„Mehr Streiktage schaffen wir Eltern leider nicht“
„Mehr Streiktage schaffen wir Eltern leider nicht“ HAZ 22.2.08
Rund 3200 Kinder im Alter von drei Monaten bis zehn Jahren
besuchen die Kitas und Horte der Stadt und mussten am
Donnerstag anderswo betreut werden
Saskia Söder ist es am Donnerstag ergangen wie wohl vielen Familien und Alleinerziehenden in Hannover. Die
Vorsitzende des Gesamtelternbeirates hat Verständnis für den Streik der 580 Erzieherinnen in den 34 städtischen
Kitas, musste wegen des Arbeitskampfes am Donnerstag aber sehen, dass sie ihre vier Jahre alteTochter unterbringt. Rund 3200
Kinder im Alter von drei Monaten bis zehn Jahren besuchen die Kitas und Horte der Stadt und mussten anderswo
betreut werden. „Wir sind für eine gerechte Bezahlung“, sagte Söder unter dem Jubel Hunderter Demonstranten am
Hauptbahnhof und in Hörweite der Büros des Kommunalen Arbeitgeberverbandes. Sie hofft aber auch auf einen schnellen
Kompromiss der Tarifpartner, denn „mehr Streiktage schaffen wir Eltern leider nicht“. ver.di sammelt derzeit Unterschriften, um
Oberbürgermeister Stephan Weil (SPD) zu bewegen, seinem Verband Druck zu machen für einen vernünftigen Abschluss.
„Kommt kein seriöses Angebot, legen wir nach“, kündigte Landeschef Jürgen Homann an. Das könnte, wie berichtet, am 4.März
passieren, dem Eröffnungstag der CeBIT. Dementis dazu gibt es nicht. Nikolai Poschke hat vom Kindergarten seiner Tochter
Charlotte bereits Nachricht bekommen, dass seine Familie sich am 4. März auf einen weiteren Streiktag
einrichten sollte. „Das wird schwierig werden. An dem Tag muss ich im Betrieb
sein“, sagt der Druckereiangestellte. Seine Frau Frauke kann zurzeit gar nicht
freinehmen – sie ist bei ihrem neuen Arbeitgeber noch in der Probezeit. Gestern
kümmerte sich deshalb Poschke um die fünfjährige Charlotte, übte mit ihr
Inlinerfahren und kochte mittags Nudeln. Und die fand das zur Abwechslung auch
mal sehr schön, später kam noch Freund Yannik zum Spielen vorbei.
Trotz des Extratages mit seiner Tochter ist Nikolai Poschke über den Streik ein
wenig verärgert. „Es trifft sehr viele Außenstehende. Und wir zahlen viel Geld für
den Kita-Platz.“ Eine andere Mutter sieht dem 4. März ebenfalls mit Sorge
entgegen:
schwierig. Bei Freunden kann man das Kind für ein paar Stunden unterbringen,
aber nicht den ganzen Tag.“
ı „Gerade für Eltern, deren Kinder ganztags in der Kita sind, ist dasVon Gunnar Menkens
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