Rechter Schläger muss ins Gefängnis | Soltau - BZ vom 23.05.08


Soltau. Zu einer Freiheitsstrafe von 15 Monaten verurteilte das Jugendschöffengericht einen 22-jährigen Soltauer wegen gefährlicher Körperverletzung. Ein weiterer, 20 Jahre alter Soltauer, wurde wegen des gleichen Delikts zu 15 Monaten auf Bewährung verurteilt. Die beiden Arbeitslosen, Angehörige der rechten Szene, hatten beim Soltauer Schützenfest 2007 zugeschlagen. Grundlos hatten sie nach Feststellung von Richter Gerhard Staashelm andere Besucher angegriffen - nur, weil es sich um andersdenkende Menschen gehandelt habe.
Brutal und unvermittelt schlug er beim Schützenfest 2007 zu, und um danach die Flucht zu ermöglichen, schoss sein Freund anschließend mit einer Schreckschusspistole im Festzelt - nun muss der 22-jährige Soltauer ins Gefängnis. Das Jugendschöffengericht verurteilte den Mann, der zur rechten Szene der Böhmestadt zählt, zu einer Freiheitsstrafe von 15 Monaten. Das Gericht unter Vorsitz von Richter Gerhard Staashelm verurteilte außerdem seinen Freund, einen 20-jährigen Soltauer mit gleicher politischer Ausrichtung, zu einer Freiheitsstrafe von 15 Monaten auf Bewährung.
Nach der „zum Teil sehr ausführlichen Beweisaufnahme" an zwei Tagen mit 15 Zeugen sah das Jugendschöffengericht bei den beiden Arbeitslosen unter anderem gefährliche Körperverletzung als erwiesen an. Die Soltauer hatten danach am 7. Juli nach Mitternacht das Soltauer Schützenfest besucht - beide bereits alkoholisiert. Der 22-Jährige griff zuerst einen Besucher an.
Die Begründung: Der Mann war Fan von Werder Bremen, der 22jährige ist Anhänger des HSV. „Allein die Tatsache, dass es sich um einen anders denkenden Menschen gehandelt hat, hat ausgereicht, auf ihn loszugehen", kritisierte Richter Staashelm. Das sei kein Grund, der den Angriff -entschuldigt, noch nicht mal nachvollziehbar erklärt".
„Grufti" angegriffen
Doch bei dieser Auseinandersetzung blieb es am 7. Juli nicht. Schon kurze Zeit später griffen der 22- und der 20-Jährige einen weiteren Soltauer an. Er war ihnen zwar nicht bekannt, fiel aber als Grufti auf. „Er hat eine andere Lebenseinstellung, denkt anders, und das hat ausgereicht, auf ihn loszugehen", stellte Staashelm fest. Der Mann wurde mit Fäusten und Schlagstöcken traktiert. Als die Aufsicht, ein Schütze, eingreifen wollte, erhielt er ebenfalls einen Schlag vom 22-Jährigen.
Quelle: Böhme Zeitung
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