Zensur bei Radio Flora: Überwachung der Moderatorin bei laufender Sendung
Presseerklärung
Zensur bei Radio Flora: Überwachung der Moderatorin bei laufender Sendung
Sehr geehrte Damen und Herren,
Was sich am 7.7.2008 bei Radio Flora abspielte, dürfte in der Radiogeschichte Westdeutschlands nach 1945 Seltenheitswert besitzen, wenn nicht sogar einzigartig sein.
Als die verantwortliche Redakteurin der Redaktion International, Mechthild Dortmund, zehn Minuten vor Beginn der Sendung das Studio betrat, teilte ihr ein Techniker mit: Auf Anweisung der Sendeleitung habe er ihre Moderation zu überprüfen. Falls sie das geplante Feature „Die Kampagne – Beseitigung eines selbstverwalteten Radiobetriebes in Hannover“ ankündige, müsse er die Übertragung „auf Anordnung des Chefs“ sofort abbrechen. Zunächst stand der Zensor direkt neben dem Mischpult neben der Redakteurin, dann zog er sich in die Technik zurück, um von dort die Sendung zu überwachen.
Mechthild Dortmund sprach zunächst über die Verfolgung von Journalisten und die Unterdrückung der Pressefreiheit in verschiedenen Ländern, kam dann auf die Situation in Deutschland zu sprechen und kündigte schließlich das Feature an. In diesem Augenblick würde die Übertragung abgeschaltet und Rockmusik eingeblendet.
Der Arbeitskreis Regionalgeschichte, der das Radiofeature zusammen mit der Redaktion International produzierte, protestiert gegen die Etablierung der Zensur bei Radio Flora, die Entmündigung der Redaktionen und die Aushebelung des Redaktionsstatuts. Offensichtlich soll der redaktionelle Teil des hannoverschen Bürgerradios zur Übernahme durch die Werbewirtschaft und den Kommerzfunk fit gemacht ... und über die Hintergründe soll geschwiegen werden.
Heute Abend, Dienstag, den 8.7.2008 um 19 Uhr werden die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Offenen Sendeplatzes „Interpol“, auf den die neuen "Chefs" rechtlich keinen unmittelbaren Zugriff haben, ein zweites Mal versuchen das inkriminierte Feature zu senden.
Mit freundlichen Grüßen
Arbeitskreis Regionalgeschichte
Zensur bei Radio Flora: Überwachung der Moderatorin bei laufender Sendung
Sehr geehrte Damen und Herren,
Was sich am 7.7.2008 bei Radio Flora abspielte, dürfte in der Radiogeschichte Westdeutschlands nach 1945 Seltenheitswert besitzen, wenn nicht sogar einzigartig sein.
Als die verantwortliche Redakteurin der Redaktion International, Mechthild Dortmund, zehn Minuten vor Beginn der Sendung das Studio betrat, teilte ihr ein Techniker mit: Auf Anweisung der Sendeleitung habe er ihre Moderation zu überprüfen. Falls sie das geplante Feature „Die Kampagne – Beseitigung eines selbstverwalteten Radiobetriebes in Hannover“ ankündige, müsse er die Übertragung „auf Anordnung des Chefs“ sofort abbrechen. Zunächst stand der Zensor direkt neben dem Mischpult neben der Redakteurin, dann zog er sich in die Technik zurück, um von dort die Sendung zu überwachen.
Mechthild Dortmund sprach zunächst über die Verfolgung von Journalisten und die Unterdrückung der Pressefreiheit in verschiedenen Ländern, kam dann auf die Situation in Deutschland zu sprechen und kündigte schließlich das Feature an. In diesem Augenblick würde die Übertragung abgeschaltet und Rockmusik eingeblendet.
Der Arbeitskreis Regionalgeschichte, der das Radiofeature zusammen mit der Redaktion International produzierte, protestiert gegen die Etablierung der Zensur bei Radio Flora, die Entmündigung der Redaktionen und die Aushebelung des Redaktionsstatuts. Offensichtlich soll der redaktionelle Teil des hannoverschen Bürgerradios zur Übernahme durch die Werbewirtschaft und den Kommerzfunk fit gemacht ... und über die Hintergründe soll geschwiegen werden.
Heute Abend, Dienstag, den 8.7.2008 um 19 Uhr werden die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Offenen Sendeplatzes „Interpol“, auf den die neuen "Chefs" rechtlich keinen unmittelbaren Zugriff haben, ein zweites Mal versuchen das inkriminierte Feature zu senden.
Mit freundlichen Grüßen
Arbeitskreis Regionalgeschichte
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