Ganztagsschule bedeutet Verlässlichkeit für Kinder und Eltern

Der Lindenspiegel 10-2008 (dieser Artikel sit auf Seite 10)
6.10.08
An die Fraktionen des Rates der Stadt Hannover,
wie Ihre Vertreter im Schulausschuss ja bereits bei der Schulausschusssitzung am 24.9.2008 selbst miterlebt haben, hat der Kita-Stadtelternrat erhebliche Bedenken, dass die so genannte "Schule im Stadtteil" als Billiglösung fortan an die Stelle eines weiteren Hortplatz-Ausbaus treten soll.
In diesem Zusammenhang möchte ich Sie bitten, angehängten Artikel aus dem Lindenspiegel (Okt. 2008) über das Projekt Albert-Schweitzer-Schule zu lesen.
In dem Artikel kommt unter anderem die Direktorin der Albert-Schweitzer-Schule, Frau Albrecht, zu Wort, die die so genannte "Schule im Stadtteil" unumwunden als "Billiglösung" bezeichnet und damit die Befürchtungen des Kita-Stadtelternrates im vollen Umfange bestätigt.
Auf dem Hintergrund dieses Berichtes erhellen sich die ausweichenden Antworten von Frau Drewermann, Leiterin des Bereiches Schule und Bibliothekswesen, auf unsere Anfrage am 24.9.08 im Schulausschuss. In diesem Schlaglicht betrachtet muss Frau Drewermann wohl so verstanden werden: "Wir vom Fachbereich Schule wissen zwar nicht wie's besser geht, aber wir haben da ein paar Ideen, wie wir's deutlich billiger hinkriegen."
Der Kita-Stadtelternrat fordert den weiteren Ausbau der Hortplätze mit den im KiTaG gesetzlich festgeschrieben Qualitätsstandards betreff der Mindestausstattungen an qualifiziertem Personal, Räumen, Verpflegung usw.. Nur so kann das Land bei der Einführung einer echten Ganztagsschule gezwungen werden auf Qualität zu achten. Da wir nach Einschätzung des Oberbürgermeisters noch Lichtjahre von der Einführung einer echten Ganztagsschule durch das Land entfernt sind (zitiert aus seiner Haushaltsrede am 11.9.2008), ist es um so wichtiger, jetzt keine Billiglösungen zu etablieren, sondern am Ausbau der bewährten Hortplätze festzuhalten.
Es geht dem Stadt-Elternrat in diesem Brief nicht darum ein vorschnelles Urteil zum Projekt Albert-Schweitzer-Schule abzugeben (weder positiv noch negativ). Das Projekt ist ja auch so ausgelegt, dass es erst nach einer vierjährigen Laufzeit wissenschaftlich überprüft werden soll. Aber es ist aus Sicht des Kitt-Stadtelternrates unverantwortlich, dass die so genannte "Schule im Stadtteil" jetzt faktisch mit der Aufgabe überfrachtet zu werden droht, Familien als Ersatz für einen echten Hortplatz zu dienen.
Einen Ersatz für Hortplätze kann die so genannte "Schule im Stadtteil" nicht leisten. Für die anstehenden Haushaltsverhandlungen fordern wir Sie daher dringend auf, am Ausbau von Hortplätzen festzuhalten. Der Hinweis auf den Krippenausbau darf nicht als Ausrede dafür herhalten, in Sachen Hortplätze die Hände in den Schoß zu legen. Es macht nicht zuletzt auch deshalb keinen Sinn, weil die Kleinen schon in wenigen Jahren so groß sind, dass sie in Schule und Hort gehen!
Mit freundlichen Grüßen
KITA-Stadtelternrat Hannover
Hannover, 6.10.2008
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