Arbeitslosigkeit. Auch die Zahl derer wächst, die bei Rentenbeginn zunächst ihre, oft nur geringen Spar-vermögen aufbrauchen müssen. Dagegen schlagen Sozialverbände Krach - der VdK fordert: “Angesichts des wachsenden Reichtums auf der einen und der zunehmenden Armut auf der anderen Seite, kann man den wohlhabendsten 5 % der Bevölkerung durchaus wieder eine Vermögenssteuer zumuten.“

 

Frühförderung von behinderten Kindern findet meist in den Familien statt. Landesregierung und Krankenkassen wollen davon etwa ein Viertel streichen. Selbst die Fahrzeiten der Therapeutlnnen sollen auf die Therapiestunden angerechnet werden. Weil das die notwendige Frühförderung nahezu sinnlos macht, lehnen Lebenshilfe und Paritäten das grundsätzlich ab.

 

 

Allen Erkenntnissen zum Trotz werden bereits 10-jährige für‘s 3-gliedrige Schulsystem auseinander sortiert. Immer stärker bestimmt wieder die soziale Herkunft den Bildungsweg. Weil zuwenig Lehrkräfte eingestellt werden, fällt viel zu oft Unterricht aus.

 

 

 

 

 

Nazis haben in vielen Orten Strukturen entwickelt. Als “nette Nazis von nebenan“ suchen sie Akzeptanz und schlagen nicht nur nachts andere nieder. Mit Musik und Feten binden sie nicht nur perspektiviose Jugendliche an sich. Sie schieben Migrantlnnen und Obdachlosen die Schuld zu, die aber von unsoziale Unternehmen und Politik praktiziert wird. Antifaschistischer Aufklärung und Widerstand ist zu verdanken, dass in SFA die NPD nur vereinzelt 6,5 % Wahistimmen errichte. Couragiert schickten Ver­käuferinnen von Supermärkten in Schneverdin­gen und Bad Fallingbostel faust-schwingende und “nette“ Nazis auf die Straße!!



 

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