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Möllner Impulse gegen Antisemitismus

25. Juli 2008 , Geschrieben von Parents Veröffentlicht in #Kampf gegen Nazis - Norddeutschland

Lübecker Nachrichten regional, 22.7.2008

 

Möllner Impulse gegen Antisemitismus

 

Mölln – Unter dem Titel „Kinder mit dem gelben Stern“ gibt es neue Impulse aus Mölln gegen den Antisemitismus: Das vom Verein Miteinander Leben initiierte Jugendbildungsprojekt „Open Mind“ kann in den kommenden Jahren fortgesetzt und sogar noch ausgebaut werden.


Der Jahresetat ist mit etwa 17 000 Euro eher bescheiden, aber das Interesse ungebrochen. In den vergangenen zwölf Monaten setzten sich etwa 1000 Schülerinnen und Schüler im Rahmen des Projektes mit schwierigen Fragen deutscher Vergangenheitsbewältigung und mit unverändert aktuellem Antisemitismus auseinander. Die Erfolge des Vorhabens überzeugten auch Regierungsstellen in Berlin: Eine Förderzusage aus dem Bundesprogramm „Vielfalt tut gut“ trug entscheidend dazu bei, dass die Aufklärungsarbeit noch mindestens zwei Jahre fortgeführt werden kann.

„Uns ist es ganz wichtig, über das Thema aufgrund von Einzelschicksalen wie den 20 Kindern vom Bullenhusener Damm in Bergedorf zu sprechen oder uns an dem israelischen Projekt beim Sammeln von 1,6 Millionen Murmeln für eine Gedenkstätte zu beteiligen“, berichtet die Lehrerin Gabriele Hannemann, die für die Seminare und Unterrichtseinheiten im Rahmen der Open-Mind-Angebote von der Förderschule Geesthacht freigestellt wird. Sie hat seit dem Start des Projektes im Jahre 2002 vielfältige Kontakte zu Zeitzeugen, Holocaust-Opfern und Fachleuten weit über die deutschen Grenzen hinaus aufgebaut. So kommen Vorhaben zustande wie die Wanderausstellung „Sage nie, du gehst den letzten Weg – Der Genozid an den litauischen Juden 1941-44“, die vom 29. September bis zum 10. Oktober im Möllner Marion-Dönhoff-Gymnasium zu sehen sein wird. Vom 21. bis zum 27. September sind in Mölln wieder sechs Israelis zu Gast, die den NS-Völkermord überlebten.

Für die Veranstaltungsreihe „Kinder mit dem gelben Stern“ gibt es mittlerweile elf Projektangebote, die sich individuell für bestimmte Klassenstufen an jeweils drei Schultagen in den Unterricht integrieren lassen. Auch an Grund- und in Förderschulen. Die Themen reichen von Begegnungen mit Zeitzeugen über Exkursionen zu Gedenkstätten und Recherchen über das Schicksal von Menschen in der NS-Zeit bis zum Besuch von Synagogen oder die Fortbildung von Pädagogen.

Für den Verein Miteinander Leben, der nach den Möllner Brandanschlägen von 1992 entstand, ist das Open-Mind-Projekt für mehr Weltoffenheit mittlerweile ein Eckpfeiler der Arbeit. Unterstützt wird es auch vom Kreis Herzogtum Lauenburg, von der Stadt Mölln und als Kooperationspartner vom Verein Yad Ruth aus Hamburg. Schulen oder andere Einrichtungen, die sich für die angebotenen Projekte interessieren, erreichen Gabriele Hannemann unter Telefon 040/72 85 20 und den Verein Miteinander Leben unter Telefon 0 45 42/84 33 09.

 

Von Martin Stein

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