10.000 demonstrierten gegen Naziaufmarsch in Hamburg am 1. Mai
Volksverhetzende Transparente, Parolen und Reden und gewalttätige Angriffe vonseiten der Nazis
Hamburg . Mit 10.000 Teilnehmerinnen und Teilnehmern ist der Protest gegen den Naziaufmarsch in Hamburg-Barmbek zur größten antifaschistischen Veranstaltung seit über einem Jahrzehnt in Hamburg geworden. «Mit so vielen Leuten haben wir nicht gerechnet», meint der Sprecher des Hamburger Bündnisses gegen Rechts, Wolfram Siede.
In nahezu jedem Geschäft auf der Fuhlsbüttler Straße hängen die Plakate der Initiative «Barmbek sagt Nein zu Neonazis», unterzeichnet von 43 Sozialkulturellen Einrichtungen und Geschäften aus dem Stadtteil. «Besonders gefreut hat mich, dass sich so viele Menschen aus Barmbek den Protesten angeschlossen haben, meint Rainer Hanno, Pastor an der Auferstehungskirche. Dort, und in weiteren acht Kirchen läuteten Punkt 14.00 Uhr die Glocken als Zeichen des gemeinsamen Protestes. Barmbek war in Volksfeststimmung und den gesamten Tag über auf den Beinen. So war es über Stunden der Polizei nicht möglich, die Nazis vom S-Bahnhof Alte Wöhr gegen den Protest vieler tausender Demonstranten loslaufen zu lassen.
Am Schluss verließ die Hamburger Innenbehörde dann «die Sprache der Vernunft und man griff zur altbekannten Sprache der Gewalt», so Wolfram Siede. Unerträglich auch die Richterschelte des ,Noch-Innensenators Nagel. Der Rechtssenat bedauert offensichtlich immer noch, dass die Nazis nicht in einem von jeglichem Protest abgeriegelten Stadtteil ziehen konnten. In einer Eilentscheidung war das Oberlandesgericht am Vorabend der antifaschistischen Maidemonstration den Argumenten des Hamburger Bündnisses gegen Rechts gefolgt. Die von der Versammlungsbehörde ursprünglich verfügte Totalabsperrung des Stadtteils wurde aufgehoben!
Christiane Schneider, Abgeordnete der Bürgerschaftsfraktion DIE LINKE., dazu: «Die Proteste sowie die Angriffe der Nazis auf Polizeibeamte hätten zur Auflösung der Veranstaltung nach Maßgabe des polizeilichen Notstandes führen müssen. Die Einsatzleitung der Polizei schien nicht davon angetan zu sein, für die Nazis, die ihre Beamten zuvor angegriffen haben, den Weg mit Wasserwerfer- und Schlagstockeinsatz gegen einen ganzen Stadtteil frei zu prügeln». Christiane Schneider spricht in diesem Zusammenhang von einer «politisch gewollten Entscheidung, die Nazis laufen zu lassen».
Bereits am Vorabend lieferten mehr als 5000 Menschen (Angaben der Veranstalter) beim LKW-Konzert ein eindrucksvolles «Warm up» zur Demonstration.
Bündnis gegen Rechts, Hamburg www.keine-stimme-den-nazis.de/image%2F1377997%2F20150108%2Fob_508aca_kban.jpg)