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16 Prozent der Jugend sagt Ja zu Gewalt

11. Juni 2008 , Geschrieben von Parents Veröffentlicht in #Politik

Stade -

Jeder sechste Jugendliche im Landkreis Stade lehnt Gewalt gegen Ausländer nicht grundsätzlich ab. Das beinhaltet auch Gewalt von Ausländern untereinander. Die Hälfte der Jugendlichen meint, dass es zu viele Ausländer im Landkreis Stade gebe. Das sind die alarmierenden Ergebnisse einer repräsentativen Befragung von Jugendlichen zum Demokratieverständnis im Landkreis Stade, die jetzt erstmals öffentlich im Kreis-Jugendhilfeausschuss vorgestellt wurde. Die Autorin der Studie, die im Auftrag des Kreisjugendrings Stade erstellt wurde, die Erziehungswissenschaftlerin Marlies Stelten (25) aus Buxtehude: "Das sind ziemlich hohe Werte."

In ersten Stellungnahmen zeigten sich die Jugendpolitiker des Stader Kreistages überrascht und besorgt: "Eine Gewaltakzeptanz von 16 Prozent halte ich für außergewöhnlich hoch", sagt CDU-Kreischef Hermann Krusemark. Das sieht auch Harald Stechmann von der SPD so: "Das Thema Gewalt müssen wir ernst nehmen."

Im Endergebnis und im Vergleich zu anderen Jugendstudien in Deutschland gebe es nach Meinung von Marlies Stelten aber keine Hinweise, dass der Landkreis Stade ein "riesiges Extremismus-Problem" habe. Vorhanden sei aber eine Grundlage, an der extreme Gruppen anknüpfen könnten.

Wie ticken die jungen Leute im Landkreis Stade politisch? Dazu sind 1371 Jugendliche im Alter von 14 bis 21 Jahren im Auftrag des Kreisjugendrings Stade an den Schulen befragt worden. Die meisten von ihnen waren zwischen 14 und 16 Jahre alt. Nicht einbezogen waren Schüler aus den Städten Buxtehude und Stade.

Sich für Politik zu interessieren, gehört heute ganz offenbar nicht mehr zum guten Ton: 62 Prozent aller Jugendlichen im Landkreis Stade gaben an, sich wenig oder gar nicht für Politik zu interessieren. Dabei ist das Interesse bei Jungen größer als bei Mädchen. Viele Jugendliche wissen nicht, was Kommunalpolitik ist. "Politik vor der eigenen Haustür wird von den Jugendlichen nicht wahrgenommen", so Marlies Stelten. Das zumindest wundert Buxtehudes SPD-Vorsitzenden Harald Stechmann nicht: "Als ich 18 Jahre alt war, wollte ich die Welt verändern - aber nicht den Landkreis Stade."

Wer Jugendliche für Politik begeistern will, muss neue Ausdrucksformen wählen. Die Studie zeigt: Jugendliche engagieren sich anders - über Musik, Konzerte und Kleidung.

tsu

erschienen am 11. Juni 2008 im Hamburger Abendblatt

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