ver.di Tarifauseinandersetzung - Walsrode, Ahlden und Schwarmstedt

ver.di-Funktionäre und ver.di-Vertrauensleute im Heidekreisklinikum führten am 14.2.08 Tarif-Info-Aktionen durch im Heidekreisklinikum Walsrode und Soltau, Lebenshilfe Walsrode, Stadt Walsrode und Stadtbauhof, Samtgemeinde Schwarmstedt und in diversen Kindertagesstätten in Walsrode, Samtgemeinden Ahlden und Schwarmstedt.
Die Informationen wurden fast immer mit Interesse und Sympathie aufgenommen. Erstaunlich viele Beschäftigte hatten sich bereits selbständig informiert. Die Arbeitgeberverbände für Bund und Kommunen bieten sogenannte 5 % Einkommenserhöhung an und sie wollen die Wochen-Arbeitszeit auf 40 Stunden verlängern.
Angesichts des allgemein in Kliniken weit verbreiteten Arbeitsdrucks und der Arbeitshetze, stößt eine Arbeitszeitverländerung auf eindeutige Ablehnung. Heideklinikum-Geschäftsführer Lehmann bestätigte, dass Arbeitszeitverlängerung Personalkürzungen zur Folge hat. Bei den Budgetverhandlungen zwischen Krankenkassen und Kliniken führt das zu zusätzlichen Budgetkürzungen im Personalbereich. Und weniger Personal, heißt noch mehr Streß bei der Pflege der PatientInnen.
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Dass die angebotenen 5 % ein Nullsummenspiel sind, beweisen die folgenden Beispiele von Heinz und Lisa:
" Als unser Heinz am Morgen des 25.1.08 die Zeitung aufschlägt, reibt er sich verwundert die Augen: die Arbeitgeber von Bund und Kommunen haben 5 % mehr Lohn angeboten. Und das ganz ohne Streiks, Müllberge, Pfeiffkonzerte ... "Da soll die Gewerkschaft man schnell unterschreiben, ehe die sich das wieder anders überlegen!" Doch Lisa meint, was man unterschreiben will, muss man sich vorher genau durchlesen, wegen dem Kleingedruckten. Also sitzen sie jetzt zusammen am Küchentisch und rechnen nach:
Heinz ist als Handwerker in der TVöD-Entgeltgruppe 5, Stufe 3. Die Tabelle zeigt, dass er dafür einen Stundenlohn von 11,77 Euro bekommt. ab dem 1.2.08 bieten die Arbeitgeber 2,5 % mehr, das sind dann immerhin 12,06 Euro - Heinz reibt sich vergnügt die Hände. Ab 1.7.08 soll er statt wie bisher 38,5 nunmehr 39,5 Stunden in der Woche arbeiten. Dadurch verringert sich sein Stundenlohn auf nur noch 11,76 Euro - Heinz bekäme damit weniger als bisher ! Aber ab 1.10.08 gibt es noch einmal 1 % oben drauf. Heinz errechnet 11.88 Euro. am 1.1.09 soll auch noch die 40-Stundenwoche wieder eingeführt werden. Heinz verdient nur noch 11,73 Euro und macht ein langes Gesicht. Am 1.3.09 gibt's aber wieder einen kräftigen Schluck aus der Pulle: 0,5 % Erhöhung. Heinz landet damit bei 11,79 Euro in der Stunde. .das sind nach über einem Jahr immerhin 2 Cent mehr als heute und tatsächlich 0,17 % Lohnerhöhung statt der versprochenen 5 %
Lisa arbeitet als Gruppenleiterin im Büro tariflich jetzt schon eine halbe Stunde länger als Heinz (und wegen dem Kleingedruckten muss sie auch noch die Stunden für Heiligabend und Silvester nacharbeiten). Sie ist in Entgeltgruppe 9 , Stufe 3. Ihre Rechnung beginnt bei 14,40 Euro Stundenlohn. Am Ende zieht sie mit dem Lineal einen Strich, Ordnung muß sein. 14,76 Euro. Das sind immerhin 21 Cent mehr die Stunde oder 1,46 % Lohnerhöhung.
Lisa und Heinz überlegen kurz, ob sie die angebotene Erhöhung des leistungsentgelts (2 mal 0,5 %) in ihren Stundenlohn einrechnen sollen, stellen aber schnell fest, dass es o kleine Münzen gar nicht gibt.
Das Angebot der Arbeitgeber ist also eine fiese Mogelpackung: man soll länger arbeiten und die paar Cent "Lohnerhöhung" würde nicht einmal reichen, um die Preissteigerungen bei Bus und Bahn, Strom und Gas, Miete und Lebensmitteln usw. auszugleichen. Für Lisa und Heinz steht fest: nachrechnen lohnt sich und ohne Streiks, Müllberge, Pfeiffkonzerte ... wird es wohl auch dieses mal nicht gehen. Darum:
- 8 %, mindestens aber 200 Euro
- Keine Arbeitszeitverlängerung
- Übernahme und 120 Euro für alle Azubis
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