"Wer von nichts weiß, kann sich auch nicht engagieren"
Hip-Hop-Band Culcha Candela
"Wer von nichts weiß, kann sich auch nicht engagieren"
Ein Gespräch über Engagement, Respekt und Multikulti
Culcha Candela
Foto: Culcha Candela
Berlin - Partybeats mit Inhalt, dafür steht die Hip-Hop-Band Culcha Candela. Die Mitglieder kommen aus fünf verschiedenen Nationen und engagieren sich gegen Rechtsextremismus und für Afrika. Viktoria Kleber hat am Rande ihres Auftritts bei Berlin 08 mit ihnen gesprochen.
Berlin 08 ist ein Festival für engagierte Jugendliche. Habt ihr euch früher auch engagiert?
Das habt ihr auf dem Festival gezeigt. Ihr habt drei Projekte ausgezeichnet.
Itchyban: Den Gewinnern unseres Projektwettbewerbs gegen Rassismus und gegen Gewalt haben wir eine Goldene Schallplatte verliehen. Wir finden es extrem gut, wenn sich Jugendliche in ihrer Freizeit oder in ihren Schulen gegen Rassismus engagieren. Das ist wichtig und muss gewürdigt werden.
Ihr selbst beschäftigt euch schon länger mit Rassismus und habt bei der CD "Kein Bock auf Nazis" mitgemacht.
DJ Chino: Mit dieser CD haben wir direkt auf rechte Gruppen reagiert. Sie haben ihre CDs auf Schulhöfen verteilt. Das hat uns so geschockt, dass wir unbedingt was dagegen unternehmen mussten. Rechte Gewalt ist ein Problem in Deutschland. Man muss den Leuten klarmachen, dass es total unmöglich ist, rechtsradikales Gedankengut in irgendeiner Weise zu verbreiten.
Ihr setzt euch aber nicht nur gegen Rechtsextremismus ein, sondern auch für Afrika. Was liegt euch hier am Herzen?
Johnny Strange: Ich komme aus Uganda und weiß, dass das Leben dort anders aussieht. Wir sind alles Menschen und müssen zusammenhalten, auch mit den Armen. In Uganda unterstützen wir den Bau von Brunnen, so kann die Wasserversorgung gesichert werden. Mit unserer neuen CD "Afrika Rise" fördern wir den Bau einer Schule in Uganda. Bildung ist wichtig, aber auch, dass die Jugendlichen eine Ausbildung bekommen. Wir denken also langfristig und investieren somit in die Zukunft von Uganda.
Laristo: Die meisten Leute können sich ein Leben wie in Uganda gar nicht vorstellen. Wer von nichts weiß, kann sich auch nicht engagieren. Das wollen wir ändern.
Ihr kommt aus fünf verschiedenen Ländern mit unterschiedlichen Kulturen und seid somit ein gutes Beispiel für Multikulti. Wie funktioniert das bei euch?
Larsito: Die kulturellen Unterschiede sind gar nicht so wichtig, viel wichtiger ist der Respekt! Es kommt viel mehr auf jeden Einzelnen an. Der Charakter ist wichtig und nicht die Herkunft. Man muss sich gegenseitigen Freiraum lassen und die Leute so akzeptieren wie sie sind. Dann kann man oft auch von den anderen lernen.
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