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Internationaler Schlag gegen rechte Musik-Szene

29. August 2008 , Geschrieben von Parents Veröffentlicht in #Kampf gegen Nazis - Bundesweit



Im Auftrag der Staatsanwaltschaft Frankfurt am Main und des Bundeskriminalamtes (BKA) fand in Dänemark und Finnland ein groß angelegter Einsatz gegen die rechtsextremistische Musikvertriebsszene statt.



Deutschen Ermittlern ist ein internationaler Schlag gegen die rechte Musikszene gelungen. Im Auftrag der Staatsanwaltschaft Frankfurt am Main und des Bundeskriminalamtes (BKA) fand in Dänemark und Finnland ein groß angelegter Einsatz gegen die rechtsextremistische Musikvertriebsszene statt, wie das BKA in Wiesbaden mitteilte. Gegen einen Deutschen und einen Dänen wurden demnach in Dänemark Haftbefehle wegen des Verdachts der Volksverhetzung, der Gewaltdarstellung und der Mitgliedschaft in einer kriminellen Vereinigung vollstreckt.

Das BKA bezeichnete die Aktion gegen die rechte Musikszene als "vorläufigen Höhepunkt" von mehr als dreijährigen Ermittlungen. Den Beschuldigten wird vorgeworfen, mehrere Jahre lang als Verantwortliche des rechten Musikversandes "Celtic Moon" illegale Tonträger wie "Kommando Freisler - Geheime Reichssache" finanziert und später vertrieben zu haben.

In Finnland fanden unter Beteiligung des BKA Durchsuchungen bei Verantwortlichen des illegalen CD-Versands "Werwolf Records" statt. Sie gerieten wegen der Neuproduktion der Sampler "Die Deutschen kommen, Teil 1 und 2" in den Fokus der Ermittlungen.

In Brandenburg und Sachsen schließen Rechtsextremisten nach Beobachtung des Verfassungsschutzes zunehmend Bündnisse. Die Vernetzung zeige sich vor allem bei der gemeinsamen Veranstaltungen von Neonazis und Rechtsextremen aus der Kameradschaftsszene in beiden Ländern, teilten der Leiter des Verfassungsschutzes Brandenburg, Winfried Schreiber, und des Verfassungsschutzes Sachsen, Reinhard Boos, mit. Außerdem sei die sächsische NPD bemüht, im Nachbarland Brandenburg "Aufbauhilfe" zu leisten. Da dies bisher jedoch kaum gelinge, sei damit zu rechnen, dass im kommenden Kommunalwahlkampf in Brandenburg NPD-Mitglieder aus Sachsen aktiv werden.

Die Innenminister von Brandenburg und Sachsen, Jörg Schönbohm und Albrecht Buttolo (beide CDU), vereinbarten aufgrund der neuen Lagebeschreibung eine Kooperation der beiden Länder. Unter anderem sollen die Kommunen und engagierte Bürger einen Handlungsleitfaden erhalten, wie sie dem Treiben von Extremisten einen Riegel vorschieben können.



Veröffentlicht am 27.08.2008 14:12 Uhr
Zuletzt aktualisiert am 27.08.2008 22:12 Uhr
Quelle:  WAZ-Online.de
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