Bürger fühlen sich bedroht
Von Holger Klein und Ralf Rohrmoser-von Glasow, 03.09.08, 10:27h, aktualisiert 04.09.08, 17:15h
In und um Windeck gibt es mehrere Treffpunkte für rechts gesinnte Jugendliche. Wenn die Saufgelage der „Nazis“ stattfinden, meist in größeren Gruppen, lassen Anwohner lieber die Rollläden herunter.
Die Jugendlichen träten stets in größerer Gruppe auf und seien meist stark alkoholisiert. Ihre Gesinnung machten sie mit „Liedern und Handzeichen“ deutlich. Die Hemmschwellen verbaler und körperlicher Gewalt hätten sie schon lange überschritten, schreibt der Windecker.
Der Leser hat nach eigener Aussage seit Anfang des Jahres mehrmals Verwaltung und Polizei kontaktiert und auf die Gefahren, die von der Gruppe ausgehen, aufmerksam gemacht - eine Reaktion sei jedoch ausgeblieben. „Zwei Anrufe bei der Polizei in Eitorf blieben ohne Erfolg, als wieder einmal ein Saufgelage mit eindeutigen Liedern, Rufen und Scherben stattfand. Ich erhielt die Antworten: »Die machen doch nichts« oder »Das ist doch nicht strafbar«“, ärgert sich der Windecker, der anonym bleiben möchte, „nicht weil ich ein ängstlicher Mensch bin, sondern weil ich mir sicher bin, dass ich von keiner Seite Hilfe bei Bedrohung erwarten könnte. Es muss immer erst etwas Schlimmes passieren.“
Auch eine Frau aus Altwindeck meldete sich bei dieser Zeitung zu Wort. Sie berichtet, dass sich manche Dorfbewohner gar nicht mehr aus dem Haus trauen, wenn sich die Gruppierung zu einer „Party“ in dem Dorf treffe. „Da gehen schon früh die Rollläden runter und die Menschen sind froh, wenn die Gelage morgens beendet sind und nichts ist passiert“, erzählt sie.
Der Leiter des Kommissariats Vorbeugung, Friedemann Geisler, äußert sich deutlich: „Rechtsextremismus ist Gewalt. Wir gehen mit unseren Präventionskonzepten an die Schulen, um das Gewaltpotenzial zu reduzieren.“ Auch in Windeck gab es gute Kontakte zur Hauptschule. Geisler und der jüngst gestorbene Schulleiter Jürgen Zopes saßen zusammen im Jugendhilfeausschuss des Kreises. Gemeinsam haben sie Gewaltprobleme an der Rosbacher Schule erfolgreich bekämpft. Geisler bedauert, dass dagegen die Kommune bislang nicht auf ihn zugekommen sei.
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