Ein paar Pöbeleien und Platzverbote | WZ-Online
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| Ein paar Pöbeleien und Platzverbote | ||
| Ein paar gegenseitige Pöbeleien und Platzverweise gegen eine kleine rechte Gruppe: Es bleibt an diesem Karfreitag ruhig bei der Veranstaltung „Aufklärung über die Inhalte der Ludendorffer-Philosophie“ in der Dorfmarker Ortsmitte. Auch als rund 70 junge Leute aus dem Workcamp Bergen-Belsen (mit dabei: die Nichte von Nelson Mandela, WZ berichtete) mit Plakaten anmarschieren und „Youth against Racism“ – Jugend gegen Rassismus – skandieren, hat die stark aufmarschierte Polizei alles im Griff. Und dennoch ist Dorfmark (wieder einmal) auch überregional in den negativen Schlagzeilen. | ||
| Dorfmark. Die wenigen Einheimischen, die sich zu der Info-Veranstaltung gesellen, organisiert von einem Bündnis unter anderem aus Gewerkschaften und SPD, haben gemischte Gefühle: „Die Ludendorffer kommen seit Jahrzehnten hierher und bisher war es immer friedlich. Jetzt werden mit dem Protest gegen sie auch rechtsextreme Gruppen angelockt, die wir nicht hier haben möchten“, bringt es ein Passant auf den Punkt. „Und schon wird auch Dorfmark wieder in die rechte Ecke gerückt.“ Tatsächlich trifft sich der „Bund der Gotterkenntnis“, die sogenannten Ludendorffer, jedes Jahr zu Ostern im beschaulichen Dorfmark. Einige Gastronomen, bei denen die Gruppe mit in der Regel mehr als 100 Personen übernachtet und tagt, begründen ihre Toleranz – schließlich werden die Ludendorffer von den Verfassungsbehörden als rechtsextrem eingestuft – mit der wirtschaftlichen Notwendigkeit in dieser Jahreszeit. Ein Argument, das bei Professor Dr. Hans-Jürgen Sternowsky (Kreis-SPD) Kopfschütteln auslöst: „Die anderen Orte sind doch auch nicht leer über Ostern, und da sind keine Ludendorffer. Wir brauchen sie nicht für den Tourismus.“ Annette Schütz (ebenfalls SPD) bekräftigt: „Es ist kein unausweichliches Muss, diese Leute zu nehmen, sondern eine Entscheidung.“ Bereits zum zweiten Mal ist in diesem Jahr daher der Stand mit Info-Blättern in Dorfmark aufgebaut. „Wir machen so lange weiter, bis sie raus sind“, kündigt Hauptorganisatorin Nicole Ahrens weitere Aufklärungsveranstaltungen an. Ihr Ziel: „Ein Dorf ohne Rassismus, ein Dorf mit Courage.“ Und bevor es zum Ende der zweistündigen Veranstaltung doch noch zu unschönen Szenen kommen kann, kühlt ein Regen- und Graupelschauer die Gemüter wieder ab. Zumindest bis Karfreitag 2009. |
Und der Artikel in der Papierausgabe:
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