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Tausende Menschen bei Demo gegen NPD-Aufmarsch in Osnabrück - Starkes Polizeiaufgebot

8. März 2009 , Geschrieben von Parents Veröffentlicht in #Kampf gegen Nazis - Norddeutschland

Stadt Osnabrück 07.03.2009
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Tausende Menschen bei Demo gegen NPD-Aufmarsch in Osnabrück - Starkes Polizeiaufgebot
Aus Osnabrück berichten Arne Köhler, Stefan Prinz, Wilfried Hinrichs, Michael Krechting (Texte), Jörn Martens und Gert Westdörp (Fotos)
Begleitet von einem starken Polizeiaufgebot hat an diesem Samstag die Bürger-Demo gegen den NPD-Aufmarsch in Osnabrück stattgefunden. Mehr als 5500 Menschen aus der Region waren nach offiziellen Angaben in der Innenstadt unterwegs und setzten ein Zeichen gegen Intoleranz und Gewalt.

An der NPD-Kundgebung vom Hauptbahnhof aus nahmen 170 rechte Aktivisten teil. Der Aufmarsch wurde begleitet von 300 bis 400 Autonomen, die sich in der Nähe des Hauptbahnhofs Scharmützel mit der Polizei lieferten. Gegen 15.30 Uhr hatte sich die Lage beruhigt.

Die Chronologie eines ereignisreichen Demo-Tages...

 

 
Die Region setzt ein Zeichen: Mehrere tausend Teilnehmer protestierten an diesem Samstag in Osnabrück gegen Intoleranz und Gewalt. Foto: Westdörp

17:34 Uhr: Ein Nachtrag noch: In einem kurzen Video analysiert der Leiter der Osnabrücker Stadtredaktion der Neuen OZ, Wilfried Hinrichs, den Tag. Das Video finden Sie hier

16:37 Uhr: Beenden wir diese Chronologie mit dem Satz des Tages von Oberbürgermeister Boris Pistorius: „Ich bin stolz auf die Menschen, die hier leben, dass sie gegen das braune Ungemach Flagge gezeigt haben“, sagte Pistorius bei der Abschlusskundgebung.

15:42 Uhr: Die Polizei zieht erste Bilanz: Bei den Auseinandersetzungen mit den Demonstranten aus dem extrem linken Spektrum wurden Steine und Flasche gegen Beamte geworfen und Sachbeschädigungen begangen. Zwei Polizisten wurden verletzt, die Fenster eines Streifenwagen zerstört. Verletzte gab es nach Angaben von Antifa-Gruppen auch auf der Seite der Autonomen.

15:33 Uhr: Das Ende eines Demo-Tages rückt näher. Der Neumarkt ist wieder für den Verkehr freigegeben, erste Polizei-Einsatzgruppen rücken ab.

15:20 Uhr: Während sich allmählich auch die Situation am Pottgraben beruhigt und Straßen freigegeben werden, können wir Ihnen hier weitere Fotogalerien vom Demo-Tag anbieten...

15:12 Uhr: Die offizielle Teilnehmerzahl der Gegen-Demo wird von der Polizei inzwischen mit 5500 angegeben.

15:06 Uhr: Autonome und Polizei liefern sich dort ein Katz-und-Maus-Spiel. Der Wall zwischen Erich-Maria-Remarque-Ring und Pottgraben ist weiterhin weiträumig abgesperrt.

15:00 Uhr: An der Brücke vor dem Alando Palais befindet sich inzwischen der Brennpunkt der Demo, dort stehen sich weiterhin Autonome und Polizei, darunter auch eine Hundestaffel, gegenüber. Wann bzw. ob die Demo in den kommenden Minuten aufgelöst wird, war bislang noch nicht zu erfahren.

14:47 Uhr: Die Situation am Hauptbahnhof hat sich weitgehend beruhigt. Polizei und Autonome stehen sich zwar noch gegenüber, aber die Phase der Eskalation scheint vorbei. Dabei soll es auch Festnahmen gegeben haben, Genaueres hierzu dann später.

14:26 Uhr: Die Auseinandersetzungen zwischen Autonomen und Polizei halten an, die Beamten haben die Zahl der am Hauptbahnhof eingesetzten Kräfte offenbar noch einmal verstärkt. Auch Wasserwerfer sind vor Ort. Währenddessen hat sich der Kundgebung der NPD unseren Beobachtungen zufolge bereits größtenteils aufgelöst.

14:20 Uhr: Vor der Spielbank am Goethering eskaliert gerade die Situation: 300 bis 400 Autonome versuchen, die Linie der Polizei zu durchbrechen. Flaschen fliegen, die Beamten setzen Schlagstöcke ein und versuchen, den Block der Autonomen zu sprengen.

13:50 Uhr: Die NPD-Demonstranten sind auf dem Weg zurück in Richtung Hauptbahnhof, die Polizei gibt allmählich die Kreuzung am Berliner Platz wieder frei. Abwarten, ob alles so friedlich wie bislang zu Ende geht.

13:17 Uhr: Selbst von unserem Büro am Berliner Platz aus sind die (unerträglichen) Parolen und vor allem die Musik der Neonazis zu hören. Hoffentlich hat das bald ein Ende. 

13:03 Uhr: Nach Angaben der Polizei ist alles unter Kontrolle, die NPD-Aktivisten ziehen weiter in Richtung Herrenteichswall, bevor am Berliner Platz ihre zweite Kundgebung startet. Begleitet werden sie von wütenden "Nazis raus"-Rufen von mehreren tausend Gegendemonstranten.

12:57 Uhr: Offenbar gibt es im Bereich der NPD-Demo eine angespannte Lage: Die Polizei hat Verstärkung in Richtung Hauptbahnhof geschickt, Polizisten haben ihre Helme aufgesetzt und sind in Richtung Bahnhof gerannt. Genaueres wissen wir noch nicht.

12:44 Uhr: Die Kundgebung auf dem Marktplatz löst sich allmählich auf, einige Osnabrücker harren noch aus und lauschen der Musik auf der Marktplatzbühne, andere gehen nach Hause oder schlendern weiter durch die Innenstadt. Sie alle haben ein eindrucksvolles Zeichen gegen Rechts gesetzt.

12:40 Uhr: Die offizielle Teilnehmerzahl der Gegendemo wird erneut nach oben korrigiert: Mehr als 10.000 Menschen aus der Region sind in der Osnabrücker Innenstadt und setzen ein Zeichen.

12:29 Uhr: Die NPD-Kundgebung hat begonnen. Die Rechten ziehen vom Hauptbahnhof zunächst über die Möserstraße zur Sparkasse an der Ecke Wittekindstraße. Informationen zum genauen Straßenverlauf der Demos  finden Sie hier...

12:18 Uhr: "170 NPD-Aktivisten", vermeldet die Polizei am Hauptbahnhof. Der Aufmarsch der Rechten hat noch nicht begonnen, während in der Innenstadt der eindrucksvolle Demonstrationszug der Bürger weitergeht: Inzwischen sind die ersten der insgesamt 4500 Teilnehmer am Nikolaiort angekommen.

12:07 Uhr: Neuigkeiten aus der Innenstadt: Die am Ledenhof geplante zweite Kundgebung der Gegen-Demo musste wegen der Unruhe stiftenden Aktionen der Autonomen ausfallen. Die Polizei hat deshalb kurzerhand ihren Lautsprecherwagen zur Verfügung gestellt, so dass die Redner aus dem fahrenden Wagen ihre Worte an die tausenden Demonstranten richten konnten.

11:58 Uhr: Eine erste Fotogalerie von der Gegen-Demo finden Sie übrigens hier...

11:43 Uhr: Vom Hauptbahnhof wird uns die Zahl von 100 NPD-Aktivisten gemeldet.

11:31 Uhr: Und jetzt die offizielle Teilnehmerzahl der Bürger-Demo: 4500 Menschen aus der Region sind dabei.


 

11:29 Uhr: Die Lage am Ledenhof verschärft sich: Die Autonomen liefern sich Auseinandersetzungen mit der Polizei, unser Reporter vor Ort spricht von Jagdzenen. Zwei Dutzend Polizisten in Kampfmonitur haben sich an der Kreuzung "Alte Münze" aufgestellt und wollen hart durchgreifen.

11:25 Uhr: Die zweite geplante Kundgebung der Gegen-Demo am Ledenhof verzögert sich offensichtlich erheblich. Auf dem Ledenhof stehen bislang nur etwa 200 Autonome, die eigentliche Bürger-Demo stockt in diesen Minuten.

11:08 Uhr: Die Lage an der Spitze des Protestzugs wird unübersichtlicher: Inzwischen laufen fast 200 autonome, schwarz vermummte Jugendliche vorneweg. Die Vertreter der Osnabrücker Politik, der Parteien und der Institutionen haben sich deshalb fast 100 Meter zurückfallen lassen - offenbar, um so eine gewisse Distanz zu der Gruppe der Autonomen zu schaffen, die sich lautstark Gehör verschafft.

10:57 Uhr: Wir müssen - und das tun wir gerne - unsere Schätzungen zur Teilnahme an der Gegen-Demo deutlich nach oben korrigieren: Die Beteiligung an der Protestaktion übertrifft die Erwartungen offenbar sehr, sehr deutlich. Inzwischen kann man von 10.000 Teilnehmern sprechen. Während die Spitze der Demo schon an der Ecke Hans-Böckler-Straße und Schlosswall angekommen ist, stehen die letzten Teilnehmer noch am Startpunkt am Alando Palais - ein wirklich beeindruckendes Zeichen der Menschen aus der Region gegen Intoleranz und Gewalt. Offizielle Schätzungen der Polizei zur Teilnehmerzahl gibt es allerdings noch nicht.

10:55 Uhr: Vom Hauptbahnhof hören wir, dass sich dort inzwischen etwa 50 NPD-Aktivisten versammelt haben - mehr nicht. Ein Hubschrauber kreist über dem Gebiet, die Polizei hat ein gepanzertes Räumfahrzeug aufgefahren.

10:49 Uhr: Zwischen der Gruppe der Autonomen und den Polizeikräften kommt es an der Spitze des Protestzuges immer wieder zu kleineren Diskussionen - die schwarz gekleideten Jugendlichen und Punker hatten sich mit ihren Plakaten wieder an die Spitze der Demo gesetzt, nun sind sie allerdings von der Polizei an den Rand gedrängt worden. Abwarten, ob sich das noch zum Chaos auswächst, bis jetzt ist allerdings alles weitgehend ruhig.

10:42 Uhr: Mit Sambagruppen und zwei Dutzend Polizisten an der Spitze bewegt sich der Protestzug nun in Richtung Ledenhof.

10:34 Uhr: Die erste Kundgebung der Bürger-Demo ist vorbei. Der Protestzug setzt sich jetzt wieder in Bewegung. In ihrer Rede hat die NS-Verfolgte Marianne Semnet noch einmal mit Blick auf die NPD unterstrichen, dass sie es unerträglich finde, "dass eine Nachfolgeorganisation der NSPAP mit Steuergeldern unterstützt wird". Unter den Demonstranten befinden sich unseren Beobachtungen zufolge auch ein knappes Dutzend Autonomer. Der Verlauf der Protestaktion ist bis jetzt komplett friedlich.

10:29 Uhr: Der Ablauf der Bürger-Demo noch einmal zur Info: Zum Auftakt sprechen zwischen 10 und 10.45 Uhr an der Kreuzung Kollegienwall, Heinrich-Heine-Straße und Pottgraben Petra Thiesmeyer, Vorsitzende der DGB-Region Osnabrück-Emsland, Ulas Sonate, Doktorandin an der Universität Osnabrück, die NS-Verfolgte Marianne Semnet und Junggewerkschafter Daniel Wess. Auf dem Ledenhof in Osnabrück findet dann eine Zwischenkundgebung statt. Zum Abschluss auf dem Marktplatz (ab etwa 13 Uhr) reden wie geplant Oberbürgermeister Boris Pistorius, Hartmut Riemann, 1. Bevollmächtigter der IG Metall, Theo Paul, Generalvikar des Bistums Osnabrück, und zwei Schüler. Außerdem gibt es Musikbeiträge.

10:23 Uhr: An der Spitze der Bürgerdemo hat sich inzwischen eine bemerkenswerte Konstellation ergeben: Die Osnabrücker "Promis" laufen fast parallel zu etwa 20 ganz in schwarz gekleideten Jugendlichen, die schwarze Kopftücher und Sonnenbrillen tragen.

10:18 Uhr: Auch vom Hauptbahnhof können wir erste Informationen weitergeben. Dort ist die Lage nach Aussage unseres Reporters noch ruhig. Wie viele Einsatzkräfte die Polizei heute in Osnabrück versammelt hat, will man aus "taktischen Gründen" nicht sagen. Die in unserer Zeitung gewählte Formulierung "mehrere tausend Polizisten" sei aber sicherlich zutreffend. Die Polizei hat den Bereich rund um die Bushaltestellen vor dem Hauptbahnhof mit Gittern großräumig abgesperrt. Dort wollen bzw. sollen sich die NPD-Aktivisten versammeln, von denen momentan allerdings noch nicht viel zu sehen ist.

10:17 Uhr: Oberbürgermeister Pistorius bezieht Stellung: "Die Osnabrücker wollen zeigen, dass die Rechten mit ihren Ideologien in der Friedensstadt keinen Platz haben".

10:15 Uhr:  Die Demo bewegt sich jetzt schon seit einigen Minuten in Richtung Innenstadt und Marktplatz. Vorne weg laufen Landrat Hugo, Oberbürgermeister Pistorius, der Erste Kreisrat Dr. Kassing und die Bundestags- und Landtagsabgeordneten der Region. Auch IG-Metall- und weitere Gewerkschaftsvertreter sind vor Ort. Die Promis tragen ein Plakat "Wir haben die Nazis satt".

9:57 Uhr: Zur Bürger-Demo sind auch Vertreter aller Stadtratsfraktionen erschienen. Der Ratsvorsitzende Josef Thöle spricht von einer "guten Demonstration, die zeigt, dass wir Position beziehen". Mehr als 70 Osnabrücker Institutionen haben zu der Protestaktion aufgerufen, die ein deutliches Signal gegen den NPD-Aufmarsch setzen soll.

 
 
Produktion: Neue OZ/Krechting
 
5000 Bürger setzen Zeichen gegen Rechts
Begleitet von einem starken Polizeiaufgebot hat an diesem Samstag die Bürger-Demo gegen den NPD-Aufmarsch in Osnabrück stattgefunden. Mehr als 5500 Menschen aus der Region setzten ein Zeichen gegen Fremdenhass und Intoleranz. An der NPD-Kundgebung vom Hauptbahnhof aus nahmen 170 rechte Aktivisten teil. Der Aufmarsch wurde begleitet von 300 bis 400 Autonomen, die sich Scharmützel mit der Polizei lieferten. Unser Redakteur Wilfried Hinrichs analysiert den Tag in diesem Video...


Quelle: Neue OZ online 07.03.2009
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