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Kriegsgefangenenfriedhof Hörsten (Bergen-Belsen)

4. April 2008 , Geschrieben von Parents Veröffentlicht in #Bergen Belsen

nur am 15.4.08 morgens oder nachmittags steht der ehem. sowjet. Kriegsgefangene Mark Tilewitsch als Zeitzeuge zur Verfügung. Der heute 85jährige überlebte das Stalag Wietzendorf trotz brutalster Bedingungen unter denen Zehntausende elendig verreckten.

Mark Tilewitsch wird am So 13.4.08 um 13 Uhr bei der Gedenkfeier auf dem Stalag-Friedhof Belsen-Hörsten sprechen.

Das Zeitzeugengespräch mit Jugendlichen oder SchülerInnen / Schulklassen soll am 15.4.08 in der Gedenkstätte Bergen-Belsen stattfinden.


  Kriegsgefangenenfriedhof Hörsten (Bergen-Belsen):

  Historischer Hintergrund:

 

Etwa 1 km von der Gedenkstätte Bergen-Belsen entfernt liegt der Kriegsgefangenen-friedhof Hörsten, die letzte Ruhestätte für etwa 20 000 sowjetische Kriegsgefangene.

 

Nach dem deutschen Überfall auf die Sowjetunion am 22. Juni 1941 wurden viele Tausende Rotarmisten als Kriegsgefangene nach Deutschland gebracht und in sog. „Russenlagern“ eingesperrt. Solche Lager entstanden auch in der Lüneburger Heide: in Wietzendorf, in Oerbke und in Bergen-Belsen. Die Behandlung der Kriegsgefangenen war – entgegen allen internationalen Abkommen – unmenschlich: Stacheldraht, Wachtürme, offene Latrinen, keine Unterkünfte, nur Erdhöhlen, unzureichende Ernährung! Unter diesen verheerenden Bedingungen starben allein im Lager Bergen-Belsen im Winter 1941/42 ca. 14 000. Sie wurden auf einem in der Nähe des Lagers eingerichteten Friedhof in Massengräbern verscharrt und noch im Tode jeder Menschenwürde beraubt, ohne Kennzeichnung der Grablage, ohne Nennung ihrer Namen.

 

Als „unbekannte Tote“ galten sie noch bis nach1990. Man fand in der Nähe von Moskau in einem Archiv die Karteikarten von allen sowjetischen Kriegsgefangenen.


Mark Tilewitsch

 

 

10. Juli 1922

geboren in Moskau in einer jüdisch-ukrainischen Familie

 

1930–1940

Schulbesuch in Moskau

 

Herbst 1940

Einberufung zur Roten Armee, Armeedienst in Litauen

 

Juli 1941

Gefangennahme nach Verwundung

 

Herbst 1941

Transport über das Lager Ebenrode in Ostpreußen in das Stalag X D (310) Wietzendorf

Transport in das Arbeitskommando Meinkingsburg bei Nienburg

 

Ende Juni 1943

Flucht aus dem Arbeitskommando Meinkingsburg

 

Sommer 1943

Wiederergreifung bei Hannover

Verlegung in das Straflager Kirchdorf bei Nienburg

Verhaftung wegen Fluchtvorbereitung

Gestapogefängnis in Nienburg

 

20. November 1943

Einlieferung in das KZ Sachsenhausen

 

2. Mai 1945

Befreiung bei Schwerin während des Todesmarsches

 

1945–1946

Armeedienst in der sowjetischen Besatzungszone

 

1946

Heirat

 

ein Sohn

 

1946–1951

Studium an der Hochschule für Verlagswesen in Moskau

 

1951–2006

Arbeit als Journalist, später als stellvertretender Chefredakteur

der Automobilzeitschrift „Sa ruljom“ („Am Steuer“)

 

seit 2006

Berater des Chefredakteurs der Automobilzeitschrift „Sa ruljom“

 

1957–1991

ehrenamtliche Tätigkeit im sowjetischen Kriegsveteranenverband

 

seit 1984

Vizepräsident des Internationalen Sachsenhausen-Komitees

 

seit Mitte der 1990er Jahre

Vizepräsident des russischen Verbandes ehemaliger KZ-Häftlinge

Mitglied im internationalen Beirat der Stiftung Brandenburgische Gedenkstätten

 

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