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Voigt-Kontrahent an der Spitze Die niedersächsische NPD tritt mit Andreas Molau zur Bundestagswahl an.

18. Februar 2009 , Geschrieben von Parents Veröffentlicht in #Kampf gegen Nazis - Norddeutschland

16.2.09   Blick nach Rechts
  Voigt-Kontrahent an der Spitze

Die niedersächsische NPD tritt mit Andreas Molau zur Bundestagswahl an.


Bewacht von zwei Neonazis in weißen Hemden mit Aufdruck
"NPD-Ordnungsdienst" fand ab Sonntagmittag, den 15. Februar der
Landesparteitag der niedersächsischen NPD im Seelzer Stadtteil Dedensen
bei Hannover stattt. In der Gaststätte "Zum deutschen Haus" werden
immer wieder Neonazi-Treffen der Region Hannover durchgeführt, außerdem
bereits der Landesparteitag der NPD vor drei Jahren. Die spät
informierte Polizei kontrollierte nur die Personalien der anwesenden
Journalisten und Fotografen. Polizeichef Thomas Wahrendorff war nicht
völlig überrascht, dass die Veranstaltung erneut in Dedensen stattfinden
konnte. So habe man bereits vor einiger Zeit versucht, mit der Wirtin zu
sprechen, aber mit ihr sei "nicht zu reden". Seiner Auskunft nach
verdiene sie "gutes Geld" mit der NPD und könne darauf nicht verzichten.

Andreas Molau verließ zufrieden mit Patrick Kallweit die Hintertür des
"Festsaales" und eilte zu seinem Fahrzeug. Die Landespartei hatte Molau
trotz seiner Contra-Haltung zum Bundesvorsitzenden Udo Voigt zum
Spitzenkandidaten für die Bundestagswahl im Herbst 2009 nominiert.
NPD-Landeschef Ulrich Eigenfeld, ein enger Gefolgsmann von Voigt, wurde
auf Platz zwei der Liste verwiesen. Seinen Einfluss sichtbar ausgebaut
hat der Anführer der Kameradschaft „Snevern Jungs“, der Finanzberater
Matthias Behrens aus der Lüneburger Heide. Er reiste gemeinsam mit
älteren Kameraden um Manfred Börm an. Auf der Homepage der NPD wird
später betont: "Hier schlagen wir Niedersachsen jenen Weg ein, der sich
auch in Mecklenburg-Vorpommern als politisch erfolgreich erwiesen hat"
also eine enge Zusammenarbeit mit den Freien Kräften. Jüngere
Kameradschaftsaktivisten waren jedoch kaum anwesend, die Delegierten
gaben sich betont bürgerlich.

Unter den wenigen anwesenden Frauen war die Helmstedter Kreisrätin Elke
Raabe. Gemeinsam mit Baby traten Ricarda und Dieter Riefling den Heimweg
an. Die junge Hildesheimer Sektionsleiterin des "Ring Nationaler Frauen"
und Chefin des NPD-Unterbezirks Oberweser soll beim kommenden Wahlkampf
"kompetent spezifische Frauenthemen ansprechen, um nationale Politik
noch stärker im Volk zu verankern", heißt es dazu auf der Seite der NPD.
Wieder in Erscheinung tritt der Achimer Dachdecker Florian Cordes, der
gemeinsam mit Christian Fischer aus Vechta die rechten Strukturen im
nordwestlichen Landesbereich verstärken will. Cordes galt 2005 als
Drahtzieher einer JN-Schulhof-Kampagne in Niedersachsen. Zur Zeit baut
er die Jungen Nationaldemokraten im Bereich Delmenhorst auf. Nicht
anwesend waren Neonazis aus Verden und Wilhelmshaven, sowie Adolf
Dammann aus Stade. Dammann, der eng mit dem Hamburger Christian Worch
kooperiert, galt immer wieder als Querulant innerhalb der
niedersächsischen Partei. Am Samstag, den 13. Februar, nahm der
erkrankte ehemalige Bankfilialleiter am Neonazi-Aufmarsch in Dresden
teil. Ebenso auch ein älteres Braunschweiger Pärchen und die
Preuß-Brüder aus Helmstedt, sie reisten zudem am nächsten Tag dann in
Dedensen an. Weitere Teilnehmer kamen aus Westerstede, Emsland,
Osnabrück, Lüneburg, Rotenburg, Osterode im Harz, Hildesheim, Wolfsburg
und Hannover. Friedrich-Werner Graf von der Schulenburg aus Hameln
parkte seinen kleinen Smart direkt neben dem Eingang. Einen vorderen
Listenplatz erhielt der Antiquitätenhändler diesmal jedoch nicht.

Andrea Röpke





Quelle: Blick nach Rechts 16.02.2009
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