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Gentechnik Newsletter

29. April 2009 , Geschrieben von Parents Veröffentlicht in #Gentechnik - Landwirtschaft - Ernährung

Ilse Aigner hat den MON 810 zwar verboten, will aber nicht gegen die Gentechnik zu Felde ziehen. Dies hat sie in den letzten Tagen bewiesen und sich mit der Zulassung des Anbaus der "Amflora" gegen den Wunsch des CSU-Chefs Seehofers gestellt. Dieser hatte gefordert, den Anbau der Gentechnik-Kartoffel zu verbieten. Dabei hatte er selbst als Landwirtschaftsminister den Anbau noch zugelassen. Die Befürchtungen der Gentechnik-Kritiker hatten sich damals bestätigt: Nach dem Versuchsanbau 2007 lagen Kartoffeln auf dem Acker herum, die dann in der nächsten Saison wieder als Durchwuchs auf dem Acker standen und sich so unkontrolliert verbreiteten. Die Frage ist auch, was die BASF nach über zehn Jahren Versuchsanbau noch testen will. So mutet der Anbau auf 40 Hektar eher wie eine Saatgutvermehrung an. Eine besonders stärkehaltige Kartoffel gibt es übrigens bereits von einem niederländischen Hersteller, als gentechnikfreie Variante.
Monsanto hat unterdessen Klage beim Verwaltungsgericht Braunschweig eingereicht. Wer sich bei Monsanto wegen der Anbau-Klage beschweren will, sollte bei der Campact-Aktion mitmachen, siehe 4.

1. Mehrheit der Bundesbürger will Kennzeichnung Ohne Gentechnik
2. Aigner erlaubt Versuchs-Anbau von Gentechnik-Kartoffel
3. Umweltverbände fordern Gentechnik-Moratorium für Europa
4. Monsanto klagt gegen MON 810-Verbot
5. Forscher warnen vor Herbizid Glyphosat
6. Verbände gegen EU-Zulassung für genmanipulierten Reis
7. Gentechnik gegen Hungerproblem? Deutsche lassen sich nichts vormachen
8. Berufsimker Michael Grolm bleibt verurteilt
9. EU will nationale MON 810-Verbote nicht weiter anfechten
10. Einspruch gegen patentiertes Leben
11. Groß Lüsewitz: Gentechnik ist kriminell, nicht Widerstand!
12. Polizei räumt besetztes Genpflanzen-Feld
13. Demonstration vor KWS Saatzucht AG in Einbeck

Unterstützen Sie den Infodienst - damit es auch weiterhin kritische Informationen zum Thema Gentechnik für alle gibt! Online-Spende hier: https://ssl.zs-l.de/keine-gentechnik.de/spenden.html

1. Mehrheit der Bundesbürger will Kennzeichnung Ohne Gentechnik
Zwar ist der kommerzielle Anbau des Gentechnik-Maises in Deutschland nun verboten. Doch massenhaft Gentechnik-Pflanzen wandern nach wie vor ins Tierfutter. Darauf hatte vorletzte Woche schon Greenpeace hingewiesen. Die Umweltschützer nahmen Futtermittel-Proben von Höfen, die ihre Milch an die sogenannten Qualitätsmarken Weihenstephan, Bärenmarke und Allgäuland liefern. Ein Unding, wenn man bedenkt, dass Verbraucherinnen und Verbraucher keine Gentechnik - auch nicht im Tierfutter - wollen. Der BUND unterstreicht dies heute mit einer Studie: Demnach wünschen mehr als drei Viertel der Bundesbürger, dass Handelsketten und Lebensmittelindustrie das Label "Ohne Gentechnik" einsetzen.
http://www.keine-gentechnik.de/news-gentechnik/news/de/19736.html

2. Aigner erlaubt Versuchs-Anbau von Gentechnik-Kartoffel
Die extrem stärkehaltige Kartoffel "Amflora" wird in diesem Jahr versuchsweise angebaut. Nach Beratungen in den vergangenen Tagen entschied Landwirtschaftsministerin Ilse Aigner sich schließlich für einen testweisen Anbau. Die Gentechnik-Kartoffel soll auf 20 ha in Mecklenburg-Vorpommern angepflanzt werden. Dabei müssen spezielle Auflagen eingehalten werden, denn im letzten Jahr hatte es beim Versuchs-Anbau Probleme gegeben: Die gentechnisch veränderten Kartoffeln wurde nach der Ernte an zwei Standorten gelagert, die für Menschen und insbesondere Tiere zugänglich waren und konnte so ungehindert verbreitet werden.
http://www.keine-gentechnik.de/news-gentechnik/news/de/19724.html

3. Umweltverbände fordern Gentechnik-Moratorium für Europa
Die Teilnehmenden der 5. Europäischen Konferenz der gentechnikfreien Regionen "Food and Democracy" fordern ein EU-weites Moratorium für die Zulassung und den kommerziellen Anbau von gentechnisch veränderten Organismen (GVO). Jetzt - nachdem sechs EU-Mitgliedstaaten,darunter auch Deutschland, den Anbau von MON810 verboten haben und angesichts der rasanten Zunahme gentechnikfreier Regionen in ganz Europa - sei der Augenblick für ein Moratorium so günstig wie noch nie. In der Schweiz wurde bereits ein Anbau-Moratorium per Volksabstimmung durchgesetzt. Die Regierung hat nun vorgeschlagen, es bis 2013 zu verlängern.
http://www.keine-gentechnik.de/news-gentechnik/news/de/19720.html

4. Monsanto klagt gegen MON 810-Verbot
Jetzt aber schnell. Wie angekündigt, lässt Monsanto das deutsche Anbauverbot seines gentechnisch veränderten Maises nicht auf sich sitzen und reicht beim Verwaltungsgericht Braunschweig Klage dagegen ein. Ein Eilverfahren soll die Gentechnik-Saat noch bis Mitte Mai - der späteste Aussaat-Termin für Mais - in den Boden bringen. Laut "Handelsblatt" gibt es mächtig Druck von den Vereinigten Staaten. Das Aktionsnetzwerk Campact startet einen Appell an den Konzern. Unterschreiben auch Sie!
http://www.keine-gentechnik.de/news-gentechnik/news/de/19677.html

5. Forscher warnen vor Herbizid Glyphosat
Argentinische Wissenschaftler warnen vor dem umstrittenen Unkrautvernichtungsmittel Glyphosat. Es wird zu Millionen Litern auf den sich in dem südamerikanischen Land massiv ausbreitenden Gensoja-Feldern versprüht. Jetzt hat eine bislang nicht veröffentlichen Studie der Universität von Buenos Aires und des Nationalrates für Forschung in Naturwissenschaft und Technik (CONICET) festgestellt, dass Glyphosat bei Embryonen von Amphibien zu Missbildungen führt.
http://www.keine-gentechnik.de/news-gentechnik/news/de/19678.html

6. Verbände gegen EU-Zulassung für genmanipulierten Reis
Gentechnisch veränderter Reis ist hierzulande nicht zugelassen. Dennoch landete er 2006 in den Supermarktregalen. Diverse Reis-Importe waren mit dem Bayer-Reis LL 601 verunreinigt, obwohl er nirgends eine Zulassung besaß. Dieses Beispiel zeigt, wie leicht Gentechnik-Saat sich trotz Zulassungregularien verbreitet. Die Firma Bayer versucht es jetzt auf dem legalen Weg: Der EU-Ausschuss für Lebensmittel und Tiergesundheit beschäftigt sich heute mit einem Antrag auf Importzulassung des LL 62. Der Anbau soll übrigens in Asien stattfinden. Dort, wo Reis das Hauptnahrungsmittel der Menschen ist, würden traditionelle Sorten durch den Anbau von Gentechnik-Pflanzen verdrängt.
http://www.keine-gentechnik.de/news-gentechnik/news/de/19675.html

7. Gentechnik gegen Hungerproblem? Deutsche lassen sich nichts vormachen
Zu gern machen Gentechnik-Konzerne wilde Versprechen, wie ihre neuen Pflanzen die Probleme der wachsenden Weltbevölkerung lösen könnten. Mit dürre- oder krankheitsresistenten Pflanzen ließe sich das Problem der Nahrungsmittelknappheit schon lösen. Die Mehrheit der deutsche BundesbürgerInnen lassen sich von den Versprechen wenig beeindrucken. Das zeigt eine neue Studie der GfK Marktforschung im Auftrag der Apotheken Rundschau. Demnach sind 65,5% der BundesbürgerInnen nicht der Meinung, dass der Einsatz von Gentechnik für das Überleben der ständig wachsenden Menschheit unbedingt nötig sei. Fast ebenso viele (64,7%) lehnen die Züchtung gentechnisch veränderter Pflanzen zur Lebensmittelherstellung ab.
http://www.keine-gentechnik.de/news-gentechnik/news/de/19648.html

8. Berufsimker Michael Grolm bleibt verurteilt
Der Genmais-Gegner und Berufsimker Michael Grolm ist am Donnerstag vor dem Landgericht Frankfurt (Oder) mit der Berufung gegen ein Urteil des Amtsgerichts Bad Freienwalde gescheitert. Die zuständige Kammer habe die Berufung als unbegründet verworfen, teilte ein Gerichtssprecher auf ddp-Anfrage mit. Die Sachbeschädigung auf einem Genmais-Feld wäre nicht zur Abwehr von Gefahren erforderlich gewesen. Im letzten Jahr mussten dennoch einzelne Imker ihren Honig vernichten, weil er nach der Verunreinigung mit MON 810 als nicht mehr verkehrsfähig galt.
http://www.keine-gentechnik.de/news-gentechnik/news/de/19663.html

9. EU will nationale MON 810-Verbote nicht weiter anfechten
Die EU-Kommission will offenbar die nationalen Anbauverbote nicht weiter anfechten, berichtet die FAZ. Da die Mitgliedsstaaten stets die Verbote bestätigen, wie zuletzt Anfang März, mache es keinen Sinn, dagegen vorzugehen, hieß es bei einem Treffen der EU-Umweltminister.
http://www.keine-gentechnik.de/news-gentechnik/news/de/19640.html

10. Einspruch gegen patentiertes Leben
Heute endet die Einspruchsfrist gegen ein Patent auf ganz normal, konventionell gezüchtete Schweine, das von Monsanto eingereicht und 2008 erteilt wurde. Aus diesem Grund demonstrieren heute Mittag mehrere Verbände vor dem Europäischen Patentamt in München. Die Verbände befürchten, dass große Konzerne durch Patente nicht nur auf gentechnisch veränderte Organismen, sondern auf konventionell gezüchtete Pflanzen und Tiere in Zukunft unsere gesamte Nahrungskette kontrollieren werden. Hunderte solcher Patenten sind in Europa angemeldet, z.B. ein Patent auf eine konventionell gezüchtete Tomate sowie eines auf Brokkoli.
http://www.keine-gentechnik.de/news-gentechnik/news/de/19635.html

11. Groß Lüsewitz: Gentechnik ist kriminell, nicht Widerstand!
Starke Worte gebrauchten BetreiberInnen und PolitikerInnen, als gentechnikkritische AktivistInnen ein Versuchsfeld am Agrobiotechnikum nahe Rostock besetzten. Die FDP-Bundestagsabgeordnete Happach-Kasan sprach von "kriminellen und rechtswidrigen Aktionen". Besonders schwer wog die Stellungnahme der Geschäftsführerin des die Versuche durchführenden Unternehmens biovativ, Kerstin Schmidt. Sie verurteilte die Feldbesetzung als "illegale und gewalttätige Tat". Gerade an dieser Formulierung kommt nun Kritik auf, denn Kerstin Schmidt und die Firma biovativ stehen im Verdacht, Teil eines auch mit illegalen Praktiken agierenden Netzen dubioser Gentechnikfirmen und Forschungsinstitute zu sein.
http://www.keine-gentechnik.de/news-gentechnik/news/de/19613.html

12. Polizei räumt besetztes Genpflanzen-Feld
Ein von Gegnern der Gentechnik seit Freitag besetztes Feld in Braunschweig wurde von der Polizei geräumt. Ein Großaufgebot an Beamten sei am Montagnachmittag auf dem Feld erschienen und habe angekündigt, das Feld in einer Stunde räumen zu lassen, teilte eine Sprecherin der Aktivisten mit. Nach dem Verbot der Genmaissorte MON 810 durch die Bundesregierung ist der geplante Versuch auf dem besetzten Feld einer von zwei in der Region verbliebenen Experimenten mit gentechnisch manipulierten Pflanzen.
http://www.keine-gentechnik.de/news-gentechnik/news-regional/news/de/19734.html

13. Demonstration vor KWS Saatzucht AG in Einbeck
Globaler Widerstand auch vor Ort: "Die Zeit ist reif: Jetzt aufstehen gegen Gentechnik" – unter diesem Motto demonstrierten rund dreihundert Menschen am Samstag, den 18. April in Einbeck gegen geplante Freisetzungsversuche von gentechnischen veränderten Zuckerrüben durch die KWS. Die Demonstranten forderten– direkt vor den Toren der KWS Saatgut AG, den wohl bundesweit größten Saatguthersteller und TOP 6 auf dem internationalen Saatgutmarkt – zur Abkehr von der Gentechnik auf.
http://www.keine-gentechnik.de/news-gentechnik/news-regional/news/de/19673.html

Informationsdienst Gentechnik
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