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„Mehr Streiktage schaffen wir Eltern leider nicht“

23. Februar 2008 , Geschrieben von Parents Veröffentlicht in #soziale Gerechtigkeit - gewerkschaftliche Kämpfe

„Mehr Streiktage schaffen wir Eltern leider nicht“         HAZ 22.2.08

Rund 3200 Kinder im Alter von drei Monaten bis zehn Jahren

besuchen die Kitas und Horte der Stadt und mussten am

Donnerstag anderswo betreut werden

Saskia Söder ist es am Donnerstag ergangen wie wohl vielen Familien und Alleinerziehenden in Hannover. Die

Vorsitzende des Gesamtelternbeirates hat Verständnis für den Streik der 580 Erzieherinnen in den 34 städtischen

Kitas, musste wegen des Arbeitskampfes am Donnerstag aber sehen, dass sie ihre vier Jahre alteTochter unterbringt. Rund 3200
 
Kinder im Alter von drei Monaten bis zehn Jahren besuchen die Kitas und Horte der Stadt und mussten anderswo

betreut werden. „Wir sind für eine gerechte Bezahlung“, sagte Söder unter dem Jubel Hunderter Demonstranten am 

Hauptbahnhof und in Hörweite der Büros des Kommunalen Arbeitgeberverbandes. Sie hofft aber auch auf einen schnellen 

Kompromiss der Tarifpartner, denn „mehr Streiktage schaffen wir Eltern leider nicht“. ver.di sammelt derzeit Unterschriften, um 

Oberbürgermeister Stephan Weil (SPD) zu bewegen, seinem Verband Druck zu machen für einen vernünftigen Abschluss.

„Kommt kein seriöses Angebot, legen wir nach“, kündigte Landeschef Jürgen Homann an. Das könnte, wie berichtet, am 4.März 

passieren, dem Eröffnungstag der CeBIT. Dementis dazu gibt es nicht. Nikolai Poschke hat vom Kindergarten seiner Tochter 

Charlotte bereits Nachricht bekommen, dass seine Familie sich am 4. März auf einen weiteren Streiktag

einrichten sollte. „Das wird schwierig werden. An dem Tag muss ich im Betrieb

sein“, sagt der Druckereiangestellte. Seine Frau Frauke kann zurzeit gar nicht

freinehmen – sie ist bei ihrem neuen Arbeitgeber noch in der Probezeit. Gestern

kümmerte sich deshalb Poschke um die fünfjährige Charlotte, übte mit ihr

Inlinerfahren und kochte mittags Nudeln. Und die fand das zur Abwechslung auch

mal sehr schön, später kam noch Freund Yannik zum Spielen vorbei.

Trotz des Extratages mit seiner Tochter ist Nikolai Poschke über den Streik ein

wenig verärgert. „Es trifft sehr viele Außenstehende. Und wir zahlen viel Geld für

den Kita-Platz.“ Eine andere Mutter sieht dem 4. März ebenfalls mit Sorge

entgegen:

schwierig. Bei Freunden kann man das Kind für ein paar Stunden unterbringen,

aber nicht den ganzen Tag.“

ı „Gerade für Eltern, deren Kinder ganztags in der Kita sind, ist das

Von Gunnar Menkens

ıund Bärbel Hilbig
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