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Widerstand in deutschen Regimen - Ausstellung in Heide

27. August 2008 , Geschrieben von Parents Veröffentlicht in #Politik


Stiftung gegen Extremismus und Gewalt holt wieder eine Ausstellung nach Heide
Von Stefan Carl
Heide – Auf die Gründerväter der Heider Stiftung gegen Extremismus und Gewalt kommen spannende September-Tage zu. Am 13. werden Klaus Steinschulte und Berndt Steincke eventuell mit dem Schleswig-Holsteiner Stifterpreis ausgezeichnet. Und am 15. September wird auf ihre Initiative hin eine neue Ausstellung in Heide eröffnet.
Die Wanderausstellung trägt den Titel „Gegen Diktatur – Demokratischer Widerstand in Deutschland 1933 bis 1945 und 1945 bis 1989“.
Verliehen wird die Ausstellung seitens des Zentralverbandes demokratischer Widerstandskämpfer- und Verfolgtenorganisation (ZDWV) sowie der Gedenkstätte Deutscher Widerstand mit Sitz in Berlin.
Einer derjenigen, die an der Gestaltung und dem Aufbau der Ausstellung beteiligt gewesen ist, ist der Kieler Historiker Dr. Klaus Bästlein. Er wird die Eröffnungsrede halten. Für Gruß- und Schlussworte sind indes der SPD-Bundestagsabgeordnete Professor Jörn Thießen, Heides Bürgervorsteher Franz Helmut Pohlmann, Steinschulte und Steincke sowie der Amtsvorsteher Heider Umland, Peter Schoof, zuständig. Letzterer ist Gastgeber der Ausstellung, die in den Räumen „seines“ Amtes am Heider Kirchspielsweg 6 gezeigt wird.
„Die Ausstellung gibt es schon länger, aber es ist das erste Mal, dass sie in Schleswig-Holstein gezeigt wird“, sagt Steinschulte – eine Erfahrung, die er auch bei anderen Schauen, die die Stiftung gezeigt hat oder zurzeit vorbereitet (Justiz im Dritten Reich), gemacht hat. „Man hat den Eindruck, als wäre in Hamburg ein Zaun gezogen worden“, sagt Steinschulte ohne weitere Wertung dazu.
In der Ausstellung wird der Widerstand im Dritten Reich sowie im DDR-Regime anhand von Einzelschicksalen dargestellt – aber nicht miteinander verglichen.
„Es geht auch nicht nur um die bekannten Namen wie Stauffenberg“, so Steinschulte weiter, „sondern auch um die Unbekannten, die einen Anspruch darauf haben, dass das, was sie taten, gewürdigt wird.“
Wie bei den bisherigen Ausstellungen, die die Stiftung nach Dithmarschen geholt hat, geht es nicht um Schuldzuweisung, sondern vor allem um die Aufklärung junger Menschen. Deshalb haben Steinschulte und Steincke auch wieder alle weiterführenden Schulen mit Vorbereitungsmaterial versorgt und hoffen, dass viele Lehrer mit ihren Klassen die Gelegenheit nutzen, die Ausstellung zu besuchen. „Für Schüler ist die NS-Zeit weitestgehen Historie. Und über die DDR gibt es größtenteils wenig Kenntnisse darüber, dass dort Leute für ihr mutiges Eintreten für die Demokratie hart bestraft, teilweise hingerichtet worden sind“, sagt Steinschulte.

Eröffnet wird die Ausstellung am Montag, 15. September, um 11 Uhr im Amt Heider-Umland. Sie ist dort bis zum 2. Oktober in der Zeit von 9 bis 16 Uhr zu sehen.

Einzelne im Kampf mit der Allmacht des Staates
Wer sich im Vorfeld auf die Ausstellung vorbereiten will, findet gut aufbereitetes Material auf der Homepage der Gedenkstätte Deutscher Widerstand: www.gdw-berlin.de.
Dort finden sich nicht nur Hintergründe zur Geschichte der Gedenkstätte, sondern auch zahlreiche Porträts von Verfolgten, die gegen die Nationalsozialisten wie auch gegen das DDR-Regime Widerstand leisteten – und dafür teils mit ihrem Leben bezahlten.
Unter www.gegen-diktatur.defindet sich im Internet zudem eine Seite, die die nach Heide kommende Wanderausstellung begleitet. Sie gibt deren Inhalt wieder und ergänzt diesen um zusätzliches Material. So wird unter anderem gezeigt, „wie und woran sich Opposition und Widerstand entzündeten“ sowie „die Vielfalt oppositionellen Handelns und unterschiedlichste Strategien im Kampf mit der Allmacht des Staates“, heißt es dort.

Quelle: Dithmarscher Landeszeitung
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