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Hells Angels: Keine Nähe zu Neonazis

24. Februar 2009 , Geschrieben von Parents Veröffentlicht in #Hells Angels & Neonazis

24.02.2009 23:49 Uhr

Landeskriminalamt

Hells Angels: Keine Nähe zu Neonazis

Nach dem Freispruch für den ehemaligen NPD-Funktionär Peter B. vor dem Kieler Landgericht ist die Diskussion um die Verbindung zwischen Rechten und Rockern auch in Hannover erneut entflammt.

 
In einer Mitteilung distanziert sich der Rockerclub von den Kontakten zur rechtsextremen Szene.

In einer Mitteilung distanziert sich der Rockerclub von den Kontakten zur rechtsextremen Szene.

© Ralf Decker

B. war beschuldigt worden, ein Mitglied der Hells Angels lebensgefährlich verletzt zu haben. Hintergrund der Auseinandersetzungen sollen Streitigkeiten zwischen den Höllenengeln und den Neonazis um die Vorherrschaft im Rotlichtmilieu sein.

Der schleswig-holsteinische Verfassungsschutz geht davon aus, dass immer wieder Angehörige der rechtsextremistischen Szene Kontakt zu einzelnen Mitgliedern der Hells Angels haben. Das Landeskriminalamt (LKA) Niedersachsen sieht keine strukturelle Zusammenarbeit zwischen Hells Angels und Rechtsextremen in Hannover, weist aber ebenfalls auf Querverbindungen hin.

„Uns sind im vergangenen Jahr zwei neue Anwärter des Motorradclubs bekannt geworden, über die der Staatsschutz Erkenntnisse hat. Beide Personen sind seit mehreren Jahren in der rechten Szene aktiv“, teilte das LKA mit. Die Anwärter für eine Vollmitgliedschaft bei den Hells Angels in Hannover waren auch auf einer vom Motorradclub (MC) veranstalteten Tätowiermesse im September 2008 am Steintor anwesend.

„Die beiden haben sich von ihrer Vergangenheit distanziert und der rechten Szene abgeschworen“, behauptet Frank Hanebuth, Chef der Hells Angels in Hannover. In einer Mitteilung distanziert sich der Rockerclub von den Kontakten zur rechtsextremen Szene. „Der Hells Angels MC war, ist und bleibt ein nicht politisch motivierter Club“, heißt es in dem Schreiben. Jedes Mitglied empfinde den Versuch, den Club in den rechtsradikalen Dunstkreis zu ziehen, als persönliche Beleidigung, geben die Hells Angels an.

„Wir haben acht verschiedene Nationen bei uns im Club. Einer kommt aus Israel, einer aus Palästina, einer sogar aus Surinam. Und wir sollen fremdenfeindlich sein?“, fragt er.

Zur Führungsriege der Höllenengel in der Landeshauptstadt gehört auch Markus W. Er war wegen seiner Beteiligung an dem Hooligan-Übergriff auf einen französischen Polizisten bei der Fußball-WM 1998 zu einer Haftstrafe verurteilt worden. „Jeder bei uns hat eine zweite Chance verdient, auch Markus, der bereut, was er getan hat“, sagt Hanebuth.

[Tobias Morchner]

 

Quelle: Haz-Online 24.02.2009

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