B-Belsen: zum Ort von Jugendbegegnung und Antifa-Arbeit machen
Vereinigung der Verfolgten des Naziregimes
Bund der Antifaschistinnen und Antifaschisten
© 1998 VVN BdA LV Niedersachsen
Letzte Änderung: 05.06.01
Bund der Antifaschistinnen und Antifaschisten
Landesvereinigung Niedersachsen
Jahrestag der Befreiung des KZ Bergen-Belsen Am Ostersonntag gedachten wieder viele Menschen der Befreiung des Konzentrationslagers Bergen-Belsen. Die Landesvereinigung der VVN-BdA beteiligte sich daran mit eigenen Beiträgen am Ehrenmal für die ermordeten sowjetischen Kriegsgefangenen. Im Rahmen der gemeinsamen Gedenkveranstaltung sprach für unsere Organisation der Landtagsabgeordnete Christian Schwarzenholtz. Im folgenden ein paar fotografische Eindrücke. Aus gesundheitlichen Gründen mußte die KZ-Überlebende Irmgard Konrad ihre Teilnahme an der Gedenkveranstaltung kurzfristig absagen. Unsere Landeskassiererin Hannelore Klement sprang ein und hielt die Gedenkrede am Ehrenmal für die ermordeten sowjetischen Kriegsgefangenen in Bergen-Hörsten. Eindrucksvoll zog sich über 2,4 Kilometer auf der alten Lagerstraße das "Band der Namen", das Jugendliche mit den Namen der ermordeten KZ-Insassen erstellt hatten, um so dem Vergessen entgegen zu wirken. |
| Gemeinsame Stellungnahme zum Ausbau der Gedenkstätte Bergen – Belsen Zum Ausbau der KZ-Gedenkstätte Bergen -Belsen gaben bei einer Anhörung der Arbeitskreises gegen Rechtsextremismus die Arbeitsgemeinschaft der ehemals verfolgten Sozialdemokraten (AvS) Bezirk Hannover und die VVN-BdA Niedersachsen eine gemeinsame Stellungnahme ab. Die Stellungnahme wurde von unserem Landessprecher Gerd Bornemann für beide Organisationen am 23.04.2001 im Stadthaus Bergen im Beisein der Niedersächsischen Kultusministerin Frau Renate Jürgens-Pieper vorgetragen. Wir begrüßen den vom Land Niedersachsen geplanten Ausbau der Gedenkstätte, denn Bergen-Belsen steht einzigartig für die Verbindung von Kriegsgefangenenlager, Konzentrationslager und Auffanglager -das heißt- Sterbelager nach Todesmärschen. Nach der Befreiung war Bergen-Belsen ein bedeutender Ort der Wiedergeburt des jüdischen Lebens nach dem Völkermord. Die Geschichte des DP-Lagers Bergen-Belsen steht auch für das Schicksal entwurzelter Polen nach ihrer Befreiung aus der Gefangenschaft der Nazis. Als die Bilder von der Befreiung durch britische Militäreinheiten im April und Mai 1945 um die Welt gingen, wurde der Namen Bergen-Belsen zu einem Symbol für die nationalsozialistischen Massenverbrechen. Seither hat sich der Ort zu einem der weltweit beachteten Kristallisationspunkte von Gedenken und Erinnern entwickelt. Dieser internationalen Bedeutung muss beim Ausbau der Gedenkstätte Rechnung getragen werden und er sollte sich deshalb an der Gedenkstätte Buchenwald sowie an den Erinnerungsstätten in den USA, Israel und Polen als Maßstab orientieren. Die AvS wie auch die VVN/BdA begrüßen wegen des europäischen Ranges der Gedenkstätte die Entscheidung der Landesregierung, sich beim Ausbau des Rates einer internationalen Expertenkommission zu bedienen. Davon ausgehend, dass sich die Landesregierung an dem breiten politischen Konsens orientiert, den der Deutsche Bundestag durch die Annahme des Berichtes der ‚Enquete-Kommission Deutsche Einheit‘ 1998 zum Ausbau der Gedenkstätten hergestellt hat und auf dem auch die Gedenkstättenkonzeption der Bundesregierung fußt, empfehlen wir für den Ausbau der Gedenkstätte gemeinsam noch die Beachtung folgender Prioritäten: Erforschung und Dokumentation der Geschichte der nach Bergen-Belsen deportierten Widerstandskämpfer aus Deutschland und aus den besetzten Ländern. Der demokratische Widerstand hat sich mit seinen politisch-ethischen Wertvorstellungen gegen die rassistische, nationalistische und militaristische Ideologie der Nationalsozialisten und deren verbrecherischer Praxis gewehrt. Viele der aus den unterschiedlichsten Gruppierungen stammenden Widerstandskämpfer - auch der bisher kaum erwähnten - sind ermordet worden oder in den Konzentrationslagern umgekommen, auch in Bergen-Belsen. Die politisch-ethischen Werte des Widerstands besitzen in der Gegenwart und auch in der Zukunft eine zentrale Bedeutung für die Ausbildung des demokratischen Bewußtseins und sollten daher auch einen Schwerpunkt der Gedenkstättenarbeit bilden. Darstellung des Rechtextremismus in der Bundesrepublik Deutschland. Durch die direkte Bezugnahme der heutigen Neonazis zum Hitlerfaschismus ist es dringend geboten, aus der Vergangenheit auch dergestalt Lehren zu ziehen und als Verpflichtung für die Gegenwart und die Zukunft zu begreifen, indem in der Gedenkstätte Bergen-Belsen Raum geschaffen wird für aktuelle Neofaschismusausstellungen mit fachkompetenter Anleitung wie z.B.auch im Amsterdamer Anne-Frank-Haus und andererorts zu erleben. Das Erfordernis zur Zivilcourage, zum "Gesicht zeigen" und zum häufig postulierten "Aufstand der Anständigen" in den unterschiedlichsten Gestaltungsformen sollte gerade an diesem Ort die scharfe Sicht auf das ‚Nie Wieder‘ verdeutlichen. Ausbau Bergen-Belsens zu einem Ort der internationalen Jugendbegegnung. Die z. B. von der Arbeitsgemeinschaft Bergen-Belsen im Landesjugendring seit mehreren Jahren erfolgreich durchgeführten internationalen Jugendbegegnungen in Bergen-Belsen sollten ausgebaut werden. Die bisher gesammelten Erfahrungen mit der völkerverbindenden Arbeit der Jugendverbände rechtfertigen einen höheren Finanzeinsatz des Landes für die Einzelmaßnahmen der Verbände und für den Ausbau des Jugendgästehauses in Oldau zu einer Jugendbegegnungsstätte in freier Trägerschaft. |
Letzte Änderung: 05.06.01
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Am Ostersonntag gedachten wieder viele Menschen der Befreiung des Konzentrationslagers Bergen-Belsen. Die Landesvereinigung der VVN-BdA beteiligte sich daran mit eigenen Beiträgen am Ehrenmal für die ermordeten sowjetischen Kriegsgefangenen. Im Rahmen der gemeinsamen Gedenkveranstaltung sprach für unsere Organisation der Landtagsabgeordnete Christian Schwarzenholtz. Im folgenden ein paar fotografische Eindrücke.