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Lübecks Demo-Sonnabend bleibt friedlich

29. März 2009 , Geschrieben von Parents Veröffentlicht in #Kampf gegen Nazis - Norddeutschland

ln-online/lokales vom 28.03.2009 21:59
Lübecks Demo-Sonnabend bleibt friedlich
Die Bilder der Demo.
Lübeck - Die Hansestadt stand am Sonnabend im Zeichen einer Demonstration der rechtsextremen NPD und einer Gegenveranstaltung, zu der u.a. der evangelisch-lutherische Kirchenkreis Lübeck, die Kreisgruppe der SPD und das Bündnis „Wir können sie stoppen“ aufgerufen hatten. Die Polizei zog eine positive Bilanz. Es waren 1800 Beamte aus Schleswig-Holstein sowie anderen Bundesländern im Einsatz. 1500 Menschen demonstrierten in Lübeck. Die Einsatzkräfte nahmen 77 Personen in Gewahrsam. Niemand ist verletzt worden. Hier lesen Sie das Protokoll eines ereignisreichen Tages.

Hier geht's zum Bericht "Demos behindern den Verkehr, aber Lübecks Altstadt bleibt erreichbar"!

Für die LN und LN Online berichteten Oliver Vogt, Sebastian Rosenkötter, Ilka Mertz, Sebastian Prey und Lars Fetköter (Texte) sowie Ulf-Kersten Neelsen, Lutz Roessler, Jens Burmester und Wolfgang Maxwitat (Fotos).

16.22Uhr Die Polizei zieht Bilanz: Am frühen Nachmittag wurden im Bereich der Innenstadt und Hansestraße zwei Container angezündet, ohne dass es zu Folgeschäden kam. Im Innenstadtbereich, Breite Straße, beschädigten vermummte Randalierer die Scheibe eines Schnellrestaurants. Im Bereich der Hansestraße wurden die Einsatzkräfte der Polizei zum Teil massiv von dunkel gekleideten und Vermummten mit Gegenständen beworfen. In der Hansestraße wurde das Gebäude des 2. Polizeireviers sowie mehrere Privatfahrzeuge mit Gegenständen beworfen. Die Polizei setzte im Bereich Meierbrücke kurz den Wasserwerfer ein, nachdem Polizeibeamte aus einer Gruppe Störer heraus angegriffen wurden. Die Einsatzkräfte nahmen bis 16 Uhr 77 Personen in Gewahrsam, nach bisherigem Kenntnisstand wurden keine Personen verletzt.

16.09 Uhr Die letzten Nazis sind nach Güstrow abgefahren. Die Polizei ist am Bahnhof auf dem Rückzug.

15.51 Uhr Die rechten Demonstranten sind zurück am Bahnhof. Die meisten werden mit den Zügen und 16.03 und 16.04 Uhr Richtung Kiel und Hamburg abfahren. In der Hansestraße ist es zu Ausschreitungen gekommen.

15.40 Uhr Video von der Demo: LN-Video-News: Demo

15.30 Uhr Auf dem Dach der St. Lorenz Kirche sitzen linke Demonstranten. Nazi-Marsch kommt vorbei. Anscheinend gibt es Unruhen in der Hansestraße.

15.13 Uhr Nazis müssen Kundgebung auf Ziegelteller abbrechen und im Steinraderweg weiter machen. Laut Polizei soll es Ärger in Innenstadt geben.

15.09 Uhr Nazi-Kundgebung auf dem Ziegelteller: Die Polizei fordert die Demonstranten auf die Lautsprecher abzustellen. Die Rechten reden aber einfach weiter.

14.59 Uhr Der Nazi-Umzug ist am Ziegelteller angekommen. Jetzt halten die Rechten doch noch eine Rede. Die Demonstranten verhalten sich relativ friedlich, bisher gab es nur kleine Rangeleien.

14.53 Uhr Gegendemonstranten werden in Artlenburger Straße von Polizei gegen Nazis abgeschirmt. 100 Meter Platz ist zwischen 74 Linken und 50 Polizisten. Die Demonstranten verhalten sich allerdings friedlich. Die Nazis ziehen wieder in Richtung Ziegelteller.

14.35 Uhr Nazi-Demozug erreicht die Richard-Wagnerstraße. Die Bodelschwingh Kirche lässt gegen Nazis Glocken läuten.

14.23 Uhr Beamte, die im Bereich Marienbrücke sowie Drehbrücke als Verkehrs- und Absperrposten eingesetzt waren, wurden von vermummten, dunkel gekleideten Personen angegriffen und deswegen bis auf weiteres abgezogen.

14.15 Uhr Der Nazi-Zug ist Höhe Gluckstraße gestoppt und darf nicht durch Schönbökener Straße ziehen. Auch Zwischenkundgebungen wurden abgesagt. Die Polizei hat Angst vor Ausschreitungen mit Linken.

13.59 Uhr 50 Linke versuchen aus Richtung Buntekuh in die Beethovenstraße zu kommen. Die Polizei läuft mit großem Aufgebot entgegen.

13.57 Uhr Friedlich und entspannt: Am Bahnhof stehen 500 Leute. Es läuft Rockmusik.

13.55 Uhr Fackenburger Allee total ausgestorben, kaum ein Auto, genauso in der Ziegelstraße. In der Fackenburger Allee beim Mister Kebab Grill stärken sich linke Demonstranten.

13.48 Uhr Rund um den Lohmühlenkreisel geht nichts mehr. Das Musikerviertel hat die Polizei abgeriegelt. Der Verkehr staut sich bis auf A1 Abfahrt Zentrum. Selbst auf Nordtangente herrscht dichter Verkehr, weil alle versuchen die Altstadt zu umfahren.

13.45 Uhr Polizei unterbricht Versammlung der Nazis. Sie haben die Redezeit von 30 Minuten überschritten. Es wird um eine Minuten gefälscht. Der Umzug wird trotzdem fortgesetzt.

13.38 Uhr Über Twitter: @suddenswelt: "Fackenburger Allee höhe Eisenbahnbrücke wurde durch Wasserwerfer abgeriegelt"

13.38 Uhr Die Polizei warnt: Derzeit kommt es im Bereich der Fackenburger Allee zu starken Beeinträchtigungen im Straßenverkehr durch Demonstrationsteilnehmer. Die Polizei bittet Verkehrsteilnehmer, nicht über die Fackenburger Allee in Richtung Innenstadt zu fahren, sondern über die Lohmühle kommend die Nordtangente - über die Straßen "Bei der Lohmühle - Karlstraße - Einsiedelstraße- Eric-Warburg-Brücke-Hafenstraße" - zu benutzen.

13.30 Uhr Auch an der Marienbrücke postiert die Polizei Wasserwerfer. Antifas scheinen gerade planlos.

13.22 Uhr Die Polizei schätzt die Zahl der Teilnehmer des Aufzuges der NPD auf 300.

13.20 Uhr Nazis beschweren sich in ihrer Rede: "Eben am Bahnhof wurde ich von der Polizei unterbrochen, hier dürfe keine Kundgebung stattfinden"

13.16 Uhr Die Rechten sind am Ziegelteller angekommen und haben sich aufgestellt. Die Polizei hat einen grünen Kranz gebildet. Drei Gegendemonstranten schwenken Großbritannien- und Israelfahne.

13.14 Uhr Bahnhof im Rückblick: Als die Situation im Bahnhof nach Ankunft linker Gruppen eskalierte und die Polizei mit einem Knüppeleinsatz und Pfefferspray die Demonstranten aus der Bahnhofshalle auf den Vorplatz abdrängte, versuchte der Bundestagsabgeordnete der Partei Die Linke und gebürtige Lübecker, Wolfgang Neskovic, durch Gespräche mit Demonstranten und Polizisten die Lage zu beruhigen. "Die Polizei hat sich korrekt verhalten und erst zu körperlicher Gewalt gegriffen, als es keine andere Möglichkeit mehr gab." Neskovic verurteilte das Vorgehen der Demonstranten, die versucht hatten, die Polizeikette zu durchbrechen. Für die Krawallmacher zeigte der Linken-Politiker kein Verständnis. "Sie diskreditieren das Anliegen all jener, die zuvor friedlich an der Protestkundgebung teilgenommen haben."

13.11 Uhr Marienbrücke: 300 Antifa-Leute haben es fast geschafft die Absperrung zu durchbrechen, weil zu wenig Polizisten vor Ort waren. Die Demonstranten konnten mit Schutzschildern und Schlagstöcken zurück getrieben werden. Die Antifa sammelt sich an der Hubbrücke neu.

13.07 Uhr 300 Chaoten überrennen die Polizei und wollen die Kamelbrücke stürmen.

13.01 Uhr Ziegelteller: Polizisten sammeln sich. Aus der Ferne hört man schon die Nazis skandieren. Alle Zufahrtsstraßen sind abgeriegelt. Kein Durchkommen, auch nicht für Anwohner.

13.00 Uhr Der Nazi-Hauptzug setzt sich in Bewegung. Polizei spricht von einer ruhigen Lage. Doch ein Polizist verrät: "An der Peripherie ist schon ganz schön was los."

12.50 Uhr Vom Lindenteller aus ziehen 300 Antifa-Demonstranten auf dem Weg zur Marienbrücke auch am Holstentor vorbei. Am Gewerkschaftshaus ist ein 40 mal 20 Meter großes Banner aufgehängt, auf dem steht: "Kein Sex mit Nazis" Netzwerk Courage.

12.38 Uhr Über Twitter @ Ralf Stegner: "Sorge dass die Lage in Luebeck nicht friedlich bleibt." @ Gesa Tralau: "Aufruf der Jusos an die Leitung Ruhe reinzubringen"

12.36 Uhr Kreuzung Dornbreite Schönböckener Straße: 2 Polizisten sperren die Schönböckener Straße. Es gibt kein Durchkommen und keine Ausnahmen. Weder für Anwohner, noch für Lieferverkehr in den Rapsacker.

12.32 Uhr Polizei überprüft Einhaltung der Auflagen für die rechten Demonstranten. Nazis müssen ihre Personalausweise vorzeigen. Meist sind es Jugendliche zwischen 18 und 25 Jahre alt.

12.30 Uhr Vor dem Bahnhof um die 100 Polizisten in Kampfmontur, haben 2 Wasserwerfer aufgefahren.

12.20 Uhr Brücke am Bahnhof total dicht für die nächste viertel Stunde. Die Polizei will Linke von Nazis fernhalten. Ein Großaufgebot linker Demonstranten marschiert die Fackenburger Allee Richtung Bahnhof. Alle sind schwarz vermummt mit Sonnenbrille.

12.18 Uhr Dicke Luft im Bahnhof: Linke Demonstranten haben versucht Rechte zu stören. Die Polizei setzt im Bahnhof Pfefferspray und Schlagstöcke ein um die Demonstranten auseinander zu treiben.

12.12 Uhr Die 300 Rechten Demonstranten sind aus dem Bahnhof raus und formieren sich im Steinraderweg zum Abmarsch. Linke Demonstranten, die eine Blockade veranstaltet hatten, werden abgeführt.

12.10 Uhr Ralf Stegner twittert: "Anti-Nazi Kundgebung war eindrucksvoll.Jetzt weiter nach Berlin"

12.05 Uhr Polizei räumt Linke Sitzblockade. Aktivisten werden an die Seite gedrängt und umstellt.

12.00 Uhr Die Lage am Bahnhof spitzt sich zu. Nazis und Linke treffen mit dem Zug ein. Am Hintereingang veranstalten Linke eine kleine Sitzblockade. Die Polizei versucht die rechten Demonstranten aus dem Bahnhof zu begleiten.

11.50 Uhr Die offizielle Gegenveranstaltung auf dem Bahnhofsvorplatz ist beendet. @seereuber twittert: "Grad seilt sich ein Gegendemonstrant vom Bahnhofsdach ab, um die Nazidemo zu stören".

11.37 Uhr Polizei spricht von etwa 1500 Teilnehmern der Kundgebung am Bahnhofsvorplatz. Die Veranstaltung verlaufe "nach wie vor ohne Störungen".

11.35 Uhr Zwei Linke sind aufs Bahnhofsdach geklettert, wollen ein Transparent entrollen.

11.24 Uhr 20 junge Linke werden von der Polizei aus dem Bahnhof eskortiert - friedlich.

11.22 Uhr Gespannte Ruhe am Ziegelteller. Ein Großaufgebot der Polizei steht mit Wasserwerfer bereit. Auch Rettungswagen sind vor Ort. Aus den Fenster der umliegenden Häuser sehen die Menschen zu.

11.20 Uhr Erinnerung an 90 Juden, die im Dritten Reich vom Lübecker Bahnhof aus nach Riga deportiert wurden. Schüler der Geschwister-Prenski-Schule lesen alle Namen vor.

10.56 Uhr Auch der LN-Reporter meldet: "Zuwachs im rechten Lager, 16 Mann aus HH-Zug".

10.55 Uhr Die Brücke am Bahnhof ist abgesperrt, ein Wasserwerfer steht bereit. Der Twitterer @seereuber (der Grünen-Politiker Konstantin von Notz) berichtet: "Viel Polizei im Bahnhof, einige mit Erkennungsnummer, einige nicht. Mit Hundestaffel. 20 Nazis kommen am Lübecker Bahnhof an.... "

10.45 Uhr Rund 2000 Menschen vor dem Bahnhof. Die Lage ist entspannt und friedlich. Diverse Redner sind sich inhaltlich einig: "Faschismus ist keine Meinung, sondern ein Verbrechen!"

10.40 Uhr Polizeichef Hüttmann macht sich persönlich ein Bild von der Lage am Steinrader Weg.

10.35 Uhr Die Polizei parkt Fahrzeuge am Steinrader Weg um, schafft so eine "Sichtblende zwischen Links und Rechts". Die Situation bleibt ruhig, eine Räumung ist vorerst vom Tisch.

10.30 Uhr Bürgermeister Bernd Saxe hat bei der Versammlung am Bahnhof gesprochen. Er spricht von einer "beachtlichen Kulisse", der vielleicht "größten Kundgebung seit 10 oder 15 Jahren". Nazis, so Saxe, hätten keinen Platz in Lübeck. Man müsse gemeinsam und friedlich gegen "braunen Ungeist" vorgehen.

10.19 Uhr Die Polizei zieht weitere Kräfte am Steinrader Weg zusammen, etwa 300 Beamte sind mit Wasserwerfern vor Ort. Inzwischen sind 6 Rechte eingetrudelt - allerdings ist deren Treffen erst für 12 Uhr geplant.

10.18 Uhr Die Polizei-Pressestelle spricht von "ruhig verlaufenden" Auftaktveranstaltungen und "mehreren hundert" Teilnehmern der Versammlung am Bahnhofsvorplatz.

10.15 Uhr Hubschrauber kreisen über der Innenstadt. Die Userin @gesatralau twittert: "Immer mehr Menschen,gutes Signal gegen Rechts!"

10.05 Uhr Etwa 300 Linke blockieren den Steinrader Weg. Die Polizei plant eine Räumung.

9.58 Uhr Die ersten 5 rechten Demonstranten warten am Hauptbahnhof-Ausgang Steinrader Weg. SPD-Landeschef Ralf Stegner twittert: "Demo am Hbf. eingetroffen".

9.50 Uhr Rund 150 Menschen ziehen die Schwartauer Allee Richtung Bahnhof und singen christliche Lieder. Ein Dutzend Polizisten begleitet den Zug.

9.45 Uhr Der Zug von der Herz-Jesu-Kirche trifft am Kohlmarkt auf den aus St. Marien. Gemeinsam - gut 250 Menschen - geht es weiter in Richtung Holstentor, vorneweg ein großes Plakat mit der Aufschrift: "Kein Nazi-Aufmarsch in Lübeck!"

9.36 Uhr Die Altstadt ist noch über Fackenburger Allee und Lindenplatz zu erreichen. Zahlreiche Mannschaftswagen von Polizei und Bundespolizei stehen bereit. Beamte schlendern in kleinen Gruppen entspannt auf der Straße entlang. Mehrere Wasserwerfer stehen bereit.

9.30 Uhr Andacht in der Herz-Jesu-Kirche ist vorbei. Es gab viele Aufrufe gegen rechte Gewalt. Teilnehmer gehen singend in Richtung Holstentor, vorweg ein kleiner Junge. Er trägt ein Plakat mit der Aufschrift: "Unser Kreuz hat keine Haken".

9.10 Uhr Andacht in der Lorenzkirche hat begonnen, nahezu alle Plätze sind besetzt. Etwa 50 Polizisten haben sich am Hintereingang des Bahnhofs postiert. Passanten dürfen nicht mehr vorbei.

9 Uhr Die Situation ist ruhig und entspannt, Polizisten vor St. Marien und der Herz-Jesu-Kirche genießen die Sonne.
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