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Pastoren werben für breites Bündnis

20. Juni 2008 , Geschrieben von Parents Veröffentlicht in #Kampf gegen Nazis - Norddeutschland

Escheder fürchten bei Demo Gewalt

Pastoren werben für breites Bündnis

Am Sonnabend, 21. Juni, findet in Eschede die von der Antifaschistischen Aktion Lüneburg-Uelzen sowie Celle geplante Demonstration gegen die Sonnenwendfeier von Neonazis bei Landwirt Joachim Nahtz statt. Während im Ort Angst vor gewalttätigen Konflikten herrscht, riefen am Montag zwei Pastoren zum breiten Bündnis gegen die Treffen von Rechtsextremen aus ganz Norddeutschland auf.

 

SCHARNHORST.

Ein breites Bündnis bilden und gemeinsam mit allen auftreten, die die Gefahr des braunen Sumpfes erkennen, das ist nach Ansicht des ehemaligen Hermannsburger Pastors Hartmut Bartmuß der richtige Weg, gegen Neonazis und konkret in Eschede gegen die stetig wiederkehrenden Sonnenwend-Feiern rechtsextremer Kreise aufzutreten. Bartmuß berichtete auf Einladung des Celler Forums gegen Gewalt und Rechtsextremismus am Montag in Scharnhorst von den Erfahrungen in Hermannsburg, die letztlich zur Schließung des Hetendorfer Nazi-Zentrums um Jürgen Rieger führten.

„Lassen Sie sich nicht auseinander dividieren“, sagte Bartmuß. In einem breiten Bündnis seien das Kennenlernen, das Abbauen von Vorurteilen, das Miteinander- reden, der Umgang mit Fehlern, seien viel Geduld und wenig Angst gefragt. Christen seien im Protest gegen Rechtsextremisten genauso gefordert wie Kommunalpolitiker.

Pastor Klaus J. Burkhardt, Leiter der Arbeitsstelle Friedensarbeit im Haus kirchlicher Dienste der evangelisch-lutherischen Landeskirche Hannover erläuterte, dass Neonazis auf Einstellungen zurückgriffen, die in der Gesellschaft verbreitet seien. „Deutlich Flagge zeigen, wenn es um ausländerfeindliche Aussagen mitten in der Gesellschaft geht“, appellierte Burkhardt an die gut 40 Zuhörer. Und genau zu schauen, wie es im eigenen Freundeskreis, bei der Feuerwehr, beim Fußballclub laufe.

Die in Eschede herrschende Zurückhaltung vor der Demonstration am Sonnabend fasste Klaus-Jürgen Baumeister von der Escheder SPD in dem Satz zusammen: „Viele würden sich anschließen, haben aber Angst vor Gewalt“, um dann die Frage zu stellen: „Wer kann sicherstellen, dass es friedlich bleibt?“

Hartwig Erb, DGB-Regionsvorsitzender und Moderator der Veranstaltung, versicherte, es habe schon viele gemeinsame Veranstaltungen mit der Antifa gegeben und er habe noch nie schlechte Erfahrungen gemacht. Kirche oder DGB oder Antifa können aber nicht verhindern, dass auch gewaltbereite Demonstranten aufträten.

Olaf Meyer von der Antifaschistischen Aktion Lüneburg, der die geplante Demonstration angemeldet hat, stellte klar: „Wir wollen uns nicht mit den Neonazis prügeln. Es geht uns darum, den Nazis in der Region die Ruhe zu nehmen und die Nazitreffen in Eschede zu beenden.“ Er versprach, auf gewaltbereite Demonstranten zuzugehen. Dem schloss sich Bartmuß an: „Es gibt immer ungefestigte Leute, es gibt andere, die sie rausfischen.“

– Friedlichen Protest gefordert: Die SPD Eschede begrüßt in einer Pressemitteilung grundsätzlich die Aktion am kommenden Sonnabend und unterstützt einen friedlichen Protest, verurteilt aber ebenso entschieden jegliche Art von aggressiven, gewalttätigen Aktivitäten der linken Szene.

– Information über rechte Szene: Die Journalistin Andrea Röpcke referiert heute um 19 Uhr im Bunten Haus in Celle auf Einladung der Antifaschistischen Aktion Celle über die so genannte „Heimattreue Deutsche Jugend“.

 

Joachim Gries


 

Quelle: Cellesche Zeitung

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