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Nahtz-Land: Kirche sieht kein Problem

29. Juni 2008 , Geschrieben von Parents Veröffentlicht in #Kampf gegen Nazis - Norddeutschland

Noch bis zum Jahr 2014 läuft ein Pachtvertrag, den die Johanniskirchen-Gemeinde in Eschede mit dem Rechtsextremisten Joachim Nahtz geschlossen hat. Aus diesem Vertrag herauszukommen, sei schwierig, sagen Juristen. Verständnis für die Kritik an der Gemeinde hat man im Kirchenvorstand nicht.

 

ESCHEDE. Der Pachtvertrag, den die Johanniskirchen-Gemeinde in Eschede mit dem Rechtsextremisten Joachim Nahtz geschlossen hatte, sorgt für Ärger. Nachdem auf dem Hof von Nahtz am Wochenende in Eschede erneut ein Nazi-Treffen stattgefunden hatte, war Kritik an der Kirche aufgekommen, die im Jahr 2002 einen Pachtvertrag mit Nahtz bis zum Jahr 2014 geschlossen hatte.

Horst Schurig, der Vorsitzende des Kirchenvorstands der Gemeinde, drückte aber sein Unverständnis an der Kritik aus. „Der Rechtsextremismus hat andere Ursachen als die zwei Grundstücke, die wir verpachtet haben“, so Schurig.

Wie groß die verpachtete Fläche ist, konnte Schurig nicht sagen. Es handele sich um „zwei kleinere Flächen“. Er verwies darauf, dass die Nazi-Treffen nicht auf den von der Kirche verpachteten Grundstücken stattfinden, sondern auf Nahtz eigenem Gelände. Der Pachtzins betrage im Jahr 1400 Euro, von dem die Landeskirche 90 Prozent erhalte.

Dort tat man sich gestern mit einer Stellungnahme schwer. Dass Pachtland der Kirche zu rechtsextremen Zwecken missbraucht werde, sei bislang einzigartig, sagte ein Sprecher. Es gebe aber eine Richtlinie, wonach bei der Verpachtung nach ökologischen und sozialen Gesichtspunkten vorgegangen werden soll.

Die Kirchengemeinde in Eschede hat indes angekündigt, bei der kommenden Vorstandssitzung das Thema zu erörtern. Man werde auch mit Juristen der Landeskirche das Gespräch suchen, wie man aus dem Vertrag herauskomme. Das dürfte aber schwer werden. Wie ein Jurist gestern dieser Zeitung sagte, sei es kaum möglich, einen solchen Vertrag aufzulösen, wenn der Pachtzins bezahlt werde.

 

 

Simon Ziegler

23.06.2008

Quelle: Cellesche Zeitung

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