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7a stellt sich geschlossen hinter Pedram

14. Oktober 2008 , Geschrieben von Parents Veröffentlicht in #Antirassismus | Asyl


Quelle: Verdener Aller Zeitung 11.10.2008



„Pedram darf nicht gehen!“
Achimer Hauptschulklasse versucht iranischen Mitschüler
vor Abschiebung zu bewahren
Schüler droht Abschiebung
Die Klasse 7a der Achimer Hauptschule
setzt sich für ihren Mitschüler
Pedram Bashiri ein. Dem 14-
jährige Jungen aus dem Iran droht
die Abschiebung. Die Pennäler haben
jetzt Unterschriften gesammelt
und den Achimer Ehrenbürgermeister
um Beistand gebeten. Auch eine
Demonstration ist geplant.
Von Christian Weth

ACHIM. Mathe Deutsch, Reli – dafür
haben die Hauptschüler der
7a momentan keinen Kopf, denn:
„Pedram soll bleiben“, „Pedram
darf nicht gehen!“. So steht es
auf Plakaten, und so sagen sie es
auch. Pedram ist einer von ihnen,
ein Klassenkamerad, ein Freund,
ein Mitspieler im Fußballverein.
Seit drei Jahren. So lange ist der
Junge aus dem Iran mittlerweile
in Deutschland. Jetzt droht ihm
und seiner Mutter die Abschiebung.
Auch das haben die Siebtklässler
geschrieben: „Ein Klassenkamerad
braucht Hilfe!“ Schnelle Hilfe. Noch
bis Ende des Monats darf der 14-
jährige Pedram Bashiri mit seiner
Mutter bleiben, dann müssen sie
das Land verlassen. Das steht auf
keinem Plakat, das sagt aber Klassenlehrer
Michael Wüst. Er ist von
Pedrams Mutter über die drohende
Abschiebung informiert worden:
„Die Klasse war tief getroffen, als
sie es am Donnerstag erfahren hatte.“
Mit ihren Gefühlen halten die Schüler
keineswegs hinterm Berg. Dass
der Landkreis den Mitschüler abschieben
will, macht sie „traurig“
und „sauer“. Nachzulesen in einem
Schreiben, das die Mädchen und
Jungen gleich nach einem eilig einberufenen
Klassenrat verfasst haben
– in der Hoffnung, dass ihre
Zeilen etwas bewirken können.
Viele Passanten und Kaufleute haben
den Text zu Gesicht bekommen.
Er gehört zu einem Aufruf für
eine Unterschriftensammlung.
Gleich nach der Schule hat sich die
7a in die Innenstadt aufgemacht,
um Unterzeichner zu finden, damit
Pedram vielleicht doch bleiben
kann. 500 Namen stehen auf den
Listen. Klassensprecher Tom Rendigs
hat sie fein säuberlich abgeheftet.
Er ist es auch, der seinem Unmut
Luft macht – im Namen der 7a:
„Man kann doch nicht einfach einen
aus unserer Mitte reißen wie eine
Pflanze und einfach woanders hinschicken.“
Pedram kenne im Iran
niemanden und wolle alles tun, um
einen guten Schulabschluss und eine
Ausbildung zu machen. „Wir wollen
ihn nicht einfach so weggenommen
bekommen!“
Dafür würden sie alles tun – und
haben schon mehr getan als Unterschriften
zu sammeln. Auch beim
Achimer Ehrenbürgermeister Christoph
Rippich war einer aus der
Klasse: Malte Fuhrmann hat den
ehemaligen Verwaltungschef besucht,
um ihn um Namen von Politikern
zu bitten, die Pedram helfen
könnten. Die Abgeordneten auf
Kreis- und Landesebene sollen in
den nächsten Tagen Post von der
7a bekommen.
Sollten auch die nichts ausrichten
können, wollen die Schüler demonstrieren.
Gleich nach den
Herbstferien. Die kommen ihnen
diesmal eher ungelegen, weil durch
sie wichtige Zeit zum Handeln verloren
geht. „Schließlich läuft in drei
Wochen die Frist ab“, sagt Klassenlehrer
Wüst. Gingen Pedram und
seine Mutter nicht freiwillig, würden
sie Anfang November abgeholt.
Wie sich einer fühlt, der abgeschoben
werden soll, wissen die Schüler
nicht. Dafür aber, was getan werden
muss, um eine Abschiebung
möglicherweise zu verhindern. Unterschriften
sammeln, Briefe an Politiker
schreiben, demonstrieren –
Pedram ist nicht der erste Klassenkamerad,
den Achimer Hauptschüler
vor der Abschiebung zu bewahren
versuchen. Schon zweimal, berichtet
die 7a, waren Bemühungen
erfolgreich.

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