Saufen, provozieren, prügeln
Von Thomas Mitzlaff
Uelzen. Sie sind eine lose Clique, sie trinken viel, sie neigen zu Gewaltausbrüchen und sie sympathisieren mit der rechtsradikalen Szene: Der Präsident des Niedersächsischen Verfassungsschutzes, Günter Heiß, bezeichnet Uelzen mittlerweile als einen regionalen Schwerpunkt der gewaltbereiten Skinheadszene. Weitere solcher regionalen Schwerpunkte seien Lüneburg, Tostedt, Soltau und Schneverdingen.
"Es gibt in Uelzen eine etwa zehnköpfige Unterstützerszene, die wir beobachten", erklärt Maren Brandenburger, Sprecherin des Verfassungsschutzes in Hannover, gegenüber der AZ. Anders als in Lüneburg, wo es eine organisierte Kameradschaftsszene gebe, sei die Uelzener eher lose strukturiert: "Uelzen ist schon länger ein Schwerpunkt im Bereich Subkultur", so Brandenburger: "Sie unterstützen gelegentlich organisierte Kameradschaften, es gibt aber keine kontinuierliche Zusammenarbeit."
Wiederholt hätten die Mitglieder der hiesigen Skinheadszene versucht, sich zu organisieren, das sei aber nie von Erfolg gekrönt gewesen, weil den Beteiligten das Knowhow fehle, eine solche Struktur kontinuierlich aufzubauen. "Das sind auch mehr spontane Versuche", schildert die Pressesprecherin. Diese Versuche erfolgen zumeist unter erheblichem Alkoholeinfluss, der dann nicht selten sofort ein Fall für die Uelzener Polizei wird, weil die jungen Männer dann in die Stadt ziehen und auf Krawall aus sind.
Mit verschiedenen Methoden versucht der Verfassungsschutz, Rechtsradikalen in Niedersachsen auf die Schliche zu kommen - seien es offene Quellen, die Lockerung des Brief- und Fernmeldegeheimnisses oder mit Hilfe von Vertrauenspersonen.
Derweil wünscht sich Verfassungsschutz-Präsident Günter Heiß, dass rechtsextremistische Demonstrationen weniger von der Öffentlichkeit beachtet würden, denn so könnte man auch den linken autonomen Gegendemonstranten ein Handlungsfeld entziehen.
Aktuellster Fall aus dem rechtsradikalen Spektrum ist für die Verfassungsschützer der Versuch von Jürgen Rieger, in Faßberg bei Celle ein leerstehendes Hotel zu kaufen und darin ein Zentrum für die Szene einzurichten
Quelle: AZ Online
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