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Auftaktveranstaltung von "Bunt statt Braun"

20. Mai 2008 , Geschrieben von Parents Veröffentlicht in #Kampf gegen Nazis - Norddeutschland

Auftaktveranstaltung von "Bunt statt Braun"
„Dem Rechtsextremismus entgegenwirken“

Die begleitende Ausstellung „Rechte Jugendkulturen“ gab einen Einblick in die Szene und zeigte unter anderem Bücher, CDs und andere dort kursierende Utensilien. Foto: Pfeffer-Schleicher
Osterode (ff). „Rechtsextremismus erkennen und entgegenwirken” war die Auftaktveranstaltung betitelt, die das Bürgerbündnis „Bunt statt Braun“ am Samstag im Haus der Jugend in Kooperation mit der Kreisjugendpflege und der Arbeitsstelle für Rechtsextremismus und Gewalt (ARuG), gefördert durch das Bundesprogramm „Vielfalt tut gut“, im Haus der Jugend durchführte. Vorrangiges Ziel dieser ersten Zusammenkunft war es, die Themen zu ermitteln, die in der Fortbildungsreihe künftig behandelt werden sollen. Angesprochen waren politische Mandatsträger, Lehrkräfte, in der Jugendarbeit Aktive wie Jugendpfleger, Sozialarbeiter und Vereinsleiter sowie alle Interessierten. Anwesend waren auch Beamte der Osteroder Polizei.
Zunächst stellte ARuG-Leiter Reinhard Koch die Arbeit der Braunschweiger Einrichtung vor, die u. a. Recherchematerial zusammenträgt, Aufklärungs-, Präventions- und Seminararbeit sowie Verhaltenstraining anbietet, aber ebenso Aussteiger mit rechtsextremer Vergangenheit betreut. Über „Die rechte Szene im Wandel“ informierte der pädagogische Mitarbeiter Michael, der ihr selbst zwölf Jahre angehörte und deshalb auch aus eigener Erfahrung berichten konnte. Die Ablehnung alles Nichtkonformen und Gewaltakzeptanz gehören unabdingbar zur rechtsextremen Bewegung, hob er hervor. Die NPD verzeichne steigende Mitgliederzahlen, seit sie sich intellektuelle Strukturen verliehe, führte Michael aus. Das Alter beim Einstieg in die Szene sei auf zwölf bis dreizehn Jahre gesunken, was er vor allem einer geschickten Nutzung des Internets durch die Rechtsextremen zuschrieb. Zudem sei eine zunehmende Gewaltbereitschaft, vor allem durch die höchst aggressiven „autonomen Nationalisten“, zu registrieren sowie eine Professionalisierung in allen Bereichen. Die Öffnung gegenüber anderen Subkulturen, erläuterte der ARuG-Mitarbeiter, bescherten weiteren Zulauf. Im Folgenden erklärte er, „warum Jugendliche sich von rechten Rattenfängern ködern lassen“. „Der Landkreis Osterode”, unterstrich Reinhard Koch, „wurde im NPD-Wahlkampf immer wieder als eine Schwerpunktregion erwähnt.“ Sämtliche Facetten des strategischen Auftretens, wie eine Kameradschafts- und Musikszene bis hin zum Merchandising seien in dieser kleinen Region vertreten.
In einer angeregten Diskussion der Teilnehmer wurde erörtert, was sich vor Ort gegen Rechtsextremismus unternehmen lässt. Aufklärung in Schulen, Fortbildung von Lehrkräften, der Umgang mit Rechtsextremismus im Alltag und durch die Kommunen, waren geforderte Inhalte; insbesondere Vereinsvorsitzende wollten Hinweise an die Hand bekommen, wie Rechtsextreme zu erkennen und wie in der Folge zu handeln ist.
Es stellte sich heraus, dass ein großer Informationsbedarf besteht. „Bunt statt Braun“ wende sich gegen jegliche Form von Gewalt, betonte eine Sprecherin. „Wir wollen dem Rechtsextremismus mit Präventions- und Aufklärungsarbeit entgegentreten“, erklärte sie. Deshalb erhofft sich das Bündnis für die kommenden Seminare weitere Teilnehmer. Zusätzliche Themenanregungen können unter buntstattbraun-oha@gmx.de mitgeteilt werden. Weitere Informationen sind unter www.bsboha.de einzusehen.
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