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Zu Ihrer Information zu dem Thema schicke ich Ihnen eine Mail an Herrn Wernstedt auf die ich bis heute keine Antwort erhalten habe.

15. November 2008 , Geschrieben von Parents Veröffentlicht in #Antimilitarismus

Zu Ihrer Information zu dem Thema schicke ich Ihnen eine Mail an Herrn Wernstedt auf die ich bis heute keine Antwort erhalten habe.

Betreff: Volkstrauertag, Deserteure
Datum: 30. September 2008 00:57:38 MESZ

Sehr geehrter Herr Behrmann
Sehr geehrter Herr Wernstedt,


ich habe bereits in einem Telefongespräch erwähnt, das ich den Landesvorsitzenden des Volksbundes Niedersachsen Herrn Wernstedt Ende Januar nach einer Veranstaltung angesprochen habe, ob der Volksbund, nicht einen Deserteur, sprich Ludwig Baumann am Volkstrauertag sprechen lassen möchte, solange es noch Überlebende gibt. Herr Wernstedt hat darauf geantwortet  "aber doch nicht im Opernhaus". Worauf ich geantwortet habe "Wo denn sonst"
Die gleiche Anfrage habe ich bereits vor 12 Jahren Herrn von der Recke, dem früheren Vorsitzenden, in Bezug auf Heinz Klunker den ehem. ÖTV-Vorsitzenden gestellt, was dieser damals abgelehnt hat. 
Herr Wernstedt hat mir geantwortet, der Volksbund hätte die Beschlüsse des Bundestages von 1996 noch nicht verarbeitet, sprich die Aufhebung der Urteile der NS Militärjustiz noch nicht vollzogen. Herr von der Recke war übrigens bei dem kurzen  Gespräch mit Hern Wernstadt dabei und konnte sich noch an mich erinnern. Auf der Tagung in Loccum (2005) muss ich zugestehen, konnte man feststellen, das Herr von der Recke sich inhaltlich bewegt hat, oder schlicht dazugelernt. Auf der Tagung in diesem Jahr waren wir leider aufgrund eines Friedenskongresses in Hannover anderweitig gebunden. Da von Seiten des Volksbundes allerdings auch keine Anfrage an uns gekommen ist, ob wir an dieser Veranstaltung interessiert wären, gehe ich davon aus, das auch kein grosses Interesse an einer Teilnahme aus der Friedensbewegung in Hannover vorhanden war. Ich kann mich an keine Veranstaltung in den letzten 30 Jahren erinnern, wo der Volksbund mit der Friedensbewegung auch nur ein einziges Mal zusammengearbeitet hätte?
Aber das liesse sich ja ändern, Voraussetzung dazu wäre allerdings ein ernsthaftes Angebot.

Ich habe vor mehr als einem Monat mit Herrn Behrmann, dem Geschäftsführer des Landesverbandes Niedersachsen telefoniert und auf das Gespräch mit Herrn Wernstedt angesprochen. Ich habe ihm dann von dem Vorschlag von Frau Meschkat Peters berichtet, die vorgeschlagen hat,  die Schüler in dem Schulprojekt zur Deserteurausstellung, könnten ja über ihre Recherchen zu Thema Deserteure auf der Veranstaltung zum Volktrauertag im Opernhaus berichten. Herr Behrmann hat mir dann einen Vorschlag unterbreitet die Schüler könnten ja das Thema gemeinsam mit dem Deserteur erarbeiten und Ludwig Baumann könnte dann im Rahmen dieses Betrages auf der Veranstaltung sprechen. Im Klartext würde das heissen, ein Mann von über 85 Jahren, soll mehrfach von Bremen nach Hannover fahren um mit Schülern ein Projekt zu erarbeiten und zum Abschluss soll er dann am Vokstrauertag für einen Redebeitrag von maximal 10 - 15 Minuten noch ein Mal von Bremen nach Hannover und zurück fahren. Ich habe vor ein paar Wochen noch mal in der Landesgeschäftsstelle angerufen und mitgeteilt, das ich bei Ludwig Bauman, keine derartige und m. E. auch nicht ernst gemeinte Anfrage stellen würde. So kann man mit jemand in dem 'Alter und mit der Geschichte nicht umgehen, das ist respektlos.


Mag sein das sich mein Brief entäuscht anhört, aber dem ist halt so. Von Herrn Wernstedt würde ich zum Thema Deserteure und Volksbund schlicht und ergreifend ein wenig mehr Zivilcourge erwarten, das mag ihm zwar nicht gefallen, aber ich sehe das so.

mit freundlichem Gruss

Klaus Falk



Volkstrauertag 16. 11.08 ca. 12:30 Aegidienkirche Hannover

Infos zur Aktion am Volkstrauertag: Der Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge führt seit Jahren eine Veranstaltung im Opernhaus durch. Die Veranstaltung ist öffentlich und kostet meines Wissens keinen Eintritt, aber ich gehe davon aus, das auch an diesem Tag wie auch beim "Prominentensammeln" in der Innenstadt am Samstag davor, mit der Spendenbüchse gesammelt wird.

Vom Ablauf her gibt es immer einen offiziellen Hauptredner, in diesem Jahr ist es der neue Landtagspräsident Dinkla. Auch dies ist ein Ritual, jeder neue Landtagspräsident hat zu Beginn seiner Amtszeit eine Rede am Volkstrauertag gehalten. Der Veranstalter ist aber der Volksbund, nicht der Landtag, auch wenn in der Vergangenheit der Eindruck vermittelt wurde, dies sei eine quasi staatliche Veranstaltung, ist es nicht. Der Volksbund betreut lediglich im staatlichen Auftrag die Kriegsgräber und bekommt dafür einen staatlichen Zuschuss. Die toten Soldaten sind sozusagen der privaten Fürsorge entzogen.
Korrektur: es redet Stefan Wenzel, MdL, Fraktion die Grünen
Des Weiteren stellt immer eine Gruppe von Jugendlichen/Schülern ihre Arbeit mit den Kriegsgräbern vor und liest z. B. aus Feldpostbriefen. Der Volksbund darf an den Schulen auftreten und Schüler für die Spendenaktionen anwerben. In Niedersachsen hat der Volksbund ca 100 sog. "Kontaktlehrer" und 4 hauptamtliche Schulreferenten/Innen.

Beginn der Veranstaltung im Opernhaus 11:30 Uhr, Ende gegen 12:30 Uhr, danach gehen die Bundeswehrsoldaten und die Offiziellen, sowie ein Teil der Besucher der Veranstaltung zur Aegidienruine. 
So gegen 12:45 beginnt das das alljährliche Ritual der Kranzniederlegung in der Aegidienkirche, das sich dann bis ca. 13:00 Uhr hinzieht. 
Zum Schluss spielt ein Trompeter der Bundeswehr das Lied vom guten Kameraden (Text ist von Ludwig Uhland, gespielt wird aber nur die Melodie)

Wir werden in diesem Jahr ein Blumengebinde* (keinen Kranz) mit einer Schleife zum Gendenken an die Deserteure mitbringen und niederlegen. Wir werden einen Flyer mit Informationen zu den mehr als 40 hannoverschen Deserteuren (die neuen Namen haben wir leider noch nicht bekommen) an die Besucher verteilen. Ausserdem bringen wir wieder die Namensschilder der Deserteure mit ca, 20 Tafel DIN A 1.

Es wäre schön wenn die Teilnehmer der Aktion an der Waterloosäule zur Novemberrevolution anschliessend in der Aegidienkirche vorbei kommen würden, zeitlich müsste das eigentlich machbar sein, so mit 3 Leuten geht es zwar auch, aber Unterstützung könnten wir schon brauchen. Das würde auch vom Ort her passen, das Kriegsgericht des XI. Armeekorps sowie der Infantrie- und Panzerdivison 19 befanden sich am Waterlooplatz 15 und das Wehrmachtsuntersuchungsgefängnis am Waterlooplatz 16.
Der Waterlooplatz war Exerzierplatz der Reichswehr/Wehrmacht.

An der Veranstaltung in der Aegidienkirche nehmen mehrere ranghohe Offiziere, sowie ca 15 Wehrpflichtige in Uniform teil (früher waren es deutlich mehr) und ca 80 Zivilisten. 

Hausherr in der Aegidienkirche ist der Stadtsuperindentent der Marktkirche , mit dessen Einverständnis wir dort stehen dürfen und seit 20 Jahren vom Volksbund ein öffentliches Eintreten für die Deserteure fordern. Das heisst sie müssen uns dulden und tun dies wenn auch widerwillig. Auf keiner Veranstaltung des Volksbundes zum Volkstrauertag (in ganz Deutschland) hat seit Ende des Krieges ein ehemaliger Deserteur gesprochen.

Falls gewünscht und das Wetter es erlaubt, könnten wir wenn die Offiziellen gegangen sind, etwas über die hannoverschen Deserteure berichten.

mit freundlichem Gruss

Klaus Falk, Friedensbüro Hannover
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