Aufruf zur Gründung einer basisdemokratischen Strömung in der Partei DIE LINKE
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Aufruf zur Gründung einer basisdemokratischen Strömung in der Partei DIE LINKE
Von Wolfgang Huste
Ende Oktober werden "wir" (einige engagierte Mitglieder, die in kürze zu entsprechenden Vorgesprächen zusammenkommen werden) eine neue Strömung bilden. Sie wird sich wohl zukünftig "Die Basisdemokraten" nennen - es sei denn, wir finden hier einen noch besseren, treffenderen Begriff. Vorschläge nehme ich gerne entgegen.
Diese Strömung verfolgt unter anderem folgende Ziele und steht allen offen, die sich mit den folgenden, skizzierten Eckpunkten/Gedanken solidarisieren können:
Grobziel: es ist unser Ziel, eine andere Kultur des demokratischen Miteinanders in der Partei aufzubauen, die unabhängig ist von den unterschiedlichen ideologischen, schon vorhandenen, innerparteilichen Strömungen. Demnach ist die Thematik dieser neuen Strömung politisch und ideologisch "übergreifend".
Konkrete Ziele (hier als ungewichtete Beispiele aufgeführt):
- Die innerparteiliche Demokratisierung unserer Partei soll gefördert werden
- Statt von VorständlerInnen sprechen wir von Mitgliedern des Koordinationsrates
- Alle Mitglieder eines Koordinationsrates sind politisch gleichberechtigt
- Wir setzen den Schwerpunkt auf inhaltliche Diskussionen, deutlich weniger auf "Formalia" (zur Zeit beschäftigen wir uns durchschnittlich mit 80% Formalia- und nur der Rest beschäftigt sich mit politischen Inhalten und ideologischen Diskussionen)
- Wir wollen das Prinzip der "direkten Demokratie" auch in unserer Partei fördern und ausbauen
- Hierarchien werden da - wo möglich - abgebaut (und das ist nahezu überall möglich)
- Wir fordern eine transparente Politik innerhalb unserer Partei
- Wir setzen uns dafür ein, dass der Informationsfluss zwischen der Landes- und der "Basisebene" verbessert wird (und umgekehrt)
- In Diskussionen wird das Konsensprinzip verfolgt, statt mit der "Abstimmungskeule" zu drohen
- Wir werden innerparteiliche Strukturen aufbauen, die für Frauen und Jugendliche deutlich attraktiver als jetzt sind
- Die Redebeiträge auf Mitgliederversammlungen und die MVs selbst werden demokratischer strukturiert
- Es ist unser Ziel, einmal im Jahr einen innerparteilichen "Markt der politischen Möglichkeiten" durchzuführen. Hier sollen sich alle (der mittlerweile rund 18!) Landesarbeitsgemeinschaften vorstellen- mit ihren politischen Zielen, ihren Aktionen.
- Wir beachten strikt einen Minderheitenschutz. Wenn mindestens 10% der Anwesenden eine andere Meinung verfolgen, wird diese andere Meinung ausgiebig diskutiert. Erst wenn kein Konsens zwischen den unterschiedlichen Meinungen gefunden wird, kommt es zu einer Mehrheitsabstimmung. Die Redebeiträge sollen sich möglichst zuerst auf den Vorredner/auf die Vorrednerin beziehen, bevor mensch etwas originär neues sagt.
- Wir versuchen, "Verlierer" zu vermeiden- auf allen politischen Ebenen, in allen Gremien
- Wir setzen uns dafür ein, dass wir zukünftig selbstbewusster, kreativer und deutlich phantasievoller in die Öffentlichkeit wirken und eng mit fortschrittlichen, linken, ausserparlamentarischen Gruppen und Institutionen zusammenarbeiten, ähnlich, wie es sich die "Interventionistische Linke"
- ebenfalls eine Strömung innerhalb unserer Partei - es sich zum Ziel gesetzt hat.
Wir wehren uns gegen eine kadermäßige, zentralistische, autoritäre und damit auch undemokratische Parteistruktur, in der Mitglieder als beliebige Verfügungsmasse regelrecht missbraucht werden! Ein solches Vorgehen (Mitglieder nur als Marionetten von Fremdinteressen zu betrachten und auch so zu behandeln) ist nicht nur menschenverachtend, sondern auch - und das betone ich hier noch einmal - höchst undemokratisch. Ein solches Vorgehen ist darüber hinaus auch entpolitisierend! Nur ein Mensch, der genau weiß, was er warum "macht", darüber also bewusst reflektieren kann, ist befähigt, in der Partei - und auch außerhalb der Partei - politisch eigenständig und selbstbestimmt agieren und partizipiern zu können.
Demnach fördern wir die innerparteiliche Bildungsarbeit und öffentlichkeitswirksame Aktionen mit "Paradigmacharakter". Für uns ist eine politische, transparente Bewusstseinsbildung also deutlich wichtiger als irgendwelche "Taktiken".
In diesem Sinne begrüße ich die Existenz der LAG "Innerparteiliche Bildungsarbeit". Es sollte unser Ziel sein, dass alle Mitglieder und SympathisantInnen innerhalb unserer Partei am Parteileben gleichberechtigt partizipieren können.
Das sind jetzt nur wenige Beispiele, welche Ziele wir mit Hilfe dieser neuen Strömung in die Partei hinein "transportieren" wollen/können. Wer "mitmachen" möchte, kann sich gerne bei mir melden.
Vielleicht schaffen wir es, diese neue Strömung schon auf dem kommenden Landesparteitag vorzustellen. Nach den üblichen Vorgesprächen (noch im September) möchte ich im Oktober ein Tagesseminar durchführen (über SALZ e.V.) , auf dem die von mir skizzierten Ziele und Wünsche noch einmal schriftlich fixiert werden. Deswegen: beteiligt euch an dieser Diskussion, schickt mir eure konkreten Wünsche/Vorschläge für eine andere, bessere Parteikultur zu!
Bitte mache diesen Gedanken, diesen Hinweis auf den Aufbau einer solchen Strömung mit deinen Möglichkeiten innerparteilich bekannt, vielen Dank.
Mit sozialistischen Grüßen,
Wolfgang Huste, Bad Honnef
Die Linke, Kreisverband Rhein-Sieg
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