Mission gegen Rechts
Mission gegen Rechts
Von Christina Hustedt
Brunsbüttel – Es war das erste Projekt des neu gegründeten Aktionsbündnisses „Jugend gegen Rechts“ und gleich ein Erfolg. Trotz sommerlich heißer Temperaturen kamen zahlreiche Jugendliche am Montag zum Filmabend mit anschließender Diskussion in das Haus der Jugend.
In „Kombat sechzehn“ vom Mirko Borscht (2005) verliert ein Jugendlicher durch den Umzug von Frankfurt (Main) nach Frankfurt (Oder) sein sicheres Umfeld und gerät in den Sog von Neonazis, Gewalt und Gruppenzwang, der beinahe tödlich endet.
Dabei sind die „Nazis von heute“ kaum zu erkennen, keine braunen Hemden, keine Parolen in der Öffentlichkeit, keine Aufmärsche. Erfahrungen, die auch die Jugendlichen in Brunsbüttel machen. „Man kennt hier eben die Neonazis“, hieß es im Rahmen der Diskussion. Jeder habe schon mal einen gesehen, aber manchmal könnte man auch nicht sicher sein. „Hier ist es bis jetzt ziemlich lange ruhig geblieben“, meinte einer der Zuschauer. Trotzdem schaffte es die NPD bei der aktuellen Wahl in Schleswig-Holstein in zwei Kreistage.
Es sind eben nicht immer Springerstiefel, Glatze und Lonsdale-Jacke, die den Rechtsextremen ausmachen. Es ist das, was im Kopf passiert, der unterschwellige Fremdenhass, der sich auch in dem Film in die Köpfe der Jugendlichen eingeschlichen hat.
„Wir haben diesen Film ausgewählt, weil er relativ realistisch ist“, erklärte Katharina Schunck, eine der Organisatorinnen. Der Meinung waren auch die meisten der Zuschauer, trotz des einen oder anderen Klischees, den der Film bediente.
Kalt gelassen hat der Film jedenfalls keinen der jungen Zuschauer, viele waren erschrocken über das rasante Abrutschen des Hauptdarstellers in die rechte Szene. „Es war uns wichtig, das der gezeigte Film die Möglichkeit zur Diskussion bietet“, betonte Katharina Schunck. Das ist den Organisatoren gelungen. Die anwesenden tauschten sich rege aus und machten so die erste Aktion des neuen Bündnisses gegen Rechts zu einem Erfolg.
Dem Aktionsbündnis „Jugend gegen Rechts“ gehören an: Schülervertretung des Gymnasiums Brunsbüttel, Julis Dithmarschen, Jusos Brunsbüttel, Mehrgenerationenhaus/Haus der Jugend und die evangelische Kirchengemeinde Brunsbüttel.
/image%2F1377997%2F20150108%2Fob_508aca_kban.jpg)