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Verdi-Streik: Kitas dicht

23. Februar 2008 , Geschrieben von Parents Veröffentlicht in #soziale Gerechtigkeit - gewerkschaftliche Kämpfe

http://www.neuepresse.de/



Verdi-Streik: Kitas dicht

In Niedersachsen und Bremen sind am Donnerstag mehrere

tausend Erzieher von Kindertagesstätten in den Warnstreik getreten.

Zahlreiche städtische Kitas blieben geschlossen. Alleine in

Hannover hätten sich rund 600 Erzieher von den 34 Kitas an dem

Ausstand beteiligt, teilte die Dienstleistungsgewerkschaft ver.di mit.

Außerdem hätten 1600 Mitarbeiter

von Gemeindeverwaltungen,

Kliniken und Abfallbetrieben ihre

Arbeit für einen Tag niedergelegt. An

Protestkundgebungen in mehreren

niedersächsischen Städten nahmen

nach Angaben von ver.di und der

Kommunalgewerkschaft komba

mehr als 3200 Menschen teil. In der

Bremer Innenstadt beteiligten sich

nach Polizeiangaben etwa 1300

Menschen an einer Demonstration.

„Eltern wollen gute Bildung und

Betreuung für ihre Kinder, deshalb

verlangen wir von den Arbeitgebern, dass sie die Kita-Beschäftigten auch

gut bezahlen“, sagte ver.di-Landesleiter Siegfried Sauer in Bremen. Eine neu

eingestellte Erzieherin verdient laut ver.di als Vollzeitkraft derzeit 1300 Euro

netto. Dreiviertel der Erzieher seien aber in Teilzeit beschäftigt. In

Niedersachsen arbeiteten ungefähr 7000 Menschen als Erzieher, teilte

komba mit. Die Tarifverhandlungen sollen am Montag fortgesetzt werden.

Kita-Demo in Hannover

ver.di fordert für die Beschäftigten von Bund und Kommunen acht Prozent

mehr Lohn, mindestens aber 200 Euro im Monat zusätzlich. Zudem verlangt

die Gewerkschaft die unbefristete Übernahme aller Auszubildenden sowie

120 Euro mehr Ausbildungsentgelt monatlich. Die Arbeitgeber bieten bislang

für zwei Jahre und verteilt auf drei Schritte fünf Prozent mehr Gehalt bei

gleichzeitiger Verlängerung der Arbeitszeit. Dieses Angebot haben die

Gewerkschaften als Mogelpackung zurückgewiesen.

Elternvertreter haben nach Gewerkschaftsangaben mit Verständnis auf den

befristeten Ausstand reagiert. „Wir sehen das gleiche Ziel, die Betreuung

unserer Kinder so gut wie irgend möglich zu gewährleisten“, wird Saskia

Söder vom Gesamtelternbeirat der städtischen Kitas in Hannover in einer

ver.di-Pressemitteilung zitiert. Zustimmung kam auch vom Verband Bildung

und Erziehung (VBE). „Gemessen an den Aufgaben der Erzieher war die

Bezahlung schon immer zu niedrig“, sagte die niedersächsische VBELandesvorsitzende,

Gitta Franke-Zöllmer, der Deutschen Presse-Agentur

dpa. Erzieher seien für ihre Arbeit zu schlecht ausgebildet. Franke-Zöllmer

forderte, angehende Erzieher benötigten mindestens die Fachhochschulreife.

Der Niedersächsische Städte- und Gemeindebund hatte die Warnstreiks

dagegen scharf kritisiert. Die Arbeitsniederlegungen dürften nicht die

Schwächsten in der Gesellschaft treffen. Am Freitag wollen die Beschäftigten

der Verkehrsbetriebe in Hannover die Arbeit für 24 Stunden niederlegen.

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