Hannover: Kriegsgegner legen Blumen für Deserteure am "Volkstrauertag" nieder.
Am 16. November wie fast jedes Jahr in den letzten 20 Jahren, haben die Mitglieder der Deutschen Friedensgesellschaft - Vereinigte Kriegsdienstgegner Gruppe Hannover an die Deserteure erinnert. Der Volksbund deutsche Kriegsgräberfürsorge sah sich auch in diesem Jahr, wie in den letzten Jahrzehnten nicht in der Lage erstmalig einen der letzten überlebenden Deserteure des II. Weltkirieges an diesem Tag im Opernhaus sprechen zu lassen. Man möchte das sich dieses Problem mit der Zeit von selbst erledigt. Der Landesvorsitzende Rolf Wernstedt sprach davon, das sich dies im Volksbund wohl nicht durchsetzen lasse, dieser hätte die Beschlüsse des Bundestages von 1996, sprich die Aufhebung der Urteile der NS-Militärjustiz noch nicht verarbeitet. Das heisst der Volksbund verschliesst sich der Rehabilitierung der Deserteure und hält an dem Spruch von Filbinger fest, was damals Recht war, kann heute nicht Unrecht sein. Wernstedt scheut den Konflikt mit der Bundeswehr im Volksbund.Ludwig Baumann hat recht wenn er sagt, wenn das was er als Deserteure getan hat richtig war, dann kann das was die restlichen 18 Millionen Soldaten der Wehrmacht getan haben nicht richtig gewesen sein.Der vermeintlich ehrenvolle Kampf der Soldaten weder im ersten, erst recht nicht im II. Weltkrieg ehrenhaft war. Giftgas und Vernichtungskrieg waren ein Verbrechen. Jeder Krieg ist ein Verbrechen an der Menschheit.In seiner Ansprache zum Volkstrauertag sprach Wernstedt davon, das heute der Einsatz von Bundeswehrsoldaten durch das Parlament beschlossen wird. Man müsse sich dem Thema stellen wie man künftig der toten Bundeswehrsoldaten gedenkt.Auch Herrn Wernstedt dürfte bekannt sein, das der überwiegende Teil der deutschen Bevölkerung den Einsatz von Bundeswehrsoldaten im Ausland ablehnt. Dies sind nicht unsere Kriege und auch nicht unsere Toten.
Der Fraktionsvorsitzende der Grünen im Landtag Stefan Wenzel ging in seiner Ansprache darauf ein, das man auch das Schicksal der 22.000 hingerichteten Deserteure und Wehrkraftzersetzer nicht vergesse dürfe. Er forderte dazu auf das Schicksal der Zwangsarbeiter im II. Weltkrieg von denen viele zu Tode gekommen sind in ganz Niedersachsen aufzuarbeiten. Ihre Namen stehen auf keinem Grabstein.
Text und Foto: klaus falk
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