"Ludendorffer sind Antisemiten und Neonazis"

Bad Fallingbostel/Dorfmark. Ein Bündnis aus Gewerkschaften, Parteien und Initiativen informierte zu «Ludendorffer - religiöse Begründung für menschenverachtende Nazi-Ideologie». Wie Versammlungsleiter Charly Braun vom DGB informierte, lehnten es in Dorfmark Kirche und Gaststätte ab, diese Veranstaltung bei sich stattfinden zu lassen. In Lokale, wo die rassistischen Ludendorffer tagen, wollte man nicht. So fand dieser Info-Abend denn in Fallingbostel statt.
Die Referentin Lisa Böhne, Erziehungswissenschaftlerin aus Osnabrück, hat sich seit Jahren «meterweise» durch die Schriften von Mathilde Ludendorff, Gründerin des rassistischen «Bund für deutsche Gotterkenntnis», gelesen. Die Frau des Hitler-Putschgefährten General Ludendorff, teilt die Menschen in «Licht- und Schachtrassen» ein. Nach ihrer Theorie «wähnen sich die Rassen und Völker mit ,Lichtlehren dem Göttlichen nahe, während die Rassen mit ,Schachtlehrenim Gehorsam ihr tiefes religiöses Erleben finden.» Den sogenannten Schachtrassen dichtet Frau Ludendorff denn gleich noch «Unvollkommenheit und Sündhaftigkeit» als sogenannten «Volkscharakter» an. Mit vielen Zitaten belegte die Referentin wie nach der Ludendorff-Theorie «Rassenmischung zum Volkstod» führe. So verwundert es nicht, dass der Herrenrassenwahn der Nazis mit ausgrenzenden und zu Massenmord führenden Rassegesetzen, von Mathilde Ludendorff begrüßt wurde. Nach der Ludendorff-Lehre sei das deutsche Volk durch Kommunismus, Freimaurer- und Christentum «entwurzelt, so dass Juda leichtes Spiel hat». Die «jüdische Schachtrasse» schädige über «verjudete christliche Erziehung» deutsche Kinder. Dagegen müssten die «Lichtrassen» mit ihrem «Recht des Stärkeren» vorgehen.
«Gibt es noch übleren Antisemitismus?» fragte Lisa Böhne, Sprecherin der VVN/BdA Osnabrück.
Lokalhistorikerin Böhne zeigte auf, wie der Ludendorffer «Bund für Gotterkenntnis» Kinder und Jugendliche in dieser aggressiven rassistischen Weltanschauung erzieht. Dieser Herrenrassenglaube bietet Grundlage für Ausgrenzung, Vernichtung und heutige Nazi-Anschläge auf MigrantInnen und politische und religiöse Gegner. Kein Wunder, dass zu den Ostertagungen der Ludendorffer in Dorfmark sich auch bekannte Nazis einfinden.
Es kann straffrei gesagt werden, dass Ludendorffer Antisemiten und Neofaschisten sind, erklärte Steffen Ahrens, Rechtsanwalt und stellvertretender Bürgermeister. Beim Verdener Landgerichtsprozess zogen kürzlich die Ludendorffer ihre Verleumdungsklage zurück, um nicht auch noch per Gerichtsurteil Antisemitismus und Neofaschismus bestätigt zu bekommen.
Welchen Anhang die Ludendorffer haben, wurde auch dadurch deutlich, dass eine Gruppe «Autonomer Nationalisten» vorm Tagungslokal demonstrierte. Als junge AntifaschistInnen den Nazis den Einlass verwehrten, wurde einem Antifaschisten eine Flasche auf dem Kopf zerschlagen. Während der im Krankenhaus behandelt wurde, durchsuchte die Polizei Nazis und AntifaschistInnen und erteilte den Nazis Platzverweise.
Bündnissprecher Charly Braun versprach, so lange vor Ort gegen die Ludendorffer zu agieren, bis sie niemand mehr in Dorfmark aufnimmt. Die SPD lädt für Karfreitag 21.3.08 ab 14 Uhr zu einer Informationsaktion nach Dorfmark ein, gegenüber «Hotel Deutsches Haus» einem der Ludendorffer-Tagungslokale.
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