Protest gegen Rieger formiert sich neu | Wieder Sonntags-Spaziergang am 22. Juni
DÖRVERDEN Nachdem der rechtsextreme Hamburger Anwalt Jürgen Rieger wieder die Verfügungsgewalt über den Heisenhof in Dörverden bekommen hat, formiert sich der Widerstand gegen die Neonazis in der Region neu. "Wir planen für den 22. Juni eine Demonstration, die vor das Nazizentrum führen soll", sagte Bernward Nüttgens vom örtlichen Bündnis gegen Rechtsextremismus gestern. Der Sonntags-Spaziergang beginnt um 11.30 Uhr.
Die Aktion solle deutlich machen, dass die Nazis während des juristischen Tauziehens um den Heisenhof nie verschwunden waren, betonte Nüttgens. Rieger war es gelungen, seine Wilhelm-Tietjen-Stiftung für Fertilisation Limited im Londoner Handelsregister wieder aufleben zu lassen. Sie war 2006 gelöscht worden, nachdem es der Rechtsextremist als Geschäftsführer der GmbH-ähnlichen Limited versäumt hatte, Bilanzen vorzulegen.
Rieger hatte vor vier Jahren den Heisenhof für rund 250000 Euro im Namen der Stiftung ersteigert. Nach der Löschung wurde vom Amtsgericht in Jena der Insolvenz-Experte Görge Scheid als Nachtragsliquidator für den Heisenhof und eine weitere Immobilie im thüringischen Pößneck eingesetzt. Ziel war es, die Gebäude zu verkaufen, um sie so dem Zugriff Riegers zu entziehen. Dieser Plan schlug mit der Wiederbelebung der Limited durch Rieger fehl. Scheid wurde abberufen.
Landkreis und Kommune versuchen, baurechtlich gegen den Neonazi vorzugehen. Sie wollen erreichen, dass einige Heisenhof-Teile abgerissen werden, da die Immobilie im Außenbereich liegt. Dagegen hat Rieger Rechtsmittel eingelegt. Er möchte auf dem ehemaligen Bundeswehr-Areal ein Schulungszentrum für Neonazis einrichten. • 23.05.2008
Quelle: Verlagsgruppe Kreiszeitung
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