"Sie sind auf unsere Hilfe angewiesen"
Ein Jahr nach der Abschiebung: Freunde halten in Bomlitz Mahnwache für die Familie Atarov
Quelle: Walsroder Zeitung 11.08.2008
Genau ein Jahr nach Abschiebung der Familie Atarov hielt die Unterstützungsgruppe in Bomlitz eine nächtliche Mahnwache ab - zwischen zwei und drei Uhr, genau zu jener Zeit, zu der die Atarovs abgeholt worden waren.
Bomlitz (tru). Die Lage der Atarovs sei seitdem unverändert, erklärt Manfred Straub, mit Bärbel und Boris Modarai sowie Familie Schwolow Organisator der Mahnwache. Eine Mitarbeiterin der DRK-Flüchtlingshilfe Hamburg sei vor Ort gewesen. Notdürftig in einem Zimmer bei Bekannten untergebracht, auf deren landwirtschaftlichem Betrieb sie Kühe hüten, lebe die vierköpfige Familie in beengten und provisorischen Verhältnissen - dank der Aktivitäten der Bomlitzer Unterstützungsgruppe mittlerweile mit einem Ofen und auch einer Waschmaschine versorgt, außerdem mit Kleidung und Material, um das Loch in der Decke des zunächst unbeheizten Raumes zu stopfen.
„Sie sind auf uns und unsere Hilfe angewiesen", so Straub, der berichtet, wie groß die Freude war, als zu Weihnachten die heiß ersehnte Schokocreme im fernen Armenien eintraf. Freunde, Nachbarn and Mitschüler der Familiennitglieder haben sogar einen Kredit aufgenommen, um den jungen Rostam für 7000 Euro vom Militär frei zu kaufen. Die Atarovs waren sehr gut integriert", erklärt Straub das Engagement für die Familie, ,egal ob als Schulsprecher, beim Sport oder als gute Nachbarn". Der Vater sei imner noch flüchtig, zu dem Rest der Familie besteht enger Kontakt. Auch wenn sich die Unterstützungsgruppe formell vor einigen Monaten aufgelöst hatte, da keine konkrete Maßnahme bevor stand, sei mit Aktionen jederzeit zu rechnen, hieß es: „Ein Anruf und sie sind alle da." Wie zur Mahnwache, an der 40 Bürger teilnahmen, zur Hälfte Jugendliche.
Jedoch nicht gestellt werden, da zunächst die Abschiebungskosten beglichen werden müssten - dies
Dennoch werden Aktionen geplant wie die Metallmüll Sammelaktion zur Mahnwache, eine Möglichkeit, weitere finanzielle Mittel für die Atarovs aufzubringen. Der Zusammenhalt der Bürger, die die Familie unterstützen, so Straub, sei „phänomenal". Selbst Personen, die die Atarovs nicht persönlich kannten, beteiligten sich mit der Vergabe von privaten Krediten, Spenden und Teilnahme an Aktionen. „Es ist unglaublich, wozu die Leute bereit sind."
Wer ebenfalls helfen möchte, kann sich melden bei Manfred Straub unter Ir (04262) 956547, Spenden sind willkommen: Konto 1203431201, Volksbank Lüneburger Heide. Bankleitzahl 25891636. Zunächst geht es um das Aufbringen von weiteren 7000 Euro, um auch den zweitältesten Sohn vor der Einberufung zu bewahren. Mehr sei zurzeit nicht möglich: „Die Atarovs haben null Perspektive."
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