Rechtsextremes Angebot im Internet erreicht Höchststand
Web-2.0-Plattformen wie YouTube oder SchülerVZ werden als Forum genutzt
Das Angebot an deutschsprachiger, rechtsextremer Propaganda im Internet hat im vergangenen Jahr einen Höchststand erreicht. Allerdings war nicht mehr so viel Strafbares zu finden wie 2007.1635 rechtsextreme Websites
Eine Arbeitsgruppe beobachtete 1635 rechtsextreme Websites und dokumentierte mehr als 750 rechtsextreme Videos und Profile auf interaktiven Web-2.0-Plattformen wie vor allem YouTube oder SchülerVZ. Das war so viel rechtsextremes Material wie noch nie seit Beginn der Beobachtungen im Jahr 2000, wie der Leiter des Teams jugendschutz.net, Stefan Glaser, am Freitag in Berlin erläuterte. Die Stelle geht von Mainz aus systematisch gegen rechtsextreme Propaganda im Internet vor.Strafbares
16 Prozent der überprüften Angebote enthielten den Angaben zufolge Strafbares, beispielsweise volksverhetzende Aussagen. Im Vorjahr waren es noch 22 Prozent gewesen. In vier von fünf Fällen, in denen die länderübergreifende Stelle der Bundesländer für den Jugendschutz Strafbares wie etwa Musik der verbotenen Band «Landser» oder Nazi-Symbole beanstandete, löschten die Provider im In- und Ausland die Videos. Glaser reicht dies als Erfolg nicht aus. Er appellierte an die Provider, mehr zu tun, um rechtsextreme Hetze aus dem Internet zu verbannen. Vor allem müsse durch technische Vorkehrungen verhindert werden, dass gelöschte Videos erneut hochgeladen werden.
"Auch SchülerVZ nimmt beanstandetes Material in der Regel sehr zeitnah aus dem Netz"
Laut jugendschutz.de wurden bei Kindern und Jugendlichen sehr beliebte große Portale wie YouTube, SchülerVZ oder MySpace auch im vergangenen Jahr anhaltend von Neonazis missbraucht. Mit der Videoplattform YouTube gebe es aber mittlerweile eine tragfähige Vereinbarung zur "Entnazifizierung". Seither seien mehr als 90 Prozent aller beanstandeten Videos entfernt worden. "Auch SchülerVZ nimmt beanstandetes Material in der Regel sehr zeitnah aus dem Netz", sagte Glaser.(APA/dpa)
Quelle: Der Standard
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