KGS setzt Informationen gegen rechtes Gedankengut
Tarmstedt (bal). Gegen rechtsradikale Umtriebe an ihrer Schule gehen jetzt Elternvertreter und Schulleitung der KGS Tarmstedt vor. Ihr Mittel: Aufklärung. Zunächst ist eine Info-Veranstaltung geplant, auf der es primär um Kleidung gehen soll, mit der junge Leute ihre Gesinnung zum Ausdruck bringen.
Es ist, so versichert die Schulleitung, ein Einzelfall. Ein junger Mann taucht immer wieder mit Klamotten im Unterricht auf, die keine Zweifel lassen an seiner rechtsradikalen Überzeugung. Shirts der Marken Thor Steinar oder Lonsdale, die Neonazis untereinander als Erkennungszeichen dienen, gehören dazu. Auch Codes wie die Zahlen 18 und 88 (stehen für die Buchstaben A und H für Adolf Hitler beziehungsweise H und H für Heil Hitler) tauchten auf. Einmal hatte er ein Shirt an, auf dem ein durchaus als Aufruf zur Gewalt zu verstehender Spruch stand, erinnert sich Schulleiter Günter Moje.
Hakenkreuze auf dem Klo
"Wir hatten teils heftige Auseinandersetzungen", berichtet die Didaktische Leiterin der KGS, Karin Busch. Mit inakzeptablen Provokationen dieser Art lande man in der Schule immer einen Volltreffer, weiß die Pädagogin. Sie geht davon aus, dass besagte Textilien zweierlei Zwecken dienen. Die einen würden sie tragen, um Grenzen auszutesten. Andere stellten damit klar ihre Zugehörigkeit zur rechten Szene zur Schau.
Ob die Zahl junger Rechter an der KGS steigt, ist laut Moje und Karin Busch schwierig einzuschätzen. "Das war mal weniger", mutmaßt der Schulleiter, der in seiner Laufbahn als Lehrer ein regelmäßiges Auf und Ab bei der Zahl junger Neonazis beobachtet haben will. Er macht jedenfalls kein Geheimnis daraus, dass sich etwa auf den Schulklos immer mal wieder Hakenkreuzschmierereien finden. Aber wie viele Schüler dafür verantwortlich sind, sei nicht zu beziffern. Letztlich spiele die Tendenz aber keine Rolle, vielmehr gelte das Motto: "Wehret den Anfängen."
Nur erkennen viele Erwachsene die verschlüsselten Zeichen gar nicht. Deshalb werden in der kommenden Woche Vertreter des Landespräventionsrates und der Bremer Jugendbildungsstätte "LidiceHaus" die Schule besuchen, um das Lehrerkollegium, die Mitglieder des Schulelternrates und des Präventionsrates der Samtgemeinde Tarmstedt zu informieren.
Nach der Veranstaltung sollen die Elternvertreter das Thema dann gemeinsam mit Lehrern auf Elternabenden ansprechen und gegebenenfalls Rat suchenden Müttern und Vätern für Gespräche zur Verfügung stehen. "Die Eltern müssen hinsehen", fordert Karin Busch.
Fehlendes Bewusstsein
Und vielleicht muss auch der Schulunterricht dem Problem angepasst werden. Denn viele Schüler würden rechtem Treiben relativ gleichmütig gegenüberstehen, statt es deutlich zurückzuweisen. Es fehle den Jungen und Mädchen teils an politischem Bewusstsein, so Karin Buschs Erkenntnis.
Quelle: Zevener Zeitung
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