„Nie wieder Krieg – nie wieder Faschismus“
Vor 63 Jahren, am 15. April 1945 wurde das KZ Bergen - Belsen befreit. Am 8.Mai endeten Naziherrschaft und Zweiter Weltkrieg für ganz Deutschland, ein demokratischer und friedlicher Neubeginn wurde möglich. Alle demokratischen Kräfte stimmten in der Einsicht überein:
„Nie wieder Krieg – nie wieder Faschismus“.
Die VVN gründete sich gleich in der ersten Stunde nach der Nazibarbarei. Erste Mitglieder waren überlebende Widerstandskämpfer aus Konzentrationslagern und aus der Emigration. Sie wollten das Vermächtnis der Buchenwaldhäftlinge in einem befreiten Deutschland wahr machen. Doch schon bald zeigte sich, dass nach kurzer Anstandspause die alten Nazis im Westen auf allen Ebenen der Justiz, sogar in Regierungsämtern, wieder Machtpositionen einnahmen.
Gerd Arntz, Für’s Vaterland, 1936
63 Jahre nach der Befreiung vom Faschismus ist die geschichtliche Mahnung „NIE WIEDER KRIEG – NIE WIEDER FASCHISMUS!“ aktueller denn je. Vieles von dem, was nach 1945 überwunden schien, hat sich ohne Maske zurückgemeldet:
- Drohungen mit militärischer Gewalt und völkerrechts- widrige Angriffskriege sind wieder zu Mitteln der imperialistischen Großmächte geworden.
- Auch deutsche Soldaten stehen wieder in fremden Ländern. Entgegen dem deutschen Grundgesetz bejaht die geltende Militärdoktrin Kampfeinsätze in aller Welt.
- Der sog. EU-Reformvertrag, der uns jetzt ohne Referendum untergejubelt werden soll, ermöglicht wie die ursprüngliche ‚EU-Verfassung’ die Militarisierung der Europäischen Union ohne Einschaltung der nationalen Parlamente bis hin zur globalen Kriegsführungsfähigkeit – Abrüstung wird nicht als Ziel der Politik genannt.
- Neonazistische Organisationen haben in Deutschland wieder Zulauf. Trotz negativer Wahlergebnisse (1,5% in Nds.) kann nicht etwa Entwarnung gegeben werden. Die sog. „demokratische Öffentlichkeit“ führt wie bisher pflichtschuldige Gegenrede, fordert "Aufklärung" ein - und geht regelmäßig zur Tagesordnung über.
Das soziale Klima ist bestimmt von steigender Arbeitslosigkeit einerseits und Vermehrung des Reichtums bei einer Minderheit. Hier können Neonazis demagogisch leicht anknüpfen: Schuld an der katastrophalen sozialen Lage seien die Ausländer, es wird gehetzt gegen Immigranten und Antifaschisten. Soziale Probleme werden von Neonazis in nationale Probleme umgemünzt und propagandistisch benutzt.
Die offizielle Politik zeigt keine Entschiedenheit im Kampf gegen Rechts. Von notwendiger kontinuierlicher finanzieller und politischer Unterstützung kann nicht die Rede sein.
Bei Demonstrationen gegen Nazis werden AntifaschistInnen jeden Alters sogar regelmäßig von der Polizei bedroht, verfolgt und körperlich angegriffen.
Unterschriftenaktion no npd
Am 27.Januar 2007 startete die VVN/BdA ihre Unterschriftenaktion für die Wiederaufnahme eines NPD-Verbotsverfahrens. Schon bald wurde sie massenhaft unterstützt von Gewerkschaften und Initiativen in der ganzen BRD. Bis zum 9.November wurden über 175 000 Unterschriften gesammelt.
Es zeugt von entlarvender Ignoranz, dass diese Unterschriften dem Petitionsausschuss des Bundestages seit über einem viertel Jahr vorliegen, ohne dass eine Reaktion erfolgt ist.
Den Opfern rechter Gewalt und dem Fortschritt im Sinne einer demokratischen Entwicklung nützen Lippenbekenntnisse nichts!
Wir AntifaschistInnen fordern stattdessen:
- Verbot und Auflösung aller neonazistischen, rassistischen und ausländerfeindlichen Parteien, Organisationen und Publikationen gemäß Grundgesetz.
- Ablehnung einer Militarisierung der Europäischen Union: Nicht nur von deutschem Boden, auch von europäischem Boden darf kein Krieg mehr ausgehen.
- Aufarbeitung und Information über die Geschichte des deutschen antifaschistischen Widerstandes.
Skizze Gedenkstätte Bergen-Belsen und
Sowjetischer Kriegsgefangenenfriedhof
Der Sowjetische Kriegsgefangenenfriedhof ist erreichtbar
- zu Fuß vom Obelisken (2) aus
- mit dem Auto vom Parkplatz der Gedenkstätte (1) aus Ri Bergen, nach ca 1km links ab, dem Hinweisschild „Russische Kriegsgräberstätte“ folgen (taucht mehrmals auf). Nach ca 5km dem Richtungsschild „Meißendorf“, nicht der Panzerstraße, folgen. Gleich links liegt der Parkplatz des Friedhofs (3).
V.i.S.d.P.: M.Hartung, Vereinigung der Verfolgten des Naziregimes/Bund der AntifaschistInnen (VVN/BdA),
Nds e.V. , Rolandstr.16 30 161 Hannover
e-mail: niedersachsen@vvn-bda.de
Orte des Gedenkens und Mahnens
So., 13.4. 11.00h am Obelisken:
Stille Kranzniederlegung zum 63.Jahrestag der Befreiung des KZ Bergen-Belsen; es laden ein: Land Nds., Stiftung nieders. Gedenkstätten und Landesverband jüdische Gemeinden Nds.
Wir gedenken der über 20 000 sowjetischen Kriegsgefangenen, die hier unter menschenunwürdigen Bedingungen ihr Leben lassen mussten. Zum Schutz vor der Eiseskälte konnten sie sich nur in Erdhöhlen eingraben. Sie wurden ermordet oder starben elend an Hunger, Kälte und Seuchen.
Es werden sprechen:
§ Mechthild Hartung, VVN/BdA Nds, Moderation
§ Mark Tilewitsch, Moskau, Überlebender von Wietzendorf und KZ Sachsenhausen
§ Rolf Keller, Stiftung nds.Gedenkstätten
§ Paul Stern, ver.di-Vorstand Celle
§ Dimitri Tukuser, Liberale Jüdische Gemeinde Wolfsburg - Region BS e.V.
Den würdigen musikalischen Rahmen gestalten BläserInnen der Kirchenkreiskantorei Wolfsburg.
Sa, 19.4., Rampe: Lichter auf Schienen (AG B.-B.)
So., 20.4., Rampe: Gedenkfeier mit der Überlebenden von Auschwitz und Bergen-Belsen Dagmar Lieblova, Prag (AG Bergen-Belsen e.V.)
Faschismus ist keine Meinung ,
sondern ein Verbrechen!
13. April 2008: 63. Jahrestag der Befreiung des Konzentrationslagers Bergen-Belsen
„NICHTS IST VERGESSEN UND NIEMAND!“
“Die Vernichtung des Nazismus mit seinen Wurzeln ist unsere Losung. Der Aufbau einer neuen Welt des Friedens und der Freiheit ist unser Ziel. “ (aus dem Schwur der Häftlinge von Buchenwald)
Die Mitglieder der VVN/BdA sind dem Schwur von Buchenwald verpflichtet.
Sie verneigen sich vor allen Opfern des Naziregimes.
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