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Kehrt Nazi-Anwalt Rieger zurück? Celle droht ein zweites „Hetendorf“

19. Oktober 2008 , Geschrieben von Parents Veröffentlicht in #Rieger - NPD

 

Celle droht Rückkehr von Jürgen Rieger

Kauft Nazi-Anwalt Landhaus Gerhus?

 

Kauft Nazi-Anwalt Jürgen Rieger aus Hamburg das Landhaus Gerhus und errichtet hier ein Schulungszentrum für den rechten politischen Rand? Seit Wochen wabert das Gerücht durch den Nordkreis. Die Verwaltung in Faßberg hat sich bereits mit dem Thema befasst.

 

Von Joachim Gries

 

GERDEHALS. Erreicht Nazi-Anwalt Jürgen Rieger in Gerdehaus bei Faßberg, was ihm in Delmenhorst nicht geglückt ist? Kauft er das Landhaus Gerhus und errichtet hier sein Schulungszentrum für rechte Kräfte? Nach CZ-Informationen hat sich Rieger das Hotel bereits angesehen.

Fakt ist, dass Karl Hennies (69) das 80-Betten-Haus mit Schwimmbad und Sauna verkaufen will. Noch verhandelt er mit potenziellen Käufern, die hier demenzkranke Senioren oder Suchtkranke betreuen wollen. Diese Nutzung würde die Gemeinde Faßberg mit ihrer Planung unterstützen. „Es wäre eine Schmutzigkeit, der Gemeinde in den Rücken zu fallen", betont Hennies, sagt gleichwohl, dass er beim Platzen der Verhandlungen auch an Rieger oder eine andere rechte Gruppierung verkaufen werde. „Wenn ich in der Öffentlichkeit stehe, mache ich das mit Rieger." Auch an Kommunisten würde er verkaufen.

Hennies steht rechts der CDU, ist nach eigener Aussage aber „nicht direkt in einer Partei", sondern fördert Leute, die seine Meinung vertreten. Er kennt Hieger, hat vor Jahren dessen Pfingstteffen in Hetendorf besucht. „Rieger wird wohl wissen, dass ich verkaufen will, wir haben aber nie über Preise gesprochen", sagt Hennies. „Gucken kann jeder", sagt er, verneint aber, dass er dem Hamburger Anwalt sein Hotel gezeigt habe.

Die Gemeinde Faßberg wird keine Handhabe gegen Rieger haben, sollte er das Hotel kaufen. „Solange keine baulichen Änderungen angestrebt werden, können wir nichts machen", sagt Winfried Hoff, allgemeiner Vertreter von Bürgermeister Hans-Werner Schütte. „Nur bei einer Nutzungsänderung hätten wir eine Chance." Die Politik hat sich nach Hoffs Angaben noch nicht mit dem Thema Rieger beschäftigt.



Kehrt Nazi-Anwalt Rieger zurück?

Celle droht ein zweites „Hetendorf“

Besitzer sieht Verhandlungen mit anderen Interessenten gefährdet

 

Durch den Nordkreis schwappt das Gerücht, dass Nazi-Anwalt Jürgen Rieger aus Hamburg das Landhaus Gerhus in Gerdehaus kaufen will. Rieger hatte vor kurzem noch ein Hotel in Delmenhorst erwerben und zu einem Schulungszentrum ausbauen wollen. Was ist dran an dem Gerücht, wie sehen die Pläne von Besitzer Karl Hennies aus, der Rieger kennt und rechten Kreisen durchaus nahe steht?

 

Von Joachim Gries

 

GERDEHAUS. Verkaufen will Karl Hennies das Landhaus Gerhus in Gerdehaus an der Landesstraße 280 zwischen Unterlüß und Faßberg, das steht fest. Der 69-Jährige und seine ein Jahr jüngere Frau Elfriede wollen sich zur Ruhe setzen und mit dem Verkaufserlös ihren Lebensabend bestreiten. Anfang des Jahres hatten sich Verkaufsverhandlungen zerschlagen, weil sich ein ernsthafter Interessent plötzlich zurückzog. Mit drei weiteren Investoren steht Hennies derzeit in Verhandlungen.

„Ich will der Gemeinde nicht in den Rücken fallen", sagt Hennies und verweist auf Pläne der Gemeinde Faßberg, die für diesen Bereich die Betreuung demenzkranker Senioren oder Suchtkranke vorsieht. Einer der Interessenten sei aus diesem Grund von dem 80-Bettenhaus mit Schwimmbad und Sauna in Gerdehaus begeistert, sagt Hennies..

Durch das „Geschmiere in der Zeitung" sieht Hennies das Geschäft in Gefahr. „Dann überlege ich mir, an Herrn Rieger zu verkaufen", sagt der gelernte Landwirt aus dem Schaumburger Land, der auch jahrelang als Makler gearbeitet hat und das Landhaus Gerhus im März 1989 kaufte. „Das ist mir dann egal, dann kommt Freude auf, sagt er. Verkaufen würde er auch an Kommunisten.

Nach eigenen Aussagen hat Hennies vor einigen Jahren die von Rieger in Hetendorf organisierten Pfingsttreffen besucht. Er kennt Rieger, hat mit ihm auch schon gesprochen. „Ich wollte Gerdehaus denen damals schon geben, als Hetendorf verboten wurde", sagt Hennies, aber seine Frau sei dagegen gewesen.

„Dass ich rechts stehe, dürfte keinem unbekannt sein", sagt Hennies: „Aber ich schätze auch den Standpunkt des anderen. Ich fühle mich als Demokrat." Die CDU ist für Hennies allerdings eine Linkspartei.

Dass sein möglicher Käufer Rieger wegen Volksverhetzung verurteilt worden ist, schätzt Hennies an dem Nazi-Anwalt. „Wenn ich mal wegen Volksverhetzung eingesperrt werde, wäre ich stolz darauf." Bedenken hat Hennies bei einem Geschäft mit Rieger wegen der Nachteile, die sein Sohn in der Firma oder die Enkelkinder in der Schule erleiden könnten.

Riegers Idee von einem Schulungszentrum findet Hennies gut. Da könnten 50000 Jugendlichen ohne Lehrstelle die Augen geöffnet werden, warum es in Deutschland nicht läuft. Gerdehaus wäre geeignet: Neben dem Hotel könnten auf dem Campingplatz große Zelte aufgebaut werden.

 

 

Jürgen Rieger ist im Landkreis kein Unbekannter

 

Im Februar 1998 war in Hetendorf Schluss: Der Heide-Heim e. V. als Träger des Nazi-Schulungszentrums wurde verboten. Vorsitzender des Vereins: Jürgen Rieger, Rechtsanwalt aus Hamburg. Jahrelang hatten in Hetendorf Treffen rechter Organisationen stattgefunden, seit 1991 wurden jährlich die Hetendorfer Tagungswochen durchgeführt. Rieger, der wegen Volksverhetzung und Körperverletzung vorbestraft ist, kaufte im April 2004 für 255 000 Euro den Heisenhof in Don/erden für die „Wilhelm-Tietjen-Stiftung für Fertilisation". Seit Sommer 2005 bemühte sich Rieger um den Kauf des „Hotels am Park" in Delmenhorst.

 

 

 

Kommentar

 

 

Rechts ist keine Alternative

Es geht um mehr als Geld

 

In Delmenhorst kam Nazi-Anwalt Jürgen Rieger nicht zum Zug. Kann er jetzt seine Pläne von einem Schulungszentrum für den rechten politischen Rand in Gerdehaus im Nordkreis verwirklichen? Dieses Geschäft kommt nur zustande, wenn sich der Verkäufer dafür hergibt. Karl Hennies als jetziger Besitzer hat tiefe Sympathien

für die Herrschaften weit rechts der CDU -will aber der Gemeinde Faßberg nicht in den Rücken fallen. Nichts hindert ihn, mit den Investoren, mit denen er derzeit im Gespräch ist, zu einem sinnvollen Abschluss zu kommen - auch nicht Veröffentlichungen der Presse über Geschäfte, die sich schlicht verbieten.

Joachim Gries

Quelle: Cellesche Zeitung 20.10.2008

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