Neonazis zogen durch die Stadt
Schmallenberg, 18.05.2008 Quelle: Der Westen Nachdem die zuerst eingetroffene Streifenwagenbesatzung den Aufzug angehalten habe, hätten sich die Teilnehmer zerstreut, berichtete die Polizei. Die Neonazis waren zuvor, Parolen schreiend und ein Transparent mit der Aufschrift "Gegen Kapitalismus und Multikultur" vor sich her tragend, über die Oststraße in Richtung Weststraße gezogen. Unterwegs sollen sie nach WR-Informationen Böller gegen ein Gebäude geworfen haben. Nachdem sich der Aufzug aufgelöst hatte, hätten zusätzlich eingesetzte Beamte "weitere Maßnahmen getroffen, um öffentlichkeitswirksame Veranstaltungen und weitere Straftaten zu verhindern", meldete die Polizei.
Die örtlichen Neonazis, die sich als "Autonome Nationalisten Schmallenberg" bezeichnen, hatten Unterstützung von außerhalb erhalten. An der Demo, die nach 20 Minuten beendet war, beteiligten sich "Gesinnungskameraden" aus den Nachbarkreisen Olpe und Soest sowie aus dem Kreis Unna. Anfang Mai hatten sich Schmallenbergs Rechtsextremisten mit anderen Neonazis aus Soest, Lippstadt, Holzwickede und Unna zur "Aktionsgruppe Ruhr-Lippe" zusammengetan. Ihr im NS-Jargon proklamiertes Ziel: "eine nationalistische und sozialistische Revolution für die Verwirklichung der Volksgemeinschaft".
Nachdem die Polizei vom 9. November letzten Jahres bis zum 14. März 29 Vorfälle mit Beteiligung der Schmallenberger Rechtsaußen-Szene registriert hatte, schien es zuletzt etwas ruhiger geworden zu sein. Dass der SPD-Abgeordnete Gerd Stüttgen im Landtag eine Anfrage zum Thema Rechtsextremismus in Schmallenberg eingereicht hatte, war im Rathaus auf Kritik gestoßen. Der Beigeordnete Burkhard König hatte in der vorigen Woche im Jugendhilfeausschuss geklagt, Schmallenberg werde dadurch "in ein falsches, rechtsradikales Licht gerückt".
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