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Nazi-Zentrum schreckt Faßberg auf

19. Oktober 2008 , Geschrieben von Parents Veröffentlicht in #Rieger - NPD

Nazi-Zentrum schreckt Faßberg auf
Hilfe bei Suche nach Investoren

Die mögliche Ansiedlung eines Schulungszentrums durch den Hamburger Nazi-Anwalt Jürgen Rieger in Gerdehaus sorgt nicht nur im Nordkreis für Unruhe. Im Vordergrund der Politik steht die Verhinderung eines Nazi-Zentrums, wie es vor Jahren in Hetendorf bestand. Aber die Suche nach einem Investor, der das Landhaus Gerhus einer anderen Nutzung im Sinne der Gemeinde Faßberg erschließt, soll unterstützt werden.

 

GERDEHAUS. „Das ist ein Witz“, ist Jörg Schusters erste Reaktion auf die mögliche Ansiedlung eines Nazi-Schulungszentrums im derzeitigen Landhaus Gerhus in Gerdehaus. „Vor Jahren ist endlich Hetendorf geschlossen worden, da will man den ganzen Müll nicht noch mal bei uns durchmachen“, sagt der CDU-Fraktionsvorsitzende im Faßberger Gemeinderat.

Auch sein designierter Nachfolger Volker Nickel ist bestürzt: „Das wäre das Schlimmste, was uns passieren kann. Wir versuchen das mit allen Mitteln zu verhindern.“ Nickel verweist auf Gespräche mit der Gemeinde und dem Landkreis Celle. „Wir sind momentan dabei, auch andere Investoren für das Landhaus zu finden“, sagt Nickel und hofft auf entscheidende Kontakte in der kommenden Woche.

„Ich bin voller Entrüstung, dass ich von der Verwaltung nicht informiert worden bin“, sagt Angelika Cremer, SPD-Fraktionsvorsitzende im Gemeinderat. Landhaus-Besitzer Karl Hennies sei nicht in Erscheinung getreten und habe sich nie öffentlich geäußert, deshalb sei mit der Veröffentlichung eine Bombe geplatzt. Cremer sagt, dass nach der Information durch die Verwaltung mit Hennies gesprochen werden müsse: „Wir müssen reagieren.“

„Ich kenne ihn so nicht“, sagt Michael Beyer von der WG Faßberg über Hennies, zu dem er seit Jahren beruflichen Kontakt hat. Beyer hofft, dass ein Nazi-Zentrum in Gerdehaus verhindert werden kann und ein anderer Investor gefunden werde, der in die Gemeinde passe.

Michael Jäger von der NWG hat schon mal munkeln hören, dass Hennies Kontakte zu Rechten hat, trotzdem sei die Verbindung zu Rieger ein bisschen überraschend. „Das kann er nicht zulassen, dass da jetzt so etwas entsteht“, sagt Jäger. Er hätte erwartet, dass Hennies die Politiker informiert, wenn er etwas völlig anderes plant. Dann hätte man versuchen können, einen anderen Investor zu finden. Käme Nazi-Anwalt Jürgen Rieger nach Gerdehaus, „wäre das für die Gemeinde eine Belastung, und keine kleine“, so Jäger.

Auch die Polizei habe sich schon mit ihm über seine Verkaufsabsichten unterhalten, hatte Hennies im Gespräch mit der CZ eingeräumt. Das wird von der Staatsschutzabteilung der Celler Polizei bestätigt. Man wisse nichts über ein Angebot Riegers an Hennies, bisher sei er auch politisch nicht in Erscheinung getreten, heißt es dort. Hennies selber sprach von Soldaten- und SS-Treffen sowie einem Treffen einer rechten Gruppierung im Landhaus Gerhus.

Schulterschluss: Karl-Heinrich Langspecht, Kreischef der Celler CDU, nennt das mögliche Rieger-Szenario in Gerdehaus bedrückend, gerade nach der wohltuenden Ruhe nach dem Verbot von Hetendorf. „Das fehlt uns noch, dass wir die braune Soße hierher kriegen.“ Der Celler SPD-Unterbezirksvorsitzende Wolf Wallat setzt auf eine breite gesellschaftspolitische Diskussion über Rechtsextremismus. „Die muss sich in der Mitte der Gesellschaft abspielen“, sagt Wallat. „Die Rechten dürfen den öffentlichen Raum nicht beherrschen.“ Deshalb fordere die SPD im Bundestag auch, die Mittel für Netzwerke gegen Rechts nicht zu kürzen. Wallat setzt auch im Celler Raum auf ein breites Netzwerk gegen Rechts: „Ich würde mich freuen, wenn Herr Langspecht dabei an meiner Seite steht.“

 

Joachim Gries

Quelle: Cellesche Zeitung 20.10.2006

 

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