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Leserbriefe - Rieger Kauf | Cellesche Zeitung 22.10.2008

22. Oktober 2008 , Geschrieben von Parents Veröffentlicht in #Rieger - NPD

Rieger-Kauf

Nur Bildung schützt

 

Rainer Kruppik, Kurator der Erinnerungsstätte Luftbrücke Berlin in Faßberg, glaubt: Nur Bildung kann den braunen Sumpf trockenlegen. Klaus Jordan, Anna K. Jander, Lasse Jordan und Katharina Tegt, alle Faßberg, fordern zum aktiven Widerstand aller gesellschaftlichen Gruppen gegen Rechts auf.

 

Wieder ist es der rechten Szene gelungen, Schlagzeilen zu produzieren. Eine Person reicht um Hunderte wochenlang in Aufregung und Entrüstung zu bringen. Möglich dass, wie in anderen Fällen jetzt auch, viel Geld fließen wird. Es besteht auch die Vermutung, dass Trittbrettfahrer eine besondere Rolle spielen. So muss die Rolle der Erben mit einem Fragezeichen versehen werden. Herr Rieger will wieder einmal ein Schulungszentrum einrichten, ob er das wirklich macht, wissen wir nicht. Auf jeden Fall macht er für die rechte Szene Schlagzeilen.

Wir Bürger und Politiker müssen uns jedoch die Frage stellen, wieso müssen wir immer auf derartige Anlässe reagieren? Was machen wir nicht richtig? Wir haben doch unsere Schulungszentren -Schulen, Gedenkstätten und Begegnungszentren. Diese müssen doch in der Lage sein, mit der notwendigen Konsequenz, über die Nazivergangenheit und auch über das Unrechtsregime in der DDR aufzuklären.

Leider muss ich immer wieder feststellen, daß große Wissenslücken über die jüngere deutsche Geschichte bestehen. Bei Führungen von Schulklassen durch die Erinnerungsstätte Luftbrücke Berlin in Faßberg, muss ich oft erst Grundsätzliches vermitteln, damit die geschichtlichen Vorgänge richtig begriffen werden. Noch größere Lücken entdecke ich bei Personen aller Altersklassen aus den neuen Bundesländern. Was verwundert da, daß das Unrechtsregime der DDR inzwischen nostalgisch als schön angesehen wird.

Es bestehen also Defizite in der Vermittlung der neuen deutschen Geschichte. Zum Teil wird Sie gar nicht vermittelt. Hiermit schaffen wir der rechten und linken Szene Zulauf. Wir müssen agieren, nicht reagieren und mehr in die Bildung investieren. Mit viel Geld ein rechtes Schulungszentrum zu verhindern hat keinen Erfolg - oder nur kurzzeitig.

Freiheit und Demokratie sind nicht zum Nulltarif zu bekommen. Wenn wir Geld einsetzen, muß es in der richtigen Weise geschehen, dann kann der braune Sumpf trocken gelegt werden.

Rainer Kruppik

 

 

Nicht wollen reicht nicht

 

Das Entsetzen ist Partei übergreifend. Die Politik fühlt sich „kalt erwischt". Hektische Suche nach den rechtlichen Mitteln, die jetzt „ausgeschöpft werden" müssen...

Da fragt sich der bestürzte Bürger: „Welche rechtlichen Mittel denn um Himmels willen und warum erst jetzt?" Das Vorverkaufsrecht der Gemeinde Faßberg etwa und was, wenn das scheitert? Oder vielleicht mal die Finanzverhältnisse dieses brandstiftenden Biedermanns durchleuchten - und dann?

Kurze Erinnerung: Das damalige „Schulungszentrum" in Hetendorf existierte auch unbehelligt durch juristische und finanzpolitische Verhinderungsstrategien mehrere Jahre. Zu Fall gebracht wurde dieses paramilitärische Ausbildungslager letztendlich durch den kontinuierlichen Protest und die massive Präsenz einer Vielzahl empörter und mutiger Bürger, die sich nicht gescheut hatten, Kopf und Kragen zu riskieren mit ihrem öffentlich ausgetragenen Widerstand. Viele gerade unter den Jugendlichen von damals fühlten sich dabei von den offiziellen Stellen im Stich gelassen und mussten sich allein mit den offen brutal agierenden Mitgliedern dieser braunen Kamarilla - oft genug im wahrsten Sinne des Wortes - herum schlagen.

Und was soll nun heute passieren, angesichts eines weiteren Versuchs, das gescheiterte Projekt „Hetendorf im Gasthof „Gerhus" zu neuem Leben zu erwecken?

Voraussehbar ist, das o.g. Mittel nicht ausreichen werden. Zumindest nicht ohne die Begleitung eines empörten öffentlichen Protestes. Nachhaltig muss also zum Ausdruck gebracht werden, dass eine betroffene Bevölkerung diese „Nachbarschaft" unter keinen Umständen dulden wird.

Dabei kann diese artikulierte Ablehnung nicht auf den Schultern der sowieso immer schon seit Jahren unverzagt agierenden Antifa liegen bleiben, sondern aufgefordert sind: die Parteien Und Verbände, alle Honoratioren und andere Vertreter des öffentlichen Lebens und am wichtigsten: jeder einzelne auf seine Art, mit seinen Mitteln und seinem Vermögen teil zu nehmen am entschlossenen Widerstand gegen diese Machenschaften. Und das eindeutig, einfallsreich und möglichst Schnell.

 

Anna K. Jander, Klaus Jordan, Lasse Jordan und Katharina Tegt

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