16.2.09 Blick nach Rechts Voigt-Kontrahent an der Spitze Die niedersächsische NPD tritt mit Andreas Molau zur Bundestagswahl an. Bewacht von zwei Neonazis in weißen Hemden mit Aufdruck "NPD-Ordnungsdienst" fand ab Sonntagmittag, den 15. Februar der Landesparteitag der niedersächsischen NPD im Seelzer Stadtteil Dedensen bei Hannover stattt. In der Gaststätte "Zum deutschen Haus" werden immer wieder Neonazi-Treffen der Region Hannover durchgeführt, außerdem bereits der Landesparteitag der NPD vor drei Jahren. Die spät informierte Polizei kontrollierte nur die Personalien der anwesenden Journalisten und Fotografen. Polizeichef Thomas Wahrendorff war nicht völlig überrascht, dass die Veranstaltung erneut in Dedensen stattfinden konnte. So habe man bereits vor einiger Zeit versucht, mit der Wirtin zu sprechen, aber mit ihr sei "nicht zu reden". Seiner Auskunft nach verdiene sie "gutes Geld" mit der NPD und könne darauf nicht verzichten. Andreas Molau verließ zufrieden mit Patrick Kallweit die Hintertür des "Festsaales" und eilte zu seinem Fahrzeug. Die Landespartei hatte Molau trotz seiner Contra-Haltung zum Bundesvorsitzenden Udo Voigt zum Spitzenkandidaten für die Bundestagswahl im Herbst 2009 nominiert. NPD-Landeschef Ulrich Eigenfeld, ein enger Gefolgsmann von Voigt, wurde auf Platz zwei der Liste verwiesen. Seinen Einfluss sichtbar ausgebaut hat der Anführer der Kameradschaft „Snevern Jungs“, der Finanzberater Matthias Behrens aus der Lüneburger Heide. Er reiste gemeinsam mit älteren Kameraden um Manfred Börm an. Auf der Homepage der NPD wird später betont: "Hier schlagen wir Niedersachsen jenen Weg ein, der sich auch in Mecklenburg-Vorpommern als politisch erfolgreich erwiesen hat" also eine enge Zusammenarbeit mit den Freien Kräften. Jüngere Kameradschaftsaktivisten waren jedoch kaum anwesend, die Delegierten gaben sich betont bürgerlich. Unter den wenigen anwesenden Frauen war die Helmstedter Kreisrätin Elke Raabe. Gemeinsam mit Baby traten Ricarda und Dieter Riefling den Heimweg an. Die junge Hildesheimer Sektionsleiterin des "Ring Nationaler Frauen" und Chefin des NPD-Unterbezirks Oberweser soll beim kommenden Wahlkampf "kompetent spezifische Frauenthemen ansprechen, um nationale Politik noch stärker im Volk zu verankern", heißt es dazu auf der Seite der NPD. Wieder in Erscheinung tritt der Achimer Dachdecker Florian Cordes, der gemeinsam mit Christian Fischer aus Vechta die rechten Strukturen im nordwestlichen Landesbereich verstärken will. Cordes galt 2005 als Drahtzieher einer JN-Schulhof-Kampagne in Niedersachsen. Zur Zeit baut er die Jungen Nationaldemokraten im Bereich Delmenhorst auf. Nicht anwesend waren Neonazis aus Verden und Wilhelmshaven, sowie Adolf Dammann aus Stade. Dammann, der eng mit dem Hamburger Christian Worch kooperiert, galt immer wieder als Querulant innerhalb der niedersächsischen Partei. Am Samstag, den 13. Februar, nahm der erkrankte ehemalige Bankfilialleiter am Neonazi-Aufmarsch in Dresden teil. Ebenso auch ein älteres Braunschweiger Pärchen und die Preuß-Brüder aus Helmstedt, sie reisten zudem am nächsten Tag dann in Dedensen an. Weitere Teilnehmer kamen aus Westerstede, Emsland, Osnabrück, Lüneburg, Rotenburg, Osterode im Harz, Hildesheim, Wolfsburg und Hannover. Friedrich-Werner Graf von der Schulenburg aus Hameln parkte seinen kleinen Smart direkt neben dem Eingang. Einen vorderen Listenplatz erhielt der Antiquitätenhändler diesmal jedoch nicht. Andrea Röpke
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