Kampagne "Ladenschluss" Bremen
Sonntag, 22. Juni 2008, 15:30
Kampagne "Ladenschluss" Bremen
Kampagne "Ladenschluss" Bremen
*Informationen des Bremer Bündnis gegen Rechts*
Im April 2008 hat in Bremen die Initiative "LADENSCHLUSS" in einer
Veranstaltungsreihe über rechten Lifestyle, die dahinter stehenden
Strukturen und die Bremer Neonazi-Szene aufgeklärt. Inzwischen ist
aus dieser Veranstaltungsreihe ein antifaschistisches Bündnis von
unterschiedlichen Initiativen, Einrichtungen und Organisationen
hervorgegangen, das die Kampagne "Ladenschluss" weiterentwickelt.
Das "Bremer Bündnis gegen Rechts" trägt diese Kampagne aktiv mit.
Schon im Dezember letzten Jahres hatte das "Bremer Bündnis gegen
Rechts" in einer Flugblattaktion darauf aufmerksam gemacht, dass sich mit dem
Laden "Sportsfreund" in der Faulenstraße 9 einer der wichtigen
Neonazi-Treffpunkte in Bremen am Rande der Innenstadt etabliert hat.
Der Betreiber, das Umfeld und die Kundschaft des Ladens bilden eine
brisante Mischung aus Neonazis und Schlägern der rechten
Hooligan-Szene. Wie hoch das rechte Gefahrenpotenzial um den Laden
des bekannten Neonazis Marten Ostendorf ist, belegt die jüngste
Aktion von Rechten am 18.6. in der Innenstadt. Sie wollten "ihren Laden"
gegen eine friedliche
Protestaktion der Kampagne Ladenschluss "verteidigen" und hatten sich
zu diesem Zweck mit Schlagstöcken, Reizgas und einem Messer
bewaffnet.
Sieben von ihnen wurden von der Polizei in Gewahrsam genommen,
einer verhaftet.
Die Kampangne Ladenschluss setzt ihre Aktivitäten fort. Die *nächste
Veranstaltung * findet direkt im Faulenquartier statt, um vor Ort
aufzuklären, und zwar am
*Donnerstag, den 3. Juli, um 20.30 Uhr in der Stephani-Gemeinde, *
*Stephanikirchhof 8, 28195 Bremen*
Die Veranstaltung wird über Betreiber, Geschäftspraktiken und Kunden
von Neonazi-Läden informieren. Näheres dazu in der Einladung im
Anhang.
Das *nächste Treffen des Bremer Bündnis gegen Rechts* findet wie
üblich
am letzten Donnerstag des Monats statt, also
*am 26.6.08 um 19.30 Uhr. Ort ist das im Nachbarschaftshaus
"Helene-Kaisen", Beim Ohlenhof 10.*
Zentraler Tagesordnungspunkt ist die Fortsetzung der Kampagne
"Ladenschluss". Wir freuen uns über rege Beteiligung, kreative
Beiträge und interessante Diskussionen.
Angesichts der Überfälle durch neofaschistische Gruppierungen und
Personen im Februar hatte das "Bremer Bündnis gegen Rechts" zu
Spenden aufgerufen, um die überfallenen Einrichtungen materiell
unterstützen zu
können. Wir konnten inzwischen einen Spendenscheck über 599,60 Euro
an besonders betroffene Geschädigte überreichen. Damit haben wir
unsere Solidarität mit den Opfern rechter Gewalt zum Ausdruck
gebracht und gleichzeitig einen praktischen Beitrag für die Kosten der
Reparaturverglasung leisten können. Herzlichen Dank an alle
Spenderinnen und Spender.
Wir möchten diese Information mit einem neuerlichen Spendenaufruf
verbinden:
Wir freuen uns über *Spenden für die Ladenschluss-Kampagne,* mit
denen
u.a. die Neuauflage der inzwischen fast vergriffenen
Informationsbroschüre "Ladenschluss" finanziert werden kann.
*Spenden unter dem Stichwort "Ladenschluss" bitte an das Konto des
Bremer Bündnis gegen Rechts: E.Lentz, Postbank Hannover, BLZ 25010030,
Konto-Nummer 123268306*
--
Das "Bremer Bündnis gegen Rechts" sorgt für Informationen und
Vernetzung von antifaschistischen Kräften in Bremen und umzu. Wer
Informationen weitergeben möchte, kann sie uns zusenden.
Das Weiterleiten von
empfangenen Informationen an andere Interessierte ist
selbstverständlich
erwünscht. Sollte jemand in den Verteiler aufgenommen
oder nicht mehr im
Verteiler bleiben wollen, reicht eine kleine Mail an uns.
taz Bremen, 18.06.08Nazis verhaftet
Bewaffnete Hooligans wollten Protest gegen rechtes Sportgeschäft verhindern, die Polizei setzte
sie fest
Um eine Auseinandersetzung zwischen rechtsradikalen Hooligans und Antifas in der Bremer
Innenstadt zu verhindern, nahm die Polizei am Montag sieben Personen in Gewahrsam.
Die Antifas wollten gegen ein Sportgeschäft in der Faulenstraße protestieren, dass von einem bekannten
Bremer Rechtsextremisten betrieben wird. Allerdings erfuhren sowohl gewaltbereite Hooligans, die den
Laden "verteidigen" wollten, als auch die Polizei schon vorher von dem Plan.
Die war nach eigenen Angaben "mit starken Kräften vor Ort" und nahm sieben der aufmarschierten rechten
Hooligans in Gewahrsam. Ein weiterer Rechter wurde festgenommen, weil gegen ihn ein Haftbefehl vorlag.
Bei den Rechten stellte die Polizei Schlagstöcke, Reizgas und ein Messer sicher.
Die Linken kamen nach Angaben der Polizei unbewaffnet. Gegen sie wurden dennoch Platzverweise
ausgesprochen. Nach Geschäftsschluss entließ die Polizei die rechten Hooligans aus dem Polizeigewahrsam.
Bereits seit einigen Monaten machen Antifas im Rahmen einer "Ladenschluss"-Kampagne auf das Geschäft in
der Faulenstraße und drei weitere mit der rechten Szene verstrickte Läden in Bremen aufmerksam,
denen eine stabilisierende Wirkung auf lokale Nazistrukturen zugeschrieben wird.
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